Als wir eine Viertelstunde vor Konzertbeginn an der Zeche eintrudelten, stießen wir auf eine riesige Schlange bereits wartender Fans. Das ließ darauf schließen, dass es heute ziemlich voll in der Halle werden würde - denn als wir Punkt 19 Uhr die Halle betreten konnten war die Schlange hinter uns fast immer noch genauso lang... Eigentlich war es aber gar nicht verwunderlich, dass so viele Fans angezogen wurden - schließlich hatten alle drei Bands auf den Festivals im vergangenen Sommer ordentlich überzeugen können. Daher war ich gespannt, ob alle das hohe Niveau der letzten Gigs halten konnten...

Kaum waren wir in der Halle angekommen, fingen die fünf Spanier von Tierra Santa auch bereits an, ihren maiden-ähnlichen Sound zu präsentieren. Auch wenn sie sich technisch versiert und spielfreudig zeigten und zudem gutes Songmaterial im Gepäck hatten - so recht wollte der Funke nicht überspringen. Vielleicht liegts ja doch ein wenig an den hierzulande doch eher ungewohnten durchgängig spanischen Songtexten. Tierra Santa lieferten aber auf alle Fälle einen gelungenen Auftritt und boten auch aufgrund der Tatsache, dass sie heute im Vergleich die "sanfteste" Musik spielten, einen angemessenen Einstieg. Nach einer halben Stunde Spielzeit wars dann auch schon wieder vorbei und die Umbauarbeiten für Brainstorm gingen Zechen-unüblich erstaunlich rasant vonstatten, so dass bereits um 19:45 Uhr die Lichter wieder ausgingen und das Intro für den Brainstorm-Auftritt eingespielt wurde...


Von Anfang an gaben Brainstorm ordentlich Gas und legten einige Härtegrade im Vergleich zu Tierra Santa zu, was von einer Vielzahl Fans direkt in einen wahren Headbanger-Sturm umgesetzt wurde. Ausnahmesänger Andy B. Franck war stimmlich in Bestform und schrie - pardon: sang - sich die Kehle aus dem Leib. Während die anderen vier Bandmitglieder mehr herumstanden und sich kaum bewegten (ok, beim Drummer wollen wir das mal durchgehen lassen :-) ) war Andy ziemlich agil und hätte durch sein Stageacting auch fast eine Monitorbox in den Fotograben befördert. Brainstorm präsentierten sich musikalisch absolut ausgereift und zeigten, dass sie eigentlich schon als Headliner durchgehen könnten. Insbesondere Granaten wie "Shadowland" oder "Hollow Hideaway" vom aktuellen Album schlugen hammerhart ein. Auch die Tatsache, dass Brainstorm dermaßen bejubelt wurden, dass sie sich für eine Zugabe nochmals auf die Bühne begaben spricht für sich.
Der einzige Kritikpunkt ist, dass sich die Songauswahl lediglich auf die beiden letzten Alben beschränkte. Schon das erste Album von 97 "Hungry" weist durchaus Titel auf, die sich nicht zu verstecken brauchen, aber dass auf die noch in Balingen gespielten Titel "Holy War" oder "Heart Of Hate" vom zweiten Album verzichtet wurde, fand ich doch recht schade. Nichtsdestotrotz ein spitzenmäßiger Auftritt, bei dem einige Headliner Probleme hätten, danach noch auf die Bühne zu gehen.

Setlist Brainstorm:

Intro
Blind Suffering (Metus Mortis)
Crush Depth (Ambiguity)
Shadowland (Metus Mortis)
Intro 2
Maharaja Palace (Ambiguity)
Checkmate In Red (Metus Mortis)
Tear Down The Wall (Ambiguity)
Hollow Hideaway (Metus Mortis)
Under Lights (Metus Mortis)
-----------------------
Meet Me In The Dark (Metus Mortis)

Ob sich auch Grave Digger erst Mut zusprechen mussten, bevor sie sich nach Brainstorm zum Auftritt entschlossen weiß ich nicht - jedenfalls dauerte es gut 40 Minuten, bevor es um 21:10 Uhr erneut dunkel wurde.
Das Intro war ein wenig ungewöhnlich, stellte es doch einen Mix aus den Anfängen der "Tunes Of War", "Knights Of The Cross" und der aktuellen Scheibe "The Grave Digger" dar. Die Stimmung war blendend, was auch Sänger Chris Boltendahl mehrere Male zum Anlass nahm, zu erwähnen, wie sehr es ihm gerade in Bochum immer gefalle. Spätestens beim brachialen "King Pest" kochte die Stimmung über und ein Crowdsurfer jagte den nächsten, was aber glücklichweise immer glimpflich abging. Der "neue" Gitarrist Manni Schmidt (ehemals Rage) fügte sich perfekt in das Live-Geschehen ein und so präsentierten sich Grave Digger von ihrer allerbesten Seite. Die Kommunikation mit dem Publikum klappte ebenfalls glänzend - als Chris "Circle Of Witches" ansagen wollte und mit "Jetzt kommt ein Stück vom ´Heart Of Darkness´-Album" begann, forderte jemand lautstark "Shadowmaker" - was Chris grinsend mit "Och, das haben wir doch schon in Wacken total versaut" kommentierte. Um das Tempo zwischenzeitlich ein wenig herauszunehmen, gabs dann auch noch die ein oder andere Ballade wie z. B. "The Silence", bei der Chris zeigte, dass er sogar richtig singen kann...
Was bleibt zu sagen? Grave Digger konnten die letzten Konzerte über ihr ohnehin bereits hohes Live-Niveau immer noch ein wenig steigern und gehören meines Erachtens mittlerweile zu den ganz großen Live-Nummern bei denen fast alles stimmt. Aber auch hier gibts einen klitzekleinen Kritikpunkt - auch Grave Digger konzentrierten sich in der Songauswahl ausschließlich auf ihre Veröffentlichungen aus den letzten 10 Jahren... lediglich der tradtitionelle "Rausschmeißer" "Heavy Metal Breakdown" stammt noch aus den Achtzigern.
Als die Band um 22:45 Uhr nach drei Zugaben endgültig die Bühne verließ, ging eines der besten Konzerte der letzten Zeit zuende.

Setlist Grave Digger:

Intro-Mix
Son Of Evil (The GraveDigger)
Raven (The GraveDigger)
Lionheart (Tunes Of War)
The House (The GraveDigger)
Circle Of Witches (Heart Of Darkness)
King Pest (The GraveDigger)
Medley: The Reaper / Killing Time / Symphony Of Death / The Reaper
Scotland United (Tunes Of War)
The Silence (The GraveDigger)
In The Dark Of The Sun (Tunes Of War)
Morgane Le Fay (Excalibur)
Knights Of The Cross (Knights Of The Cross)
Excalibur (Excalibur)
Rebellion (Tunes Of War)
-----------------------
The Grave Digger (The GraveDigger)
The Roundtable (Excalibur)
HeavyMetal Breakdown (HeavyMetal Breakdown)

(Naglagor)


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