Vulture_indutries_TheMalfeitorsBloodyRegisterBergen gilt nun schon seit gut zwei Dekaden als Hochburg für norwegischen Metal. Ein Großteil der Black Metal Geschichte fand dort statt und bis heute glänzt die Stadt mit zahlreichen hochkarätigen Bands. Diese halten sich für gewöhnlich strikt an altbewährte Rezepte, weshalb es dort nur wenige Kombos jenseits des rohen, typisch norwegischen Black Metal Horizonts gibt.
Ganz anders jedoch die Band VULTURE INDUSTRIES, die schon seit über zehn Jahren für frischen Wind in der Musiklandschaft Bergens sorgt. Statt konventionellem Black Metal bieten sie eine ordentlich experimentelle Mischung aus Progressive und Black Metal mit avantgardistischen Industrial-Elementen. Mit diesem Rezept erzeugen VULTURE INDUSTRIES nicht nur interessante, sondern auch niederschmetternde Klangwände, die sich förmlich durch die Gehörgänge der Hörer wälzen.
Ihr aktuelles Album, „The Malefactor’s Bloody Register” zeigt wieder einmal eindrucksvoll, zu was die Norweger fähig sind. Fesselnd und treibend wie eh und jeh ziehen sie auch mit diesem Album jeden Fan in ihren Bann.

Schon das Cover ist besser geworden als das des Vorgängeralbums „The Dystropia Journals“. Beängstigend und geheimnisvoll gibt sich das Artwork, ebenso wie die Musik. Auffällig von Anfang an ist die hohe Komplexität des Gespielten. Diffuse Gitarrenläufe, die gleichzeitig einem roten Faden folgen, diesen aber immer weiter verästeln, dominieren die Musik von VULTURE INDUSTRIES. Mit gekonnten Disharmonien und präzise platzierten, komplizierten Rhythmen erzeugen die Jungs eine Spannung, die sie immer wieder durch monotone Riffs, diverse Keyboardeinschübe und entspannteres Drumming aufheben. Dadurch entsteht eine Dynamik in den Songstrukturen, die alles andere als gewöhnlich ist.
Den Hörer erwartet also eine eine Vielschichtigkeit sowohl melodischer als auch rhythmischer Art, die ihresgleichen sucht.
Doch das Highlight von VULTURE INDUSTRIES ist der abwechslungsreiche Gesang. Überwiegend klar und fest singt der Sänger in alter MISFISTS Manier mit einer ordentlichem Priese melancholischen Rock’n’Rolls in der Stimme. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wird diese Stimme finster verzerrt, was der Musik zusätzlichen Pfeffer verpasst.
Leider verlaufen sich die komplexen, diffusen und avantgardistischen Melodien ab und an hoffnungslos in den Songs. Dadurch wird es sehr schwer, dem Gesamtkonzept folgen zu können. Die knappe dreiviertel Stunde Spielzeit wird manchem ungeübtem Hörer wohl übel aufschlagen. Wer jedoch auf ungewöhnliche, avantgardistische Musik steht, und nebenbei noch Fan der MISFITS ist, der wird die Musik in großen Zügen verschlingen und sich „The Malefactor’s Bloody Register” immer und immer wieder anhören wollen.

Für ein Album, das zwar Geschmackssache ist, jedoch die Ketten der Gewöhnlichkeit sprengt und an Vielseitigkeit, Innovation und Experimentierfreude kaum zu toppen ist gibt es sieben Punkte. (Jannick)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 44:19
Label: Dark Essence Records
Veröffentlichungstermin: 08.10.2010

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