Revolution Saints - Rise

revolutionsaints riseEin paar Projekte, die von Frontiers zusammen gebastelt werden sind von den Namen her nicht so groß, wie man es dort gerne sehen würde. Zu den definitiv prominentesten besetzten Formationen des italienischen Labels zählt zweifelsohne das US-amerikanische Trio. Dem war, wie vielen ihrer Art, keine lange Lebensdauer beschieden, als sie esvor gut fünf Jahren ihr selbstbetiteltes Debüt an den Start brachten. Doch die zeit strafte die Kritiker Lügen, denn NIGHT RANGER-Mann Jack Blades, JOURNEY-Drummer Deen Castronovo und Gitarrenhexer Doug Aldrich (u.a. DIO, WHITESNAKE) fanden zwischen anderen Aufgaben immer wieder Zeit für die REVOLUTION SAINTS. Nun steht mit "Rise" bereits der dritte Longplayer in den Regalen, kann der an die beiden starken Werke anknüpfen?

Die musikalischen Direktiven wurden ja mit dem ersten Album schon klar umrissen, das Trio weicht keinen Deut von dem ab, was sie schon bei ihren früheren Combos geleistet haben. Und auch hier gibt es Hard Rock mit fassweise Melodien aus dem AOR-Baukasten der großen Vorbilder. Dieses Mal kommt mir der JOURNEY-Einschlag noch etwas präsenter vor als bisher, was schon der Opener, das vorab veröffentlichte "When The Heartache Has Gone" bestätigt. Die Art wie die Keyboardfanfaren über die flotten Akkorde gelegt sind, hat man auf "Raised On Radio" bis zum Anschlag exerziert. Zum Glück auch die eingängigen hymnischen Refrains, wie er hier vorzufinden ist.

In der Machart findet man noch "Million Miles", welches ebenso flüssig nach vorne geht, von der Instrumentierung allerdings etwas anders aufgebaut ist. Da geben Piano und Drums den Takt vor, was aber an der Grundausrichtung wenig ändert. Überhaupt ist die Axt von Aldrich auf "Rise" ein wenig unterrepräsentiert, lediglich im rockigen Titelsong kann er es richtig krachen lassen. Bei "Win Or Lose" hat er auch noch ein paar Einsätze, vor allem im Leadbereich, wo er im Laufe des gesamten Albums glänzen kann. Dazu bilden die schweren Riffs einen tollen Kontrast zu den sehr süffigen Melodielinien im Chorus, etwas was auf der Scheibe etwas fehlt. Mit "Higher" gibt es noch einen weiteren Track, der von den Gegensaätzen lebt, die sich harmonisch ineinanderfügen.

Doch allzu oft steht die Harmonie zu deutlich im Vordergrund, was den einen oder anderen Zahn zu viel zieht. Bereits der zweite Song "Price We Pay" kommt etwas zu lässig um die Ecke, auch wenn sich hier Blades und Castronovo toll mit dem Gesang abwechseln. Doch die Gitarrenarbeit des guten Doug ist zu simpel und der Refrain arg poppig. Ähnlich atmosphärisch geht es in "Talk To Me" zu, doch die Vocals einer Dame namens Lunakaire erinnern an Arbeiten der späten BON JOVI mit weiblicher Unterstützung wie etwa "Who Says You Can´t Go Home". Die Pianoballade "Closer" zieht sich ebenfalls etwas zu sehr und suhlt sich zu viel im Kitsch.

Klar kann ein Piano auch ganz anders eingesetzt werden, "Coming Home" hat den wunderbaren Achtziger-Drive, den eben JOURNEY genauso hingezaubert haben. Doch es mutet seltsam an, wenn ausgerechnet der Gast-Keyboarder so viele Akzente auf einem Werk setzt und sich die Stammformation eher zurück hält. Die Tasten wurden übrigens vom omnipräsenten Alessandro Del Vecchio eingespielt, der auch die Produktion übernommen hat. Dass man damit natürlich auch gut Spannung aufbauen kann beweist "It´s Not The End (It´s Just The Beginning)" mit seinen coolen Arrangements zu Beginn, welche sich dann langsam zur Hymne steigern.

So sehr sich auch mit anderen musikalischen Mitteln immer noch viel Hörspaß fabrizieren lässt, es täuscht nicht darüber hinweg, dass es auf "Rise" an wirklich überraschenden Ideen mangelt. Auf den Vorgängerscheiben wurden die sechs Saiten öfter mal heftiger angeschlagen wie in "To Mend A Broken Heart", oder mit "In The Name Of The Father" mit reduzierter Instrumentierung viel Emotionen erzeugt. Hier ist das alles zu sehr im Mid-Tempo angesiedelt, die meist kurzen Soloeinsätze rechtfertigen nicht die Spieldauer vieler Song, da wird der Chrous ein paar Mal zu oft wiederholt. Die Drei haben immer noch ein Händchen für schmissiges Songwriting, aber sie können es besser, als nur die Nummer Sicher-Schiene hier. (Pfälzer)
 

Bewertung:

Pfaelzer7,0 7 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 47:13 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 24.01.2020

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