live 20160130 01everydaycircusNachdem die saarländische Band EVERYDAY CIRCUS Mitte Januar mit „Mirrors" ein sehr ordentliches Debütalbum vorgelegt hatte, wollte ich es mir am zweitletzten Tag des ersten Monats 2016 nicht entgehen lassen, mir das Material auch live zu Gemüte zu führen, um meine Meinung über die Musik bestätigt zu bekommen oder eben auch nicht. Nach zwei Wochen ausgiebigem Touren quer durch die Republik bot sich die Gelegenheit beim heimischen Tourabschlusskonzert im kleinen Club der Garage, den ich bereits einige Jahre nicht mehr besucht hatte, der sich aber in der Zwischenzeit ganz schön gemausert hat, im positiven Sinne.

Mit dabei an diesem Abend waren als Supportbands DREAM CASINO und ganz am Anfang TUYS aus dem benachbarten Dudelange, Luxembourg. Da ich von dieser Band aufgrund der frühen Anfangszeit nur noch die letzten Fetzen mitbekommen habe, kann ich zu den Livequalitäten dieser Band nichts sagen und ins Blaue hineinraten verbietet sich an dieser Stelle.

DREAM CASINO
Somit startete der musikalische Abend für mich quasi mit der zweiten Band, das waren DREAM CASINO, ein Bandname mit Potential muss ich sagen, aus Trier. DREAM CASINO, das sind vier Musiker, die versuchen ihren eigenen Weg zu gehen, indem sie versuchen ihre Einflüsse zu einem eigenen Gebräu zu machen. An diesem tristen Abend machten sie sich das Leben selber etwas schwer, denn bei solch kleinen Konzerten sollte man schauen, dass die Umbaupausen nicht allzu lange dauern und während des Soundchecks den ersten Song für 2 Minuten in Bandstärke anzuspielen, um dann anschließend wieder für gut fünf Minuten hinter der Bühne zu verschwinden, ist schon ein mächtig seltsames Schauspiel gewesen. Nun denn, eine knappe halbe Stunde bekamen DREAM CASINO dann trotzdem noch zusammen und ich muss schon sagen, das, was ich da gesehen habe, war gar nicht so übel, wie nach den Soundcheckeindrücken befürchtet.

Die vier jungen Musiker spielen grob Alternative Rock, allerdings mit modern progressiver Ausrichtung, was bedeutet, dass nicht unbedingt die Melodien im Mittelpunkt stehen (so wie bei EVEYRDAY CIRCUS), sondern die Arrangements, die durchaus auch mal komplexer ausfielen. Damit entpuppt sich die Musik als nur bedingt massentauglich, aber das muss auch gar nicht immer sein. Besonders positiv fiel mir der Leadgitarrist auf, nicht nur die Art, zu spielen, war ein Hingucker, sondern auch die Töne, die er seiner Gitarre entlockte, waren hörenswert. Nach dem ersten Eindruck bin ich hingegen weniger begeistert vom Sänger der Band, der stimmlich ein wenig limitiert wirkt und nicht immer den richtigen Ton getroffen zu haben scheint. Kann zu einem anderen Zeitpunkt und an anderer Stelle aber auch schon wieder anders aussehen, ein endgültiges Urteil will ich mir hier noch nicht erlauben, insgesamt eine kurzweilige halbe Stunde.

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EVERYDAY CIRCUS
Hauptsächlich war ich an diesem Abend, vor allem aus Neugier, wegen EVERYDAY CIRCUS in den Kleinen Club gekommen und auch wenn sich die Merziger Band zu einem ähnlichen Zeitpunkt gegründet hat wie ihre Trierer Kollegen, hatte man direkt den Eindruck, dass EVERYDAY CIRCUS bereits mindestens einen Schritt in der Entwicklung weiter sind. Dass die Band im März 11 Konzerte in England als Support von TRACER spielen wird, ist auch hierfür ein Zeichen, durch solche Dinge reift man und reif für größere Bühnen wirkte auch der einstündige Auftritt der Band aus dem Nordsaarland.

Soweit ich das von weit vorne beurteilen kann, war die Stimmung bei den geschätzt 150 Zuschauern, vielleicht waren es auch ein paar weniger, von Beginn an gut, der Sound war für Clubverhältnisse in Ordnung und die Band selber machte einen symphatischen, sicheren und eingespielten Eindruck, ob man sich besonders auf dieses Konzert der Tour gefreut hat, mag ich nicht zu beurteilen, auf jeden Fall nahm man sich kurz vor dem Ende einiges an Zeit, um allen zu danken, die es verdient gehabt haben Dank zu erhalten. Ewas, was ich eine Woche später an gleicher Stelle noch ausgiebiger erleben durfte, Dankbarkeit scheint also doch noch nicht ganz verloren zu sein.

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Über den Auftritt selber gibt es dann auch gar nicht so viel zu sagen, soweit schien alles glatt zu laufen, und bei einer Bühne von ein paar wenigen Quadratmetern kann man auch nicht unbedingt wahnsinnig viel Action auf selbiger erwarten. Mit „Light And Thought" spielte man auch ein etwas älteres Stückchen, ansonsten lag natürlich der Schwerpunkt auf dem Debütalbum „Mirrors", das komplett gespielt wurde, bis auf „Every Second Is A Waste Of Something" soweit ich mir das notiert habe, dass das hymnische „I Am Your Anchor" sowie das ruhige „Bloom" die Highlights waren, dürfte ebenso wenig überraschen.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt Teile des Samstag Abends in diesem Club zu verbringen und das ist nicht selbstverständlich bei solch kleinen Konzerten. Ich bin gespannt, wohin die Reise für EVERYDAY CIRCUS noch gehen wird, ein gewisses Mainstreampotential ist nicht von der Hand zu weisen, insbesondere wegen des Sängers Matteo. Und bei DREAM CASINO bin ich gespannt, ob es nach den beiden EPs demnächst auch ein vollwertiges Album geben wird; darf man uns dann gerne zukommen lassen. (Maik)

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