Avantasia - A Paranormal Evening With The Moonflower Society

Avantasia aparanormaleveningwiththemoonflowersocietynb mehrfachwertung„Ein neues Album von AVANTASIA! Irgendwie hatte ich das überhaupt nicht mehr auf dem Schirm und habe auch in die vorab veröffentlichten Singles jeweils nur kurz reingehört. Viel zu stressig war es in letzter Zeit. Und ich muss auch gestehen, dass Tobias Sammet auf den sozialen Medien so aktiv ist, dass ich zwar mitbekommen habe, dass er an einem neuen Album arbeitet, aber irgendwann scrollt man dann nur noch vorbei und überfliegt seine Posts maximal noch. Weniger ist manchmal mehr (wobei mir bewusst ist, dass das wohl nur für meine Generation gilt und manche Menschen den Dauerbeschuss brauchen).

Aber jetzt liegt mir das neue Album in seiner Gesamtheit vor und dann wird es natürlich auch gehört. Was als allererstes auffällt, ist der extrem sperrige Titel – „A Paranormal Evening With The Moonflower Society“. Eigentlich ist man von Tobias Sammet ja eher etwas eingängigere Titel gewohnt.

Apropos eingängig. Das ist wohl eines der Worte, die man sofort mit AVANTASIA verbindet. Songs des Projekts gehen einfach sofort ins Ohr und machen von Anfang an Spaß. Das gilt auch für das mittlerweile achte Studioalbum, auch wenn ich nicht so viele Hördurchgänge hatte, wie ich es gerne gehabt hätte. Was aber nicht darüber hinweg täuscht, dass meine beiden Hauptkritikpunkte an AVANTASIA nach wie vor bestehen: Tobias Sammet wiederholt sich allmählich selbst und Frauen am Gesang sind immer noch unterrepräsentiert. Auch dieses Mal hat es mit Floor Jansen gerade einmal eine einzige Frau in die Riege der Gastsänger geschafft. Zwar immerhin in zwei Songs, aber trotzdem. Mir persönlich ist das zu wenig. Ich finde es sehr schade, dass man sich diese Möglichkeiten einfach selbst nimmt. Mehr weibliche Stimmen würden auch mehr musikalische Abwechslung bringen.

Und das könnte AVANTASIA mittlerweile gebrauchen. Wobei das Jammern auf hohem Niveau ist, denn grundsätzlich ist AVANTASIA nach wie vor sehr gut und umgekehrt bekommt man natürlich genau das, was man erwartet. „A Paranormal Evening With The Moonflower Society“ liegt nicht nur beim Namen nahe am Album „Moonglow“, auch die Gestaltung des Covers und der bisher veröffentlichten Videos erinnern sehr stark an das Vorgängeralbum. Da ist es keine Überraschung, dass es auch musikalisch große Ähnlichkeiten gibt – viele der Songs hätten auch auf „Moonglow“ stehen können.

Aber wie schon gesagt – Jammern auf hohem Niveau. Denn nach wie vor schüttelt Tobias Sammet Songs aus dem Ärmel, für die andere sonst was machen würden. Bei den Gastsängern setzt er auf altbewährte Gäste, die dem Fan wohlbekannt sind. Ralf Scheepers, Michael Kiske, Jorn Lande, Ronnie Atkins, Bob Catley, Geoff Tate und Eric Martin kennt man schon von früheren Veröffentlichungen und teilweise den Liveauftritten. Damit ist Floor Jansen nicht nur die einzige Sängerin, sondern auch der einzige Neuzugang im Team und liefert mit „Misplaced Among The Angeles“ und „Kill The Pain Away“ einen fantastischen Job ab. Aber anderes erwartet man auch nicht von der NIGHTWISH-Sängerin.

Aber gerade in „Misplaced Among The Angels“ liefert auch Tobias Sammet einen tollen Job ab, gesanglich hat auch er sich gegenüber früheren Veröffentlichungen verbessert und es macht richtig Spaß, ihm zuzuhören. Oft ist in AVANTASIA-Songs ja eine Spur der eigentlichen Bands der Gastsänger zu hören, so auch auf diesem Album. „The Wicked Rule The Night“ z.B. hat einen leichten PRIMAL-FEAR-Einschlag, erinnert hier und da aber auch an HELLOWEEN und JUDAS PRIEST und ist Ralf Scheepers damit auf den Leib geschneidert.

Auch „The Inmost Light“ ist ein typischer, schnell galoppierender AVANTASIA-Song, der von Beginn an Spaß macht. Aber in „Songs für Michael Kiske schreiben“ war Tobias Sammet ja schon immer gut. „I Tame The Storm“ ist ein weiterer toller Song, der alle wichtigen AVANTASIA-Trademarks enthält. Coole Drums, tolle Chöre und Duette, dramatischen Gesang, herrlich verspielte Gitarren – dieser Song ist zum Mitsingen prädestiniert und ich bin mir ziemlich sicher, dass es dieser Song in die Livesetlist schaffen wird.

Das gleiche gilt für den Quasi-Titelsong „The Moonflower Society“. Neben Bob Catley kommen auch viele Chöre zum Einsatz und Tobias, als Leiter der Moonflower Society führt durch den Song, der wirklich alles hat, was ein guter AVANTASIA-Song braucht. Wenn der nicht live gespielt wird, weiß ich auch nicht.

Insgesamt hat Tobias Sammet mal wieder genau das geliefert, was von ihm erwartet wird. Ein Album, prall gefüllt mit tollen Songs und herrlichen Melodien, die man so schnell nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Was vielleicht auch daran liegen könnte, dass sie schon drin sind. Denn wie schon weiter oben erwähnt, wiederholt sich der gute Mann allmählich. Ist andererseits aber vielleicht auch gar nicht soo schlimm. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur mein Eindruck oder tatsächlich so ist, aber es kommt mir vor, als habe der Bandleader hier mehr Gesangsparts übernommen als auf den früheren Alben. Aber auch das ist weder gut noch schlecht, es ist genau richtig so. Mir macht dieses Album richtig Spaß, auch wenn ich noch nicht genügend Hördurchgänge hatte, um mich auf Lieblingssongs festzulegen. Was man vielleicht noch kritisieren könnte ist, dass es keine absoluten Übersongs gibt, wie es sie auf „Ghostlights“ gleich mehrfach gab, sondern dass das Album, genau wie „Moonglow“, sich eher auf einem Gesamtniveau ohne große Ausreißer bewegt. Aber – die Hauptsache ist doch, dass es Spaß macht - und das tut es. (Anne)


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 53:58 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 21.10.2022

Bewertung:

Anne8,0 8 / 10

 


Pascal7,5 7,5 / 10

Maik8,5 8,5 / 10

Anna 10,010 / 10

 


Avantasia A Paranormal Evening with the Moonflower Society 1000

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