Zugegeben, mit den letzten Veröffentlichungen der Schweden konnte ich wenig anfangen. Während das 2017 veröffentlichte "War Of Dragons" meiner Meinung nach noch halbwegs passabel war, konnte ich mit dem 2019 erschienenen "Rise Of The Dragon Empire" überhaupt nichts anfangen. Zu dick der Keyboardteppich, zu dünn der Sound. Danach waren BLOODBOUND bei mir abgemeldet, und die Nachfolgealben "Creatures Of The Dark Realm" (2021) und "Tales From The North" (2023) wurden von mir komplett ignoriert.
Dann kam der 16.10.2025 und die "Battle Of Metal"-Tour von TUNGSTEN, ALL FOR METAL und GRAILKNIGHTS startete in Hannover. Vor der Show stand noch ein Interview mit TUNGSTEN-Sänger Mike Andersson an, der erwähnte, dass sein Bandkollege und Gitarrist Nick Johansson den Mix und das Mastering der neuen BLOODBOUND-Scheibe übernommen hätte. Nachdem TUNGSTEN mich live komplett überzeugt hatten, beschloss ich, dem neuen BLOODBOUND-Werk doch eine Chance zu geben. Und was soll ich sagen? Ich sollte es nicht bereuen.
Zunächst muss gesagt werden, dass die Band nach langjährigem Eskapismus in Fantasy-Welten nun offensichtlich in der Realität angekommen ist. So handelt das am 21.11.2025 erschienene, auch schon elfte, Studioalbum "Field Of Swords" von der Kriegsführung im Mittelalter. Ganz neu ist diese lyrische Schiene zwar nicht, aber schauen wir mal, was die Skandinavier daraus machen.
Los geht es mit dem Titelsong, der schon mal als richtige Hymne durchgeht und verdammt schnell ist. Das fängt ja schon mal gut an. Auch die mir in der Vergangenheit oft fehlende Power ist hier vorhanden. Auch das folgende "As Empires Fall" weiß zu überzeugen. Mein Highlight auf der Scheibe ist jedoch "Defenders Of Jerusalem" (Hallo Ohrwurm). Bei "The Code Of Warriors" fühle ich mich an TUNGSTEN erinnert, was vielleicht an den Flötenklängen liegt. Auch "Teutonic Knights" und "Born To Be King" sind richtig stark.
Ich weiß nicht, was die lyrische und musikalische Trendwende ausgelöst hat, aber BLOODBOUND zeigen sich auf "Field Of Swords" deutlich härter als in der Vergangenheit und gefallen mir so richtig gut. Geht doch! (Matthias)
Bewertung:

8,5 / 10
Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 45:16 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 21.11.2025
