fejd trolldomFEJD haben etwas, das ich so noch nie gesehen habe. Im Infosheet der Promotionfirma ist die Zielgruppe angegeben, die die Band ansprechen soll. Als Frau von 35 falle ich da leider raus. Als alter Rebell ist mir das aber mal grade wuppe und ich mag die Band trotzdem. Denn FEJD sind zwar auf der Paganwelle mitgeschwommen, waren dabei aber eine der wenigen Bands, die dieses Label wirklich verdient haben. Bzw. doch eher dem Folk Metal zuzuordnen sind.

Und im Gegensatz zu den meisten Bands, die damals auf der Paganwelle geschwommen sind, setzen sie auch heute noch auf authentischen Folk statt auf Humppa-humppa-Sauflieder. Und erinnern mich immer wieder an MÅNEGARM zu deren besten Zeiten, insbesondere der Gesang von Patrik Rimmerfors erinnert sehr an Erik Grawsiö.

FEJD schaffen es auf jedem Album aufs Neue, traditionelle mittelalterliche Instrumente und Metal in perfekter Symbiose zu verbinden und damit nicht nur gut, sondern teilweise fast schon progressiv zu klingen, wie z.B. im Titelsong „Trolldom“. Die Texte sind wie immer auf Schwedisch, was die Band noch authentischer wirken lässt und sie mir noch sympathischer macht.

Das Highlight des Albums ist jedoch „Bed För Din Själ“, beim dem Patrik Rimmerfors im Duett mit Linn-Katrin Øygard von den Genrekollegen BERGTATT singt. Und dieser Song ist ohne Linn-Katrins klare Stimme einfach unvorstellbar. Gemeinsam mit Patrik stellt ihr Gesang die perfekte Harmonie dar. Einfach wunderschön.

Als erste Single hat die Band dennoch den Opener „Härjaren“ auserkoren, der besonders an MÅNEGARM erinnert, andererseits aber auch alles beinhaltet, wofür die Band steht und richtig Lust aufs Album macht. Von daher eine gute Wahl. Gegen Ende der Scheibe wird der Metalanteil dann etwas herunter- und der Folkanteil etwas hochgefahren, was aber immer noch stimmig ist.

Und so kann man für „Trolldom“ nur eine Kaufempfehlung aussprechen, sofern man auf den ursprünglichen Folk Metal steht, und nicht nur auf das, was heute unter diesem oder unter dem Label Pagan Metal so rumläuft. Folk und Metal in perfekter Balance, schöne schwedische Texte, die tolle Stimme von Patrik Rimmerfors (und die von Linn-Katrin Øygard) – Herz, was willst du mehr? (Anne)


Bewertung:

Anne8,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 42:18 min
Label: Dead End Exit Records
Veröffentlichungstermin: 27.05.2016

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