Spidergawd II160pxDie norwegische Rockkapelle SPIDERGAWD hatte mich ja schon als Vorband von KADAVAR in ihren Bann gezogen, und ich war heiß drauf mehr von dieser Musik zu bekommen. Leider ließ das zweite Album noch auf sich warten, und ich nahm mit den vorab veröffentlichten Schnipseln bei Youtube vorlieb.
Ehrlich gesagt fand ich das erste Album etwas grauenvoll, da es mir zu abgespaced und psychodelisch daher kam. Stellenweise war mir das zu lärmig und zu chaotisch aber glücklicherweise hatten sie live großteils auf diese Stück verzichtet. Eigentlich ist es unfassbar wie die Musiker es innerhalb von zwei Jahren geschafft haben zwei herausragende Alben zu veröffentlichen. Da könnte man doch glatt sagen, die Herren wissen was sie tun und leben ihren Traum von Musik.

Das schlicht "II" betitelte Album beginnt mit einer Nummer die etwas nach Bluegrass klingt und sich dann in rasantem Tempo in den Song "...Is All She Says" ergießt, welcher so ausklingt wie er begonnen hat. Das gefällt mir schon richtig gut, denn diese Art von Songaufbau lässt den Musikfanatiker schwärmen. So abwechslungsreich würde ich mir auch andere Bands wünschen, jedoch sind diese zu sehr gefangen in ihren Korsett. SPIDERGAWD rocken im Stile von KYUSS oder QOTSA mit einer Prise HAWKWIND und natürlich den unvergleichlichen MOTORPSYCHO. Sie sind oft sehr entspannt und bluesig wie bei "Crossroads" oder stoonermäßig wie bei "Fixing To Die".

In der Hälfte der Platte angekommen wird man mit dem Instrumental "Caerulean Caribou" auf eine wunderbare Reise mitgenommen, auf der man keinesfalls auf die Saxofon-Künste von Rolf Martin Snustad verzichten konnte, der auch bei den anderen Liedern ein raues Fundament mit dunklem Timbre mit dem Saxofon bläst. Das geht auch prima als Fusion-Rock durch, der mir so gespielt am besten gefällt. Was aber immer wieder gefällt ist der unbändige Gesang von Sänger Per, der eigentlich durchweg aus vollem Halse plärrt. Das passt so wunderbar zu der sehr roh klingenden Gitarre und dem wummernden Bass.
Songs wie "Crossroads" und "Fixing To Die Blues" klingen so schön nach QOTSA und auch wieder nicht.
So geht es bis zu Schluss locker flockig und scheinbar mühelos quer durch sämtliche Gattungen des Rock: Fusion, Prog und einer Prise Heavy Metal. Jedoch ohne sich anzubiedern oder ins Seichte abzudriften.
Alleine das Schlagzeugspiel von Kenneth weiß auch kritische Zeitgenossen zu überzeugen.
Das Album "II" hat jederzeit genug Biss und Vitalität um interessant zu bleiben und kann mühelos auch ein breiteres Publikum bedienen.
SPIDERGAWD präsentieren hier auf ihrem zweiten Album einen psychodelischen und leichtfüßigen Roadtrip der Extraklasse. Sie setzen vor allem die Meßlatte für alle ähnlich gestrickten Bands auf einen sehr hohen Level. (Andreas)

Bewertung: 9 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 42:03 min
Label: Crispin Glover Records
Veröffentlichungstermin: 16.01.2015

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