8kids dämonenWenn ich mich schon einmal mit einer Emo/Post-Hardcore Band intensiver beschäftige, dann muss diese schon etwas ganz besonderes aufbieten. Die in Darmstadt ansässigen 8KIDS, bestehend keinesfalls aus acht Personen, sondern lediglich aus den beiden Gitarristen und Sängern Jonas Jakob und Hans Koch sowie der britischen Schlagzeugerin Emma McLellan, dich ich hier und heute entgegen der guten Gepflogenheiten als letzte aufführe und nicht als erste, haben einen ureigenen Stil, der einen von der ersten Sekunde an in seinen Bann zieht; und das ist nach 20 Jahren Musikbegeisterung gar nicht mehr so einfach.

Die Musik dieses Trios ist tatsächlich nicht nur „Rockmusik mit Geschrei“, sondern sie hat eine Seele und sorgt beim Hören für ein Gefühlschaos aus Aggression, Hoffnung, Erstaunen und Ratlosigkeit, die ansprechenden deutschen Texte tun ihr übriges, dass man so richtig tief hineintauchen kann in die Materie.

Neben den durchweg bärenstarken vier eigenen Songs, ist es beim Erstkontakt die auf dieser EP erhaltene Coverversion, die für weit offene Ohren und einen Moment Sprachlosigkeit sorgt. Ok, ich muss zugeben, dass ich vieles (nicht alles) von HERBERT GRÖNEMEYER sowieso ansprechend finde, aber was die 8KIDS hier aus „Der Weg“, im Ursprung eine nachdenkliche Pianoballade zwischen Trauer und Hoffnung, herausholen ist wirklich beeindruckend. Eigentlich ist „Der Weg“ ein solch persönliches Stück des Autors, dass es sich im Grunde genommen verbietet, es zu covern, aber die 8KIDS erzeugen hier mit ihren Stilmitteln eine ebenso nachdenkliche Atmosphäre für etwa vier Minuten.

Wie bereits erwähnt, können sich auch die eigenen Kreationen mehr als hören lassen, besonders angetan haben es mir das heftige Titelstück, zu dem die Band auch einen sehr kunstvollen Kurzfilm abgedreht hat, sowie „2-1-0“, das dezent mit Elektronik spielt und einen Hitrefrain hat. Mit „Alles Löst Sich Auf“ hat die Band auch einen starken Opener parat, der vielleicht etwas zu poppig geraten ist. Die 8 KIDS machen definitiv heftige Musik, zu der man bei richtiger Gelegenheit auch richtig abgehen und durchdrehen kann, sie haben aber auch einiges an Ohrwurmpotential in ihren Liedern. Hauptverantwortlich hierfür ist Sänger Jonas, der zwar überwiegend schreit und brüllt, die Texte kann man allerdings klar und deutlich verstehen, ein großer Pluspunkt dieser EP!

Klar „Dämonen“ ist nur eine EP von 20 Minuten, da sollte man vorsichtig sein, einer Band eine große Zukunft zu versprechen, aber mit diesen verdammt starken Songs im Rücken und einem eigenen Stil spricht aktuell wenig dagegen, dass dieses Trio schon bald größere Clubs wird füllen können. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20169,0 9 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 20:30 min
Label: Napalm Records/Universal Music
Veröffentlichungstermin: 29.04.2016

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