cheap trick - oacFür mich ist es immer wieder verwunderlich, wie viele Songs einer Band man eigentlich unbewusst kennt. Ein Beispiel hierfür sind zum Beispiel CHEAP TRICK. Schon oft habe ich über die Band gelesen, und auch mit dem Namen konnte ich bisher immer etwas anfangen. Wirklich mit Songs konnte ich die Amerikaner bisher aber noch nicht verbinden. Nach den insgesamt fünf Alben, die ich nun gehört habe, muss ich hingegen feststellen, dass ich von den Amerikanern wesentlich mehr kenne als erwartet.

Diese „Original Album Classics" sind eigentlich eine sehr feine Sache. Für den kleinen Geldbeutel bekommt man ganze fünf Studioalben der jeweiligen Band geboten. Zwar in einer leicht abgespeckten Version, was die Verpackung betrifft, doch eigentlich zählt ja auch nur die Musik; und auch den kleinen Pappschubern im Design der ursprünglichen LP des Albums kann man etwas abgewinnen. Somit ist die Freude groß darüber, in der CHEAP TRICK-Ausgabe die Alben „In Color", „Heaven Tonight", „All Shook Up", „Next Position Please (The Authorized Version)" und „Lap Of Luxury" zu finden. Allein der Anzahl der Alben nach lohnt sich dieses Paket schon, doch auch musikalisch wird einiges geboten.

„In Color", der zweite Longplayer der Band, stammt noch aus der Frühzeit und bietet bereits den ersten Hit „I Want You To Want Me", den wohl fast jeder aus der Disko oder von diversen Neuinterpretationen kennt. Auf diesem Album klingen CHEAP TRICK noch recht roh und ungeschliffen, genau das macht den Longplayer auch zu meinem Favoriten in der Box. Bereits der Opener „Hello There" gibt die Marschrichtung vor. Die Band zeigt aber auch wie abwechslungsreich sie ist, wodurch das Album an keiner Stelle langweilig wird. Wobei „I Want You To Want Me" mitunter natürlich der poppigste Song der Platte ist. Hier wollten CHEAP TRICK wohl schon ein wenig die Finger nach dem kommerziellen Erfolg ausstrecken, allerdings kommt dieses Gefühl bei Weitem nicht so stark auf wie bei den späteren Alben. Des Weiteren wurde diese Version des Albums noch um 4 Bonustracks erweitert. Diese kommen in Form von bisher unveröffentlichten Demoaufnahmen daher, was für Fans sicher besonders interessant ist.

Auch der Nachfolger „Heaven Tonight" ist enthalten. Hier geht der Opener „Surrender" im direkten Vergleich zum Vorgängeralbum bereits in eine wesentliche poppigere Richtung. Dennoch weiß der Song und das Album zu gefallen. Mit „Surrender" landeten CHEAP TRICK zudem ihren ersten Charterfolg in Amerika, und auch in Japan sah es für die Band nach diesem Album sehr gut aus. „Heaven Tonight" klingt zwar nicht mehr so rau und ungeschliffen wie „In Color", dennoch rocken CHEAP TRICK ordentlich, zudem kommt die Stimme von Rob Zander richtig zum Ausdruck. Ob schnellere Bluesrocker wie „California Man" oder ruhigere Boogie-Rock-Nummern wie „High Roller", CHEAP TRICK fahren eine breite Palette auf. Sogar ein deutscher Titel „Auf Wiedersehen" ist enthalten, allerdings wird dieser auf Englisch gesungen, somit ist es wohl eher als Gag zu verstehen. Das Riff des Titelsongs klingt für mich hingegen ganz klar nach LED ZEPPLINs Klassiker „Kashmir", doch CHEAP TRICK stellen da ja keine Ausnahme dar. Auch auf diesem Album werden 2 Bonussongs spendiert, dieses Mal sind zwei Song-Outtakes enthalten.

Das laut diversen Quellen erfolgreichste Studioalbum der Amerikaner „Dream Police" ist leider nicht enthalten, mit „All Shook Up" aber der Nachfolger dazu. Kam die Band auf „Dream Police" noch sehr poppig daher und ließ ihrer Zuneigung zu den BEATLES freien Lauf, war der Nachfolger „All Shook Up" sehr viel experimenteller - was nicht überall gut ankam. Gleichzeitig stellt es aber auch einen sehr mutigen Schritt dar, den nicht unbedingt jede Band wagt. Letzten Endes ist das Album meiner Meinung nach sehr gut geworden. Zu großen Teilen erinnern mich Sound und Songs an QUEEN zu ihren größten Zeiten. Als Bonustracks befinden sich auf dieser CD ein paar Livetracks. Diese haben eine gute Soundqualität und lassen einen kurzen Einblick in die Livequalitäten der Band zu.

Von „Next Position Please" wurde der Box die „Authorized Version" hinzugefügt. Diese kommt noch mit zusätzlichem Songmaterial daher. Das Ganze lässt sich darauf zurückführen, dass die Band 2006 diese aktualisierte Version des Albums veröffentlicht hat. Die Songs wurden auf Wunsch der Band neu gemixt und auch die Anordnung wurde ein wenig geändert. Als Bonustracks finden sich neben „You Say Jum" und „Dancing The Night Away" noch der damals unveröffentlichte Track „Don't Hit Me With Love". Musikalisch bewegten sich CHEAP TRICK bei „Next Position Please" weiter Richtung Pop, aber dennoch rockig. Was bei einigen Songs gar ziemlich gut funktioniert, auch wenn es nichts mehr mit Alben wie „In Color" oder „Heaven Tonight" zu tun hat. Blickt man hingegen zurück, kann man deutlich erkennen, wie stark sich die Band bis zu diesem Album entwickelt hat.

Das fünfte und letzte Album in der Box ist „Lap Of Luxury". Hierauf haben CHEAP TRICK meiner Meinung nach die meisten Parallelen zu QUEEN, starke Songs mit starken Refrains. Zum Teil etwas zu poppig durch den Einsatz von Keyboards und Synthesizer. Dennoch haben CHEAP TRICK ihre rockige Seite nicht verloren und zaubern einige Ohrwürmer hervor. Der Opener „Let It Go" sollte dabei besondere Erwähnung finden. Mit „The Flame" ist zudem eine typische 80er Powerballade enthalten. Zwar nicht auf Niveau von BON JOVI oder CINDERELLA, aber dennoch sehr gut.

Die „Original Album Classics" bieten immer ein sehr gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Bei der CHEAP TRICK-Ausgabe erhält der Käufer außerdem ein sehr wertiges Paket mit hochkarätiger Musik, welches zudem einen guten Querschnitt über das Schaffen der Band gibt, die bei uns in Deutschland leider nie wirklich den Durchbruch geschafft hat. Also, zuschlagen! (Pascal)


Bewertung: - / -

Anzahl der Songs: 69
Spielzeit: 254:19 min
Label: Epc (Sony Music)
Veröffentlichungsdatum: 28.03.2014

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Pfaelzers Avatar
Pfaelzer antwortete auf das Thema: #12577 4 Jahre 1 Monat her
Der da redet wirres Zeug! ;-) "The Flame" nicht auf dem Niveau von BON JOVI, oh my God, welche Ballade von BON JOVI soll denn noch besser sein als "The Flame"? "Silent Night" vielleicht? Ich bin verwirrt! :-)

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