Night Ranger - Hole In The Sun NIGHT RANGER sind zurück. Nach schlappen sieben Jahren Pause haben es die Herren, deren größte Erfolge in den 80ern zu verzeichnen waren, endlich wieder geschafft, ein Album einzuzimmern. Ein wenig darf die lange Wartezeit entschuldigt werden, da die Bandmitglieder mit anderen Projekten mächtig im Stress waren. Shouter Jack Blades mit Soloalben oder zuletzt mit „Influence“, Drummer Kelly Keagy erst im Januar diesen Jahres ebenfalls mit einem Soloalbum – Gitarrist Jeff Watson war mit Joe Lynn Turner in MOTHER`S ARMY aktiv… allesamt also durchaus bekannte Namen.

„Hole In The Sun“ soll nun also in typischer NIGHT RANGER-Manier an die seinerzeit erschaffene Stilrichtung „Melodic Metal“ anknüpfen und ein Dutzend knackige Tracks bieten… In der Tat machen NIGHT RANGER von Anbeginn mehr Dampf, als es zuletzt sowohl Jack Blades als auch Kelly Keagy auf ihren Solowerken zu liefern imstande waren. Schleicht sich der Opener „Tell Your Vision“ zunächst noch leicht befremdlich durch die Boxen, drehen die Herren alsbald ordentlich auf und rocken, was das Zeug hält. Insgesamt finden sich auf „Hole In The Sun“ eine Menge derartiger straighten Hard Rock / Metal-Granaten – allen voran das kompromisslose „Drama Queen“. Mal lassen es Blades & Co. wie bei „You´re Gonna Hear From Me“ mit AC/DC-ähnlichem Riff etwas grooviger angehen, mal tönt man wie bei „Whatever Happened“ sehr modern und mehrere Nuancen seichter. Durchweg können aber Song und Musiker überzeugen.
Auch wenn NIGHT RANGER eine Ballade einstreuen – „There Is Life“ hat fast BEATLES-Charisma, weiß mit Jack Blades gesanglicher Leistung zu überzeugen und dreht vor allem im weiteren Verlauf instrumentell mächtig auf.
„Rockstar“ ist allerdings nur zur Hälfte rockig – der Rest kommt überaus funky und gesperrt daher. Leicht befremdlich diese Nummer.

Dafür fahren NIGHT RANGER dann beim Titeltrack „Hole In The Sun“ ihr gesamtes Können auf und rocken schön rotzig frech vor sich hin, nur um danach nahtlos mit „Fool In Me“ in eine Ballade abzurutschen, die so gar nichts vom erstklassigen Niveau des vorhin hochgelobten „There Is Life“ besitzt.

Tiefer gestimmte Gitarren und ein mächtig fettes Riff fährt zur Entschädigung „White Knuckle Ride“ auf, selten hat Jack Blades derart aggressiv getönt. Dem bluesig-traurigen „Revelation 4am“ muss man dann allerdings gute 90 Sekunden Zeit geben, sich zu entfalten. Mit „Wrap It Up“ schieben NIGHT RANGER eine weitere aggressive Riff-Granate hinterher, bevor sie sich mit einem fast Boygroup-mäßigen „Being“ aus dem Album schnulzen.

Durchwachsen.
Die Herren Blades, Keagy & Co. sind in der Lage, Riff-Granaten abzufeuern, dass es eine wahre Freude ist – hinreichend Beispiele finden sich auf „Hole In The Sun“ wieder – gegen das Spiel mit schnell/ruhig-Wechseln von Song zu Song ist im Prinzip auch nichts zu sagen, aber was diese ruhigen Songs angeht, überzeugt leider nur „There Is Life“ – über die restlichen Balladen breitet man besser den Mantel des Schweigens.
So bleibt ein 12-Track-Album mit 6 sehr guten und 3 durchwachsenen Nummern sowie 3 Streichresultaten…

Note: 7,0 / 10

Anspieltipps: „Drama Queen”, „You´re Gonna Hear From Me”, „Wrap It Up”

VÖ: 20.04.2007

Spielzeit: 53:35 min
Titel: 12
Label: Frontiers Records

(Naglagor)
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