Annihilator - Metal II

annihilator metalIIIn der Diskografie so ziemlich jeden Musikers gibt es zumindest ein, wenn nicht sogar mehrere Alben mit dem derjenige nicht zufrieden ist. Sei es, dass das Songwriting suboptimal ist oder der Klang oder gar beides. Im Falle von Jeff Waters und ANNIHILATOR hört jenes Werk auf den Namen „Metal“ und erschien ursprünglich im Jahr 2007. Dave Padden (Gesang, Rhythmusgitarre), Jeff Waters (Leadgitarre), der damals auch den Bass einspielte, und Schlagzeuger Mike Mangini gaben sich zwar alle Mühe, und Mastermind Waters lud zahlreiche hochkarätige Gäste ins Studio, doch so richtig zündeten die Songs auf „Metal“ nicht. Auch wenn sich die Gästeliste wie das Who-Is-Who der Metalszene liest.

Ich persönlich bin mit der Scheibe bisher nie so recht warm geworden. Vielleicht liegt das gerade daran, dass bei jedem der 10 Songs ein anderer Gast zu hören ist. Irgendwie fehlt hier der rote Faden, wodurch die Songs wie ein Sammelsurium verschiedener Gitarrensoli wirken. Vom Klang ganz zu schweigen!

Inzwischen sind 15 Jahre vergangen und Jeff Waters hat bereits angekündigt, einen Großteil des Backkatalogs der Band über earMusic/Edel neu veröffentlichen zu wollen. Wir dürfen uns also auf zahlreiche Reissues freuen. Den Anfang macht das am 18.02. erschienene „Metal II“.

Moment mal, „Metal II“?

Das klingt doch wie die Fortsetzung des bereits 15 Jahre alten zwölften Albums der Kanadier. Also wie ein neues Album. Und ja, auf „Metal II“ ist vieles neu, ein neues Werk ist es allerdings nicht.

Im Prinzip ist das Album eher „Metal 2.0“, denn die Songs sind Großteils die gleichen wie auf dem Original. Mit dem Unterschied, dass das mit Michael Amott (ARCH ENEMY) aufgenommene „Operation Annihilation“ hier komplett fehlt und gegen das vorher nur auf der japanischen Version enthaltene EXCITER-Cover „Heavy Metal Maniac“ mit Dan Beehler und Allan James Johnson (beide EXCITER) ausgetauscht wurde. Auch die Songreihung ist eine andere.

Das die Urversion abschließende „Chasing The High“ wird hier zum Opener, während der ursprüngliche Opener „Clown Parade“ auf „Metal II“ an die neunte Position wandert. Die Gastbeiträge hat man logischerweise draufgelassen. Und so ist hier Alexi Laiho bei „Downright Dominate“ noch einmal zu hören.

Die klügste Entscheidung, die Waters jedoch traf, war die Scheibe teilweise neu einzuspielen. Dafür holte er sich zwei echte Meister ihres Faches an Bord. Den Gesangspart von Dave Padden übernimmt hier Stu Block (ex-ICED EARTH), während Mike Mangini vom immer noch, und da lasse ich auch nicht mit mir diskutieren, besten Schlagzeuger des Genres ersetzt wird. Nämlich niemand Geringeren als Dave Lombardo.

Was die beiden hier abliefern, lässt einen wünschen, sowohl Block als auch Lombardo würden fest bei den kanadischen Thrashern einsteigen. Damit möchte ich Mangini und Padden nicht zu nahe treten, die beim Original gute Arbeit geleistet haben. Wer aber zum Beispiel „Downright Dominate“ mit Lombardo und Block hört, der weiß, was ich meine. Die beiden werten die Songs deutlich auf.

Natürlich hat jeder das Recht „Metal“ gegenüber „Metal II“ zu bevorzugen, müsste ich jedoch zwischen beiden Alben wählen, würde ich mich ganz klar für „Metal II“ entscheiden. Selten hat eine teilweise Neueinspielung so viel Sinn gemacht. (Matthias)

Bewertung:

Matthias0,0 - / -

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 58:58 min
Label: earMusic/Edel
Veröffentlichungstermin: 18.02.2022

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