Interview mit Vito C. (J.B.O.)

J.B.O. veröffentlichten dieser Tage mit “Haus Of The Rising Fun” ihr neues Album. Kurz vor der Veröffentlichung führte ich ein Interview mit Gitarrist und Sänger Vito C.

Matthias: Hallo Vito, wie geht es dir?

Vito C.: Danke gut!

Matthias: Euer neues Album heißt „Haus Of The Rising Fun“. Denkst du, dass es wichtig ist, ein wenig Spaß und Blödsinn zu verbreiten?

Vito C.: Das ist grundsätzlich wichtig! Und wir sehen hier unsere Verantwortung - es gibt so viel Unangenehmes auf der Welt, was es um so wichtiger macht, einfach auch mal Spaß zu haben und den ganzen Mist wenigstens vorübergehend zu vergessen.

Matthias: Ich höre auf dem Album auch ernste Zwischentöne. Was hat euch zu einem Song wie „Stinkefinger“ inspiriert?

Vito C.: Och, ich würde die Zwischentöne gar nicht soo ernst nehmen! Wir haben nur schon so viele unnötige Ohohoho und Uhuhu-Chöre gehört, dass dazu eben mal was gesagt werden musste.

Matthias: Was ist eigentlich schwieriger? Eine Eigenkomposition oder zu einem bereits vorhandenen Lied einen neuen Text zu schreiben?

Vito C.: Hm, da gibts kein leichter oder schwieriger. Es ist einfach eine andere Herangehensweise.

Matthias: Wie entscheidet ihr welche Songs ihr covern wollt?

Vito C.: Es muss einfach eine Idee dazu vorhanden sein. Und wenn diese Idee allen Beteiligten gefällt, kann man sie umsetzen. Aber wenn keine Idee vorhanden ist, nützt der beste Song nichts.

Matthias: Als ihr „Ka Alde, Ka G’Schrei“ gemacht habt, standst du als Bob Marley auf der Bühne. Würdest du das heute noch machen?

Vito C.: Es kann sein, dass wir eine solche Idee heute nicht mehr umsetzen würden, aber den Song haben wir zum 30-jährigen Jubiläum des dazugehörigen Albums ein ganzes Jahr live performt – ist die Frage damit beantwortet?

Matthias: Einer meiner Lieblingssongs auf „Haus Of The Rising Fun“ ist „Ma Ma Ma Metal“. Mal ehrlich, wie autobiografisch ist der?

Vito C.: Die Frage musst du Hannes stellen – der hat ja auch den Text dazu alleine geschrieben. Aber egal wie – der Song ist doch cool geworden!

Matthias: Was ist das Lustigste was dir je mit der Band passiert ist?

Vito C.: Es gibt so viele lustige oder absurde Episoden, die einem widerfahren. Hier eine einzige als „das Lustigste“ herauszugreifen, ist echt schwierig. Es gibt selten singuläre Superlative im Leben.

Matthias: Ich habe das Gefühl, dass viele Musiker (nicht nur im Metal) sich viel zu ernst nehmen. Würdest du mir da zustimmen und was denkst du woran das liegt?

Vito C.: Ja, ich stimme Dir zu! Das liegt vielleicht daran, dass sich grundsätzlich viele Menschen viel zu ernst nehmen, weil sie noch nicht herausgefunden haben, dass es das Leben eigentlich besser macht, wenn man das nicht tut.

Matthias: Dein Sohn Ben ist mit FEUERSCHWANZ und DARTAGNAN recht erfolgreich. Fragt er dich manchmal um Rat und wann covern J.B.O. einen FEUERSCHWANZ-Song?

Vito C.: Der Junge kommt inzwischen ganz gut selber klar! Und: Ich kann nicht in die Zukunft sehen…

Matthias: Hast du eigentlich irgendwelche Vorsätze für 2026?

Vito C.: Nein, ich habe grundsätzlich keine Neujahrsvorsätze. Sollte ich was ändern wollen, brauch ich dafür keinen Jahreswechsel.

Matthias: Es gibt euch seit fast 37 Jahren. Wie bleibt man so lange motiviert und kreativ?

Vito C.: Ich sag mal so: Man muss sich immer wieder mal klar machen, dass man Lust hat auf das, was man tut! Ich meine, wir machen seit bald 37 Jahren Rock’n’Roll und können seit locker 30 Jahren davon leben – wie geil ist das eigentlich? Ich bin sehr dankbar dafür!

Matthias: Gibt es Cover, die ihr gerne gemacht hättet, bei denen der Originalkünstler aber „Nein“ gesagt hat?

Vito C.: Oh ja, Einige! Am meisten tut es mir leid, dass wir die „Frankonian Rhapsody“ nicht machen dürfen. Wir haben da vor vielen Jahren ein sehr viel versprechendes Demo gemacht – aber leider gab es dafür schon mehrere Absagen mit dem letzten Zusatz „Bitte nicht mehr Anfragen“.

Matthias: Wie kamst du ursprünglich zur Musik?

Vito C.: Ich bin schon in einem musikliebenden Haushalt aufgewachsen, auch wenn mein Vater sehr strikt klassische Musik vorgezogen hat. Ich war dann auch auf einem musischen Gymnasium, wobei ich den schulischen Musikunterricht eher abgelehnt habe – gegen die musiktheoretischen Grundlagen konnte ich mich aber nicht wirklich wehren. Die Gitarre, insbesondere die E-Gitarre war dann eben meine persönliche Rebellion.

Matthias: Wie schwer war es für dich als Franke bei „Bussi“ Bayrisch zu singen?

Vito C.: Nachdem ich auch schon eine bayrisch-fränkische Mischung bin – meine Mutter ist Münchnerin, mein Vater war Franke – bilde ich mir ein, wenigstens ein wenig Bayrisch zu können. Das haben wir ja auch in der Vergangenheit immer mal wieder benutzt – siehe „Meddtl-Gschdanzl“ oder so.

Matthias: Wie kamt ihr auf „Power sucht Wolf“ und schaust du „Bauer sucht Frau“?

Vito C.: Das fragst du besser Hannes, der hat den Text alleine geschrieben. Uns hat der Song aber dann sehr gut gefallen und auch die Produktion haben wir ganz gut hinbekommen, finde ich.

Matthias: Willst du den Fans noch etwas sagen?

Vito C.: Lasst euch nicht den Spaß verderben und nehmt euch selber nicht zu ernst!

Matthias: Vielen Dank und alles Gute für 2026.

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