Hollywood Undead - New Empire, Vol.1

HollywoodUndead NewEmpire 200Drei Jahre ist es her, dass HOLLYWOOD UNDEAD „Five“ veröffentlich haben. 2018 erschien die EP „Psamls“ mit der sie nahtlos an die letzten Alben anknüpften und mich mal wieder begeistert haben. Die neue, versprochene Ära tritt mit dem neuen Album „New Empire, Vol.1“ nicht ein und spricht mich auch überhaupt nicht an, im Gegensatz zu ihren vergangenen Werken. Im Kopf setzt sich kaum ein Song fest, auch nach mehrmaligen Hören nicht – ein Ohrwurm bleibt mir, leider, erspart.

 2019 erschien die Leadsingle „Already Dead“ bei der ich noch Luftsprünge machte und den Song rauf und runter hörte. Es ist einer Ihrer Hip Hop Songs, der Nu Metal Härte verspricht. Und durch einen Verzerrer erklingen die Stimmen von Danny und Jorel und der Sound des Schlagzeugs noch gewaltiger, als normalerweise.

„Time Bomb“, ist ein guter Einstieg, der dem Album wirklich gutes verspricht: „You'll become a memory in someone else's legacy, yeah Fuck the trendsetters, social pressure's the enemy Someone else's life is becoming your identity”. Ein Thema, welches derzeit und in den folgenden Jahren immer größer wird, denn Menschen versuchen sich in Social Media einen Charakter anzueignen oder nachzuahmen, für den sie eigentlich nicht geboren wurden. Trendsetter kann heute jeder sein, wenn er nur weiß wie und wann. Hauptsache die Gesellschaft folgt kollektiv einer Sache und Individualität wird überbewertet. Abgesehen vom Text überzeugt der Song auch musikalisch, da sie in diesem Album mehr auf Instrumente wie der E-Gitarre und Schlagzeug setzen. Im Chorus erklingen Danny und Jorel mit Clean Gesang, die die Stimmung sichtlich erhellen und auf einen Ausweg, bezogen auf den Text, hoffen lassen. In der Bridge erklingen Rap-Passagen Johnny 3 Tears, Jorel und Funny Man, die dem Ganzen eine düstere Stimmung verleihen. Insbesondere wird dieser Stimmungswechsel durch einen Breakdown nach der Bridge verstärkt, die dem Song eine Art Stimmungskurve aus Ups and Downs verleiht.

 Soweit so gut, die ersten drei Tracks haben meine Vorfreude nicht zerstört. Und dann läuft „Empire“. Ich war in den ersten Sekunden noch so ahnungslos, unschuldig und voller Hoffnung. Die Stimme von Jorel bringt meine Ohren zum Bluten, dass ich schon Angst hatte, nie wieder einen Song von HOLLYWOOD UNDEAD zu hören. Danny singt den Chorus weiter und ich kann mich nur noch fragen, was für ein blöder-, Elektro-, Verzerrer- Mist solch ein Ergebnis zustande bringt. Bei den Worten „My Empire“ im Chorus geht dann wohl nicht nur mir, sondern auch dem Sänger die Puste aus, der klingt, als würde er schon seit unendlich langer Zeit seufzen müssen und es endlich kann. Ich bin total begeistert von diesem Track – nicht.

Ein raplastiger Titel wird mit “Killin it” gegeben, den wohl Rock- und Metalfreunde eher weniger ansprechen wird, aber dafür ist die Band breit gefächert, sodass auf einem Album auch für jeden etwas dabei ist. Für mich lässt sich keine großartige musikalische Abwechslung daraus hören, die etwas Besonderes verleihen könnte. Wer aber mal mehr von Johnny 3 Tears und Funny Man hören möchte, der ist bei diesem Song definitiv richtig. ;)

„Upside Down“ wird mit guten Riffs eingeleitet und aufgebaut, sinkt dann aber doch recht schnell wieder ab und erklingt ruhiger als erwartet. Definitiv kein Song, der die Band außergewöhnlich erscheinen lässt. Dieses Mal ein Feature, welcher nicht zur Band gehört: Kelly Quinn von SLEEPING WITH SIRENS. Ihm gehört die „Aufmerksamkeit“ einer kurzen Passage, die auch zu überhören wäre, passt aber zum „popartigen“ Musikstil des Songs. Wenn man schon ein Feature haben möchte, dann aber bitte nicht nur in einer Bridge.

Das bringt auch direkt die Überleitung zu „Second Chances“, denn dieses enthält ein Feature mit dem Sänger Benji Madden von GOOD CHARLOTTE, dessen unverkennbare Stimme sofort erkannt wird und  sogar zwei Mal im Pre-Chorus vorhanden ist. Der Song ist musikalisch einer ihrer härteren, da sie hier mehr auf Riffs und einem einprägsamen Schlagzeug achten. Textlich gesehen, hätte man sicherlich mehr herausholen können, aber ich denke wir alle wissen, was sie meinen und uns versuchen zu übermitteln.

Wie zu Beginn gesagt, mit diesem Album erfinden sich HOLLYWOOD UNDEAD nicht neu und veröffentlich auch nichts, was man bereits noch nicht von ihnen gekannt hat. Sie setzen auf altbekannten, raplastigen Nu Metal mit Hip Hop Einströmungen und schmücken das Album in manchen Songs mit einigen härtere Riffs oder einem prägnanten Schlagzeug, die aber keine unerwartete Veränderung mitbringt. Für die Fans erscheinen neun Tracks, die verschiedene Genres bieten, sodass für den einen oder anderen auf jeden Fall etwas dabei ist. Jedoch ist bereits nach all den Jahren eine Identität vorhanden, mit der sie aus der großen Menge an Bands herausstechen, sodass eine neue Ära überhaupt nicht nötig ist, wenn es nicht unbedingt der Wunsch der Band ist. Die Band wird nach all den Jahren nicht langweilig und normalerweise haben sie auf ihren Alben immer etwas Markantes, weshalb es einprägsam wird. Dieses Album dagegen gibt mir kaum etwas, dass es besonders erscheinen lässt. Eher bin ich noch dagegen abgeneigt, dass solche „poppigen“ Lieder wie „Empire“ oder „Upside Down“ vorhanden sind,  dafür sollten mehr Lieder mit solche Riffs wie auf diesem Album existieren. Hollywood Undead, es war der Versuch einer neuen Ära, aber bitte bleibt wie ihr seid.(Sarah-Jane)


 

 

Bewertung:

sarahjane6,5 6,5 / 10


Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 32:09 min
Label: BMG
Veröffentlichungstermin: 14.02.2020

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