Treat - The Wild Card

Schön mal wieder Neues von TREAT zu hören. Die 1981 gegründeten „Alten Schweden“, die zu ihrer Hochzeit immer etwas im Schatten des schwedischen Exportschlagers Nummer eins, EUROPE, standen und bereits 1986 als Support von QUEEN und beim Monsters Of Rock 1988 spielten, sind aber bis heute aktiver als ihre Landsmänner. Vorab gesagt: es gelingt TREAT auch mit ihrem neusten Longplayer, „The Wild Card“, den melodischen Stadionrock der Achtzigerjahre in modernem Gewand weiterzuführen.

Robert Ernlund zeigt mit 68 Jahren, was er für ein fantastischer Sänger ist, der den Vergleich mit Joey Tempest nicht zu scheuen braucht. Mit Anders Wikström (Gitarre), Patrick Appelgren (Keyboards), Jamie Borger (Drums) und Nalle Pahlsson (Bass) bildet er ein perfekt eingespieltes und professionelles Team.

Die 13 Songs auf dem zehnten Studioalbum „The Wild Card“ zeichnen sich durch eine typische Mischung von prägnanten Rocksongs mit satten Gitarren und breitflächigen Keyboard-Wänden aus, guten Balladen im FOREIGNER-Stil wie „Your Majesty“, weniger guten Balladen wie das belanglos Pop-lastige „Heaven`s Waiting“ und Signature-Songs wie „1985“. Dieser macht klar, dass es Programm der Band ist, den melodiösen Bombast der Achtziger in die Neuzeit zu transferieren. Im Songtext sehnt sich Robert Ernlund in die gute alte Zeit zurück und träumt von „diesen Sommernächten 1985“; ein Ohrwurm mit Hitgarantie.

TREAT bleiben also ihren Wurzeln treu, liefern Mainstream-Rock, den die Fans erwarten und bewegen sich strikt im Fahrwasser der großen Melodic-Bands wie FOREIGNER, EUROPE, JOURNEY oder DEF LEPPARD. Druckvoll produziert gelingen die etwas härteren AOR-Songs wie „Out With A Bang“ mit WHITESNAKE-Vibe etwas besser als die teils sehr Pop-lastigen Tracks wie „Hand On Heart“. Aber beim mehrfachen Hören entpuppt sich vor allem oftmals die Riff- und Solofertigkeit des Gitarristen, welche für den nötigen Rockdrive sorgt. Songs wie „Rodeo“ sind extrem radiotauglich, wecken Reminiszenzen zu PRETTY MAIDS und bleiben gleich im Ohr hängen. Das stampfende „Mad Honey“ bildet einen schönen Kontrast als Midtempo-Rocker in bester DEF LEPPARD-Manier mit orientalischen Keyboard-Klängen und zeigt, wie vielfältig TREAT ihre Musik kreieren und ihr Gespür für großartige memorable Melodien. Dass sie streckenweise in modernen Gewässern fischen und synthetisch überladen klingen wie GHOST oder ECLIPSE, mag man ihnen verzeihen. Gute AOR-Scheibe mit wenigen Schwächen. (Bernd Eberlein)

Bewertung:

7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: keine Angabe
Label: Frontiers Music
Veröffentlichungstermin: 21.11.2025




Wir benutzen Cookies
Für optimalen Benutzerservice auf dieser Webseite verwenden wir Cookies. Durch die Verwendung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden