Pünktlich zum 25-jährigen Bestehen der Band und nur ein Jahr nach der letzten Tour kehrt das Aushängeschild deutschen Heavy Metals wieder zurück auf die Bühnen - und wenn GRAVE DIGGER auf Tour kommen, dann ist immer ein starkes Package an Bord - und auch dieses Jahr sind mit den süddeutschen Powermetallern STORMHAMMER und den Schweden von ASTRAL DOORS viel versprechende Bands mit dabei.
Wenn Boltendahl & Co. nach Bochum kommen - dann bislang immer in die Zeche - dieses Jahr zum ersten Mal in der deutlich kleineren Matrix, die aber dafür aus allen Nähten zu platzen scheint.
Ein Positives hat die neue Location allerdings schon - denn hier hält man sich an die angekündigten Zeiten für den Beginn - und so eröffneten STORMHAMMER um Punkt 20 Uhr den Abend.

Mit fünf Leuten herrscht durch das im Hintergrund stehende GRAVE DIGGER-Equipment fast qualvolle Enge auf der Bühne, so dass Sänger Tommy beim Stage-Acting gut aufpassen muss, nicht über seine beiden Gitarristen Manny und Alex zu stolpern.
Der Sound ist zwar leider fast durchweg recht dumpf, aber die Jungs legen eine Spielfreude an den Tag und lassen auch durch den etwas breiigen Klang erkennen, dass hinter den Songs eine Menge Melodie und Power steckt. Mittlerweile drei Alben haben die Fünf in der Hinterhand - und auch wenn der Schwerpunkt in der halben Stunde Spielzeit eindeutig auf dem aktuellen Machwerk "Lord Of Darkness" liegt, geben sie auch einen kleinen Überblick zum besten - angefangen mit schnellen Granaten "Gates To Mystery" und "Medusa's Head" vom aktuellen Album über "Sinner's Soul" vom Vorgänger landet man schließlich wieder beim Titeltrack "Lord Of Darkness", bei dem der deutlich grippegeschwächte Tommy neben dem Gesang auch noch zu kräftigem Growling greifen muss. Kurz nach halb Neun ist mit dem Bandsong "Stormhammer" (erinnert irgendwie ein wenig an MANOWAR... und von der Klamottur der Jungs kommt das auch weitgehend hin...) dann aber auch schon Schluss und STORMHAMMER werden mit artigem, aber nicht überschwänglichen Applaus verabschiedet.
Vielleicht liegt's an den etwas zu häufigen "Hail Lucifer"-Rufen von Tommy, die beim GRAVE DIGGER-Publikum doch nicht ganz auf die richtige Zielgruppe treffen.

Gerade einmal eine Viertelstunde später sind bereits ASTRAL DOORS an der Reihe.
Die Schweden haben 2003 mit "Of The Son And The Father" debütiert und durch den Sound, der wie neu aufgelegte RAINBOW gemischt mit BLACK SABBATH klingt, eine Menge Aufmerksamkeit erregt - und auch der aktuelle Nachfolger "Evil Is Forever" ist ähnlich hochkarätig - da war nur noch die Frage, ob Sänger Patrik Johansson & Co. live die hohen Erwartungen würden erfüllen können.
Siehe da - ASTRAL DOORS laufen sogar zu sechst auf - aber da sich Keyboarder Jocke Roberg nur hinter dem auch bei STORMHAMMER bereits aufgebauten Instrument hinstellen muss, ist die Platzsituation nicht noch schlimmer geworden.
Der Sound ist deutlich besser als bei der ersten Vorband, aber an der Spielfreude scheint es den Jungs etwas zu mangeln - zu konzentriert auf ihre Instrumente wirken sie alle - und auch Sänger Patrik muss sich größtenteils darauf konzentrieren, dass seine Stimme (wie auf den Alben) auch tatsächlich wie eine Mischung aus Tony Martin & Ronnie James Dio klingt - an einigen Stellen gelingt ihm das nämlich nicht und so klingt beispielsweise die Vorzeige-DIO-Analogie "Of The Son And The Father" plötzlich nach einer klaren Stimme von Johansson und nicht nach Dio...
Dennoch können ASTRAL DOORS durchgängig überzeugen - geboten wird ein repräsentativer Querschnitt aus den beiden bisherigen Alben - und spätestens in dem Moment, wo Patrik sein Band-T-Shirt ins Publikum wirft, hat er auch die Anwesenden auf seiner Seite. Der gute Mann verschätzt sich zwar ein wenig in der Zeit, denn als das als letzter Titel angekündigte "Cloudbreaker" vorbei ist, stellen ASTRAL DOORS fest, dass ja noch fünf Minuten übrig sind - und so wird bis Punkt 21:30 Uhr noch weiter gerockt - und trotz der etwas geringeren Publikumsinteraktion werden die Nordlichter gebührend verabschiedet.

Setlist Astral Doors:

Bride Of Christ
Time To Rock
Of The Son And The Father
Hungry People
Evil Is Forever
Slay The Dragon
Cloudbreaker
Man On The Rock

Der nun folgende Umbau war im Wesentlichen eher ein Abbau - denn sämtliches Equipment in Form von Drumkit, Keyboard, Mikrofonständern, etc. der beiden Vorbands wurde entfernt - und das von GRAVE DIGGER praktisch nur noch enthüllt - ein kurzer Soundcheck - und schon war es 22 Uhr und das Licht ging erneut aus.
Den geringen Dimensionen der Matrix Tribut zollend musste auf ein Backdrop verzichtet werden - als kleine Entschädigung dafür waren dann aber Stefan Arnold's zwei Base-Drums mit dem aktuellen Cover-Artwork verziert.
Der Start der GRAVE DIGGER-Show war zwar imposant, aber gleich wie in den letzten Jahren - das Licht geht aus, Unmengen Nebel werden eingepustet, ein paar Spots streuen zu schwebenden Synthieklängen ihr Licht, dann betritt Keyboarder H. P. Katzenburg als Reaper-Maskottchen verkleidet die Bühne - und los geht's mit dem Intro des aktuellen Studiowerks.
Halt - eine Sache ist doch anders - denn beim Übergang zu "The Last Supper" wird ausgiebig von Pyros Gebrauch gemacht.
Von Anfang an hat Boltendahl das Publikum fest im Griff - zugegeben - das macht es ihm auch nicht wirklich schwer - denn die "Grave Digger, Grave Digger"-Rufe sowie das schon fast lemminghafte Stürzen der Massen in die Richtung, in die sich der Reaper gerade auf der Bühne bewegt, sprechen für die Anziehungskraft der Band / des Frontmannes.
Von der ersten Sekunde an werden GRAVE DIGGER abgefeiert, wie es sonst selten zu beobachten ist - fast permanent bildet sich in den ersten zehn/fünfzehn Reihen ein Moshpit und sowieso sind alle Arme mitwippend oder mit Metalgesten in die Luft gestreckt.
Ohne Pause fahren GRAVE DIGGER dann auch einen Kracher nach dem anderen auf - "Excalibur" oder "Headbanging Man" lassen den Schweiß strömen und die Temperaturen in der eben nicht üppig dimensionierten Halle in die Saunadimensionen schießen.
Aber wenn Boltendahl zwischendurch fragt "Seid Ihr gut drauf" oder "Wollt Ihr noch mehr", ist sich die Masse lautstark einig.
Die einzige kleine Erholungspause kommt gut zur Mitte des Sets mit "The Curse Of Jacques" - einem etwas ruhigeren Titel, den die Band länger nicht live zum Besten gegeben hat.
Danach ist aber auch wieder kein Erbarmen angesagt "Black Widows" (vom aktuellen Output), "Knights Of The Cross" oder auch "Lionheart" brettern abermals gnadenlos durch.
Man denkt, es seien Stunden vergangen, aber in Wahrheit ist es "erst" 23:15 Uhr (also schon nach 75 Minuten Spielzeit), als Boltendahl bereits mit "Twilight Of The Gods" den letzten Titel des Abends ankündigt.
Aber GRAVE DIGGER wären nicht GRAVE DIGGER, wenn sie sich damit bereits zurückziehen würden - im Gegenteil: schon nach wenigen Sekunden tauchen die Fünf wieder auf, legen mit "The Grave Digger" und "Rebellion" noch mal ein ordentliches Schüppchen nach, nur um sich erneut, ja fast "alibihaft" für ein paar Sekunden zu verziehen, um dann die zweite Zugabe einläuten zu können.
Mit "Yesterday" vom Erstling fällt der Einstieg hier noch mal etwas ruhiger aus, bevor dann mit "Rheingold" und dem obligatorischen Rausschmeißer "Heavy Metal Breakdown" der Abend kurz vor Mitternacht unter frenetischem Jubel ein Ende findet.

Setlist Grave Digger:

The Passion
The Last Supper
Desert Rose
The Grave Dancer
Excalibur
The House
Headbanging Man
Morgane Le Fay
Valhalla
The Curse Of Jacques
Black Widows
Knights Of The Cross
Grave In The No Man's Land
Lionheart
The Dark Of The Sun
Twilight Of The Gods
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The Grave Digger
Rebellion
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Yesterday
Rheingold
Heavy Metal Breakdown

(Naglagor)

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