Shakra - Mad World

shakra madworldNun ist das Dutzend voll, passend zu der Marke feiert der Fünfer sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Neben CRYSTAL BALL gilt er schon lange als einer der Kronprinzen im Schweizer Hard Rock. Dabei scheint dieses Genre im Land der Eidgenossen derzeit in der Krise zu stecken. Im letzten Jahr gab die Legende KROKUS mit eher lahmen Livedarbietungen ihren Ausstand vom Rockerdasein und die Szeneführer GOTTHARD haben gerade eben den schwächsten Longplayer seit Langem veröffentlicht. Auch bei SHAKRA gibt es seit Jahren einige Gründe zur Kritik, haben die Jungs diese mit "Mad World" in den Griff bekommen?

Dass sie keine neuen Wege eingeschlagen haben ist schonmal kein gutes Zeichen, man hält unverändert am bewährten Stil fest, vielleicht zu sehr. Aber die Ausreißer Mitte der Nullerjahre waren kreativ gesehen auch keine Glanzleistungen, weswegen der Schuster seitdem bei seinen Leiste bleibt. Solange die Geschichte Spaß macht ist das auch absolut legitim, und Spaß macht der eröffnende Riffrocker "Fireline" auf alle Fälle. Aus dem Holz schnitzten schon ihre berühmten Landsleute die frühen Hits, wobei man die Querverweise zu AC/DC nicht überbewerten sollte, in dem Bereich kommt man ohne kaum aus. In die Richtung tendiert noch "Thousand Kings", das vom Rhythmus noch simpler daher kommt, dafür aber mit einem schönen melodischen Solo einen guten Kontrast liefert.

Das muss man den beiden Thomas an den Äxten, Blunier und Muster lassen, in Sachen Solo und Leads liefern sie ordentlich ab, da ist richtig Pfeffer drin, das die Saiten glühen. Ob das allerdings reicht, um Hard Rock-Jünger glücklich zu machen, darf bezweifelt werden, aber sie wissen wenigstens ansatzweise zu überraschen. Gerade bei "A Roll Of The Dice" versuchen sie eine gewisse psychedelische Note hinein zu bringen, die Strophe kommt fiebrig daher. Doch damit wären wir wieder bei der alten Leier von den zurück genommenen Strophen nach kraftvollem Auftakt, die sich im Verlauf der Scheibe immer mehr einstellt.
Ich bin wirklich froh mir meine alten Reviews von der Band noch einmal durchgelesen zu haben, das letzte ist ein paar Jahre her, da meine Kollegin Manu den Vorgänger "Snakes & Ladders" besprochen hat. Ansonsten hätte ich mich womöglich wiederholt, und somit fällt die Wortwahl hier schwerer, denn wirklich abgestellt hat man die Schwächen keineswegs. So muss man auch wieder den zu aufgeblähten, komprimierten Sound ansprechen, der zu viele Details verschwinden lässt, was die Kompositionen gleichförmig wirken lässt und dem Album keine Kontur gibt.

Natürlich rockt das Ding von vorne bis fast nach hinten, aber irgendwann stellen sich erste Verschleißerscheinungen ein. Vielleicht hätte man die Ballade "New Tomorrow" etwas früher einbauen sollen, um ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen, die weiß mit ihren Akustikgitarren und "AhAh"-Chören sogar die Kitsch-Fahrwasser zu meiden. Gelingt es mit dem sleazigen "Fake News" ein paar bluesige Töne zu etablieren, so gehen diese in Stücken wie "I Still Rock" oder dem schleppenden "When He Comes Around" etwas zu sehr im wuchtigen Klanggewand unter. Das steht moderner angehauchten Liedern wie dem bretternden Titeltrack deutlich besser zu Gesicht.
Zwischen Moderne und Tradition bewegt sich das treibende "Son Of Fire", wo ein paar John Sykes-affine Obertöne zu gefallen wissen, aber das mit der Gitarrenarbeit hatten wir ja schon. Die ist auch in "Turn Your Light On" stark, dem eingängigsten Song von "Mad World", wobei hier die SCORPIONS Pate standen. Von dem Hit-Kaliber fehlen SHAKRA ein paar mehr Beispiele und wenn es mal gelingt, dann hat man wie in "When It All Falls Down" die Strophe bei den PRINZEN geklaut, dooferweise von "Alles Nur Geklaut". Schade, dass man die alten Baustellen nicht fertig bekommen hat, aber das kennen wir von der Autobahn, dann hätte man GOTTHARD den Schneid abkaufen können, immerhin rockt man deutlich direkter. (Pfälzer)

 

 

Bewertung:

Pfaelzer6,5 6,5 / 10


Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 48:37 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 28.02.2020

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