destroyer666 wildfireEs gibt Bands, deren Werke wirken in der heutigen Zeit fast schon anachronistisch. Eine dieser Gruppen sind ganz klar DESTRÖYER 666. Denn wo viele Bands heutzutage mit mehr oder weniger Erfolg den Sound der frühen 80er zu reproduzieren versuchen, schaffen es die mittlerweile in den Niederlanden beheimateten Australier scheinbar mit Links mit jeder ihrer Veröffentlichungen den Klang der Vergangenheit in die Gegenwart zu transferieren.

Der Harken bei der Sache ist jedoch, dass sich KK Warslut und seine Mannen dafür jedes Mal sehr viel Zeit lassen. So ist „Wildfire“ auch, man mag es kaum glauben, erst das fünfte Album der Truppe in ihrer zweiundzwanzigjährigen Bandgeschichte. Und auch dieses Mal mussten die Fans lange darauf warten. Seit der Veröffentlichung von „Defiance“ im Jahre 2009 sind mal eben sieben Jahre vergangen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an „Wildfire“.

Da sei die Frage erlaubt, ob KK Warslut (Gesang, Gitarre), Roland „R.C.“ Cohen (Gitarre), Felipe Plaza (Bass) und Perra Karlsson (Schlagzeug) in der Lage sind diese auch zu erfüllen.

Beim ersten Hören wird einem dann schnell klar, dass DESTRÖYER 666 in den letzten sieben Jahren extrem viel klassischen Heavy Metal gehört haben müssen. Preschen „Traitor“ und „Live And Burn“ noch in gewohnt aggressiver Manier nach vorne, so gibt es spätestens bei der vierten Nummer „Hounds At Ya Back“ die erste faustdicke Überraschung. Setzt KK Warslut hier doch erstmals statt auf fieses Gebrüll auf rockigen Klargesang. In dieser Form hätte das wohl niemand von den Musikern erwartet. Doch damit nicht genug. Auch das die Scheibe abschließende „Tamam Shud“, welches durchgängig im Midtempo gehalten ist, kann man eher als Heavy Metal denn als Thrash Metal Song bezeichnen.

Alles in allem kann man sagen, dass sich DESTRÖYER 666 auf „Wildfire“ deutlich abwechslungsreicher als in der Vergangenheit präsentieren. Ob das bei jedem ihrer Fans gut ankommen wird sei einmal dahingestellt. Trotz alledem besitzt auch dieses Werk den räudigen Charme, der die Künstler seit jeher ausmacht. Natürlich könnte der Klang der Scheibe wieder einmal deutlich besser sein, aber DESTRÖYER 666 waren auch noch nie eine Band für Freunde sauteurer Hochglanzproduktionen.

Die einzigen Schwachpunkte des Albums sind die mit etwas mehr als 39 Minuten recht kurz ausgefallene Länge und die Tatsache, dass wenn man das, in meinen Augen, verzichtbare Instrumental „Artiglio Del Diavolo“ abzieht, eigentlich nur 8 richtige Songs auf der Scheibe sind. Für sieben Jahre Wartezeit ist das dann doch eine etwas magere Ausbeute. (Matthias)


Bewertung: 

Matthias7,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 39:19 min
Label: Season Of Mist/Soulfood
Veröffentlichungstermin: 26.02.2016

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