harlott extinctionObwohl HARLOTT mit „Origin“ (2013) und „Proliferation“ (2015) bereits zwei Alben veröffentlicht haben, sind sie in unseren Breitengraden noch relativ unbekannt. Dies mag auch daran liegen, dass die meisten Hörer mit Australien eher Hardrock wie AC/DC und AIRBOURNE als Thrash Metal verbinden. Dabei hat der fünfte Kontinent bereits seit den frühen Achtzigern eine kleine aber feine Thrash Metal Szene zu bieten, deren bekannteste Vertreter wohl MORTAL SIN, HOBB’S ANGEL OF DEATH und vor allem DESTRÖYER 666 sein dürften.

Doch mit dem bereits am 07.04. veröffentlichten, dritten Album der Band, welches auf den Namen „Extinction“ hört, könnte sich der Status von HARLOTT nun grundsätzlich ändern und die Gruppe deutlich bekannter werden. Das liegt vor allem daran, dass HARLOTT in den 12 auf der Scheibe enthaltenen Stücken mit scheinbar leichter Hand die besten Elemente aus dem deutschen Thrash Metal der Achtziger und dem Bay Area Thrash Metal vereinen.

Schon der Titelsong macht klar, welche Vorbilder Andrew Hudson (Gitarre, Gesang), Ryan Butler (Leadgitarre), Thomas Richards (Bass) und Tim Joyce (Schlagzeug) haben, klingt er doch wie die perfekte Symbiose aus EXODUS und SLAYER gewürzt mit einer Prise KREATOR. Beim folgenden „First World Solutions“ treten HARLOTT dann das Gaspedal so richtig durch und Sänger Andrew Hudson klingt wie Tom Araya zu dessen besten Zeiten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Musiker hier nur ohne Sinn und Verstand die bekannten Vorbilder kopieren. Die Australier verfügen über genug Eigenständigkeit, um eben nicht wie ein Abziehbild von Gruppe XY zu klingen. Besonders die Soli zeigen, wieviel Talent hier versammelt ist. Ansonsten bemühen sich die 4 sehr um Abwechslung und variieren immer wieder das Tempo, weshalb „Extinction“ auch eine ausgewogene Mischung aus Stücken im mittleren Tempo und schnellen Nummern bietet.

Besonders hervor stechen hier „Extinction“, „First World Solutions“, „Violent Conspirator“ und „And Darkness Brings The Light“, welches meiner Meinung klar der stärkste Song der Platte ist und auch locker auf dem einen oder anderen Album aus dem Hause SLAYER enthalten sein könnte. Auch mit der Entscheidung „Extinction“ von Jens Bogren mastern zu lassen, haben HARLOTT voll ins Schwarze getroffen. Klangtechnisch gibt es hier mal rein gar nichts zu meckern.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass HARLOTT mit „Extinction“ ein überdurchschnittliches Stück Thrash Metal gelungen ist, bei dem man zwar immer noch klar ausmachen kann, wer die Jungs beeinflusst hat, dies gilt besonders für die Stimme von Andrew Hudson, das aber nie zum reinen Plagiat verkommt und auch nach mehrmaligem Hören immer noch Spaß macht. Nicht mehr und nicht weniger erwarte ich von einem Album. (Matthias)


Bewertung:

Matthias8,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 48:40 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungstermin: 07.04.2017

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