wirtz aufdieplätzefertiglosMuss man Daniel Wirtz eigentlich noch vorstellen? Die eine Hälfte dürfte den fast Vierzig Jahre alten Sänger von seiner Teilnahme beim TV-Unterhaltungsformat „Sing Meinen Song – Das Tauschkonzert" kennen, mit dem VOX aktuell ziemlich abräumen kann, und die andere Hälfte dürfte den inzwischen kunterbunten Vogel als Sänger von SUB7EVEN kennen, die Band bei der um die Jahrtausendwende plötzlich mehrere RAGE Mitglieder auf Pop machten, das Liedchen „Weatherman" sollte jeder noch irgendwie und irgendwo im Ohr haben.

Ich muss zu Beginn ganz ehrlich sagen, dass ich die Karriere von Daniel Wirtz bislang nur am Rande verfolgt habe, nachdem der Kerl vielleicht in jugendlicher Überheblichkeit ebenfalls so um das Jahr 2000 herum ein sehr prolliges und arrogantes Interview mit dem Metal Hammer geführt hatte, mit dem Daniel Wirtz nicht unbedingt Symphatiepunkte sammeln konnte und auch die tendenzielle Nähe zu den BÖHSEN ONKELZ ist nicht unbedingt von Vorteil. Aber man wird im Laufe der Zeit älter, reifer und inzwischen fahre ich auch total auf deutschsprachige Rock- und Popmusik ab, also wurde es Zeit dem Proll eine zweite Chance zu geben und siehe da sein neues Album „Auf Die Plätze, Fertig, Los" ist in der Tat mit „Gütesiegelgarantie [...] Mucke Für Die Galerie".

Selbst wenn man die Nadel im Heuhaufen versucht zu suchen, wird es nicht so einfach sein Negativpunkte zu finden, denn das Songwriting ist zu weiten Teilen verdammt stark und Daniel Wirtz findet eine gute Balance aus hart rockenden Songs mit Gute-Laune-Motiven und einigen nachdenklichen Momenten, zudem klingt auch der Sound ordentlich. Ein weiterer Pluspunkt von „Auf Die Plätze, Fertig, Los" ist es, dass der Namensgeber es draufhaut interessante Themen mit akzeptabler Lyrik abzuliefern. Ich meine, dass Daniel Wirtz ein guter Sänger ist, dass konnte man bereits bei SUB7EVEN erkennen.

In diesem Zusammenhang kommen dann aber doch noch negative Aspekte zum Tragen, die letztlich dafür sorgen werden, dass diesem Album eine Bewertung oberhalb von 8,5 Punkten verwehrt bleiben wird, denn neben vieler toller Songs und Themen, greift Daniel Wirtz in der zweiten Albumhälfte gleich drei Mal mehr oder weniger daneben. Gleich zwei Songs hintereinander zu präsentieren, die sich mit dem „Party Hard" und seinen Folgen beschäftigen, die Rede ist von „Freitag Abend" und „Ich Weiß Es Nicht", wirkt arg platt und passt irgendwie nicht dazu, dass Daniel Wirtz gerade (zu Recht) dabei ist, sich als Musiker ganz oben breit zu machen. Charterfolge konnte er bereits mit allen Abumvorgängern landen.

Auch ein Liebeslied wie „Wenn Du Willst", soll das Ironie sein oder nicht, kann man machen, ist durchaus zum Schmunzeln geeignet, aber eben auch kein Highlight der Platte, die beiden letzten Songs, die ganz im Gegensatz zu denen davor, in eine wehmütige Richtung tendieren, können aber wieder voll versöhnen, so muss das sein, dass man ein Album auf höchstem Niveau abschließt. „Sehnsucht", die einzige Ballade, und „Das Nächste Mal", der perfekte Soundtrack, wenn es mal nicht rund läuft, tun dies.
Darüber hinaus haben es mir ganz besonders drei Songs angetan, die handwerklich meisterlich sind und auch textlich nicht danebenliegen. „Mantra", „Regentropfen" und „Du Fährst Im Dunkeln", ein Dreierpack, der dafür sorgt, dass „Auf Die Plätze, Fertig Los" von Beginn an in eine sehr gute Richtung geht. Ich freue mich bereits auf die Liveumsetzung im Herbst. (Maik)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 49:15 min
Label: Wirtz Musik
Veröffentlichungstermin: 19.06.2015

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