Stellvris - Shatter & Bloom (EP)

Auf die Band STELLVRIS bin ich vor einigen Wochen, soweit ich das beurteilen kann, ohne besonderen Vorsatz aufmerksam geworden. Hilfreich war vermutlich die Erwähnung von Christoph Wieczorek als Produzent der vorliegenden EP, denn da kann man sich wenigstens sicher sein, dass man es mit einem astreinen Sound zu tun haben wird. Auch wenn ich EPs ja eigentlich nicht so sehr mag, ist die Hemmschwelle sich eine 5-Track EP anzuhören natürlich geringer als bei einem 13-Songs umfassenden Album.

Diese „Shatter & Bloom“ EP hat mir jedenfalls direkt zugesagt, der deftige Einstieg mit einem „wake up motherfucker“ gefolgt von einem längeren Blastspeed-Part ist mal etwas anderes und das kann dann auch gerne mal so machen. Ganz so heftig wie sich das jetzt anhört, präsentieren sich STELLVRIS dann zum Glück im weiteren Verlauf nicht, das hier ist gut gemachter Modern Metal und die Band vermeidet hier die üblichen Fettnäpfchen, in die man treten kann.
Natürlich sind die Songs eingängig, aber nicht zu poppig. Natürlich spielt die Band mit allerlei Effekten und Elektronik, es bleibt aber alles immer noch gerade im Rahmen des Erträglichen, im Gegensatz zum 2023er „Persistence“ Album, das meiner Meinung nach stilistisch noch nicht wirklich ausgeglichen klingt.
Und natürlich haben STELLVRIS mit Nicol Hofmann auch eine Sängerin in ihren Reihen, die mal kreischt und mal normal singt.

Von den vier eigenen Stücken der EP, halte ich „Silence After Violence“ für am gelungensten, was auch mit dem ansprechenden Text zusammenhängt. Eine textliche Vollkatastrophe hingegen ist das abschließende „Starship“, mir ist selten ein so doofer Text begegnet. Da merkt man schon beim ersten Hören, dass hier etwas nicht stimmt, und ein klein wenig Recherche liefert dann auch den Beweis. Das Ding ist ein Cover einer Nicki Minaj Nummer und für mich persönlich ganz klar die Hassnummer des Jahres. Man will die ganze Zeit weghören, weil man so etwas einfach nicht gut finden darf, den Refrain kriegt man dann aber wochenlang nicht mehr aus dem Ohr.

„Shatter & Bloom“ ist sicherlich keine EP für die Ewigkeit und ähnlich gelagerte Bands wie AMARANTHE oder JINJER kriegen das alles auch noch etwas opulenter und vielseitiger hin. Andererseits ist der Spaßfaktor dieser angenehm kurzen EP nicht zu unterschätzen. Vor allem im direkten Vergleich zu „Persistence“ hat die Band aus Tschechien hier einiges richtig gemacht. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20167,0 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 18:00 min
Label: Eigenproduktion/Independent
Veröffentlichungstermin: 07.11.2025