Rage - Afterlifelines

Wer wie ich, seit mittlerweile auch schon siebenunddreißig Jahren, den härteren Klängen der Musik zugetan ist, der kann sich tatsächlich noch an Zeiten erinnern als Peter „Peavy“ Wagner noch gertenschlank und anstatt der Gesichtsbehaarung das Haupthaar lang war. Lang, lang ist’s her. Seit mittlerweile vierzig Jahren sind die Herner nun schon dabei, sofern man die Zeit als sie noch unter AVENGER firmierten mitzählt. Eine unglaubliche Zahl und auch die inzwischen sechsundzwanzig veröffentlichten Studioalben (zählt man das unter dem Namen AVENGER veröffentlichte „Prayers Of Steel“ aus dem Jahr 1985 dazu) muss der Band erst einmal jemand nachmachen.

Einzige Konstante im Line-Up war in all den Jahren Sänger und Bassist Peter „Peavy“ Wagner. Ansonsten herrschte ein stetes Kommen und Gehen. Und auch bei dem am 29.03. veröffentlichten neuen Album „Afterlifelines“, welches das sechsundzwanzigste aus dem Hause RAGE ist, gab es im Gegensatz zum 2021 veröffentlichten „Resurrection Day“ einen Besetzungswechsel. Denn mit Stefan Weber hat der zweite Gitarrist die Band verlassen und man ist erneut als Trio unterwegs. „Afterlifelines“ ist ein Novum in der Geschichte von RAGE. Handelt es sich hier doch um das erste Doppelalbum der Nordrhein-Westfalen. Ganze einundzwanzig Nummern gibt es hier auf die Lauscher. Eine Zahl, die genau wie die Albumlänge von 85:50 Minuten erstmal beeindruckt.

Fast 86 Minuten Musik müssen nämlich auch entsprechend gefüllt werden. Sonst wird es sehr schnell sehr langweilig. Bekommen „Peavy“ Wagner, Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos und Jean Bormann das hin?

Nun, eigentlich agieren RAGE hier recht clever. Ist das Werk doch zweigeteilt. Da hätten wir zunächst „Afterlife“, das die härtere Seite der Truppe zeigt und nahtlos an die Alben der letzten Jahre anknüpft. Die zweite Hälfte hört auf den Namen „Lifelines“ und enthält die eher melodischen bzw. orchestralen Stücke, wie man sie von LINGUA MORTIS kennt. Man kann also durchaus sagen, dass „Afterlifelines“ das Beste aus beiden Welten enthält.

Während die erste CD mit Stücken wie „End Of Illusions“, „Under A Black Crown“ und „Dead Man’s Eyes“ überzeugt, sind es bei der zweiten Nummern wie „Curse The Night“ oder das hervorragende „Dying To Live“ bei dem Bormann zeigt, dass er auch ein richtig guter Sänger ist. RAGE werden tatsächlich von Album zu Album immer besser und gehören noch lange nicht zum alten Eisen. (Matthias)

Bewertung:

Matthias9,5 10 / 10

Anzahl der Songs: 21
Spielzeit: 85:50 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 29.03.2024

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