saxonintolabyrinth.jpgAls eine der absoluten Legenden der Metalgeschichte sind sicherlich SAXON zu bezeichnen. Schon seit 30 Jahren ist das NWOBHM-Urgestein schon aktiv und kein Ende abzusehen. Zwar gab es schwierigere Zeiten wie in den späten Achtzigern, als man den Zug zu kommerzielleren Gefilden verpasste. Oder auch Mitte der Neunziger, als in der Grungewelle ehemalige Mitglieder für rechtlichen Ärger sorgten und seither unter ihrem Namen mit den alten Songs unterwegs sind. Doch all das kratzte nur kurz am Image der Briten, die nach wie vor gut im Geschäft und live eine absolute Bank sind. Dass die Truppe um „Biff“ Byford heute noch Songs schreiben kann, die an ihre Klassiker anknüpfen beweisen sie in regelmäßigen Abständen. Nur so eine kurze Zeitspanne zwischen zwei Alben gab es seit 20 Jahren nicht mehr. Knapp 2 Jahre nach „The inner Sanctum“ erscheint nun direkt zu Jahresbeginn das bereits achtzehnte Studioalbum „Into the Labyrinth“.

Für die Aufnahmen begab man sich mit dem langjährigen Produzent und Tontechniker Charlie Bauernfeind erstmals ins Twilight Hall Studio in Krefeld. Die Besitzer dieser Räumlichkeiten BLIND GUARDIAN haben anscheinend ein wenig ihre Spuren hinterlassen. Zumindest der Opener „Batallions of Steel“ und „Valley of the Kings“ kommen mit bombastischen Keyboard-Arrangements daher. Doch SAXON-Fans brauchen keine Angst zu haben, treiben doch beide Nummern knackig nach vorne.
Der Rest klingt ebenfalls so typisch wie man es von den Veteranen aus Birmingham gewohnt ist, ohne die nötige Abwechslung vermissen zu lassen. Die Single „Live to rock“ kommt mit seinen puckernden Sequenzern wie eine Neuauflage von „Solid Ball of Rock“ daher, wenn auch mit leichtem AC/DC-Touch. „Demon Sweeny Todd“ ballert pfeilschnell nach vorne, die Hymnen regieren, swingendes („Slow Lane Blues“) trifft auf leicht akzentuiertes („Protect yourself“) und halballadeskes („Voice“).

Den großen Pluspunkt von „Into the Labyrinth“ gegenüber seinen beiden Vorgängern stellt jedoch der Gesamtsound dar. War „Lionheart“ zu gewollt aggressiv, um mit aktuellen Bands mit zu halten fiel „The inner Sanctum“ zu geschliffen aus. Auf dem neuen Dreher geht man eindeutig zurück zu den Glanzzeiten in den Achtzigern, ohne dabei altbacken zu klingen. Die gute Bratgitarre feiert hier ihre Rückkehr, kracht wie schon lange nicht mehr. Dazu pumpt der Bass mächtig, bringt die Songs nach vorne, so muss Heavy Metal klingen.
Ihre Spuren hat auch die verhältnismäßig kurze Produktionszeit hinterlassen, das Album klingt so frisch wie lange nicht mehr. Die Songs tönen erstaunlich locker, sogar Up-Tempo-Hämmer wie „Hellcat“ warten mit rockiger Attitüde auf. Daher macht auch das Hören richtig Spaß, auch wenn sich am Ende ein, zwei schwächere Songs eingeschlichen haben. Das durfte man aber bei den Sachsen immer mal einkalkulieren und schmälert die Leistung nicht.

Abgerundet wird die Scheibe von ein paar weiteren Ideen, die auch die neugewonnene Freude am musizieren wieder spiegeln. „Coming Home“, bislang bekannt vom „Killing Ground“-Opus wurde mit Slide-Gitarren und wenig Rhythmusunterstützung neu eingespielt. Hier wandelt man auf den Pfaden der Freunde von MOTÖRHEAD, die mit dem „Whorehouse Blues“ jüngst ähnliches zu Werke brachten.
In Hinsicht auf die Vermarktung beschreiten SAXON ebenfalls neue Wege, so wurde „Live to rock“ lediglich als Download angeboten. Zurzeit arbeitet die Band an einem vierzehnten Song, der zum Releasedatum auch als Download bei iTunes erhältlich ist. Schon beim letzten Longplayer begab man sich mit dem Remix von „If I was you“ auf neues Terrain. Das dürfen sich die alten Helden gerne erlauben um neue Hörerschaften zu erschließen, solange sie ihre angestammten Fans mit der Qualität von „Into the Labyrinth“ bedienen. (MetalPfälzer)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 50:17 min
Label: SPV
Veröffentlichungstermin: 09.01.2009

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