anthraxgaragesb11072011Viele Leute denken, wenn sie den Namen ANTHRAX hören mittlerweile kaum noch an die tollen Thrash-Metal-Perlen, die uns das Quintett aus New York beschert hat, sondern fragen sich nur noch, wer eigentlich im Moment bei den Amis hinterm Mikro steht. Nachdem Joey Belladonna 1992 zum ersten Mal die Segel strich, ersetzte er nach endlosem hin und her ab 2005 wieder John Bush (ARMORED SAINT). Zwischenzeitlich waren zwar auch diverse andere Namen im Gespräch, doch seit letztem Jahr bestreitet Belladonna die Liveshows mit seiner alten Truppe. Nachdem die Thrasher 2005 die triumphale Rückkehr Belladonnas mit einem umjubelten Gig in der Saarbrücker Garage feierten, kamen Sie am Montag, dem 11. Juli 2011 zurück in die saarländische Hauptstadt. Mit im Gepäck hatten Sie dieses Mal FOZZY und SKINDRED.

FOZZY, die Band um Wrestling-Legende Chris Jericho, eröffnete den Abend mit dem knackigen "To Kill A Stranger" vom Zweitwerk "Happenstance". Bereits nach dem ersten Song war es Y2J zu heiß unter der Lederjacke und so entledigte er sich dieser, um zum harten und schnellen "Paraskavedekatriaphobia (Friday The 13th)" richtig abgehen zu können. Man merkte dem ersten Undisputed-Champion der Wrestling-Geschichte einfach an, dass er durch und durch Profi ist und sich auf der Bühne gut präsentieren kann. Trotz der geringen Anzahl an Zuschauern gelang es dem "Ayatollah of Rock´n´Rolla", die Leute zum mitmachen zu motivieren. Auch der Rest der Band, allen voran Leadgitarrist Rich Ward, der auch bei den Crossover-Veteranen STUCK MOJO mit an Bord ist, wirkt motiviert und liefert eine schweißtreibende Show. Der Mitgröl-Faktor bei dem groovig-rockigen "God Pounds His Nails" verleitet bereits zu früher Stunde zum abgehen. Den Abschluss bilden "Pray For Blood" vom aktuellen Longplayer "Chasing The Grail" und "Enemy" vom 2005er Album "All That Remains". Der stellenweise doch recht modern tönende Heavy Metal wurde zwar nicht von allzu vielen Leuten gehört, doch einige hatten definitiv Ihren Spaß daran.

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Die Mischung, die SKINDRED boten, ist sicherlich nichts alltägliches. Ihre Mischung aus (Nu) Metal, Reggae, Rap und Electro-Samples ist definitiv mutig, aber auch sehr gewöhnungsbedürftig. Frontmann Benji Webbe erinnerte mit seinem rot glitzernden Zylinderhut und der großen Sonnenbrille optisch an BOOTSY COLLINS und stach damit schon mal deutlich heraus. Mittlerweile fanden sich auch schon deutlich mehr Menschen vor der Bühne ein, um dem Crossover der Engländer zu lauschen. Diese hatten von Anfang an das Publikum gut im Griff. Es waren zahlreiche Fans der Band da, die zu Songs wie "Rat Race" und "Warning" mächtig abgingen. Zwischenzeitlich baute die Formation noch ein Stück von METALLICA´s "Sad But True" in einen Song ein, was natürlich auch gut ankam. Obwohl vor der Stage ordentlich was los war, flüchteten auch viele Leute in Richtung Eingangsbereich, um sich mit einem kühlen Bier und der ein oder anderen Zigarette zu beschäftigen.

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Ganz ohne Intro enterten ANTHRAX die Bühne und starteten direkt mit dem Gassenhauer "Caught In A Mosh". Das Eis war sofort gebrochen und die Stimmung direkt gut. Die Garage war nicht rappelvoll, aber ordentlich gefüllt. Bevor sich der Laden in ein "Madhouse" verwandelte, gab es das JOE JACKSON-Cover "Got The Time" auf die Ohren und auch die Neuinterpretation des TRUST-Songs "Antisocial" brachte viele Hüften zum schwingen. Ein weiteres Highlight folgte mit dem Lied für die Gleichberechtigung der amerikanischen Ureinwohner. "Cry for the Indians...Cry! Cry!" schallte es aus unzähligen Kehlen. Nur Belladonnas Federkopfschmuck blieb dieses Mal in der Mottenkiste. Nun gab es den ersten Song des im September erscheinenden neuen Langeisens "Worship Music" auf die Ohren. Das Teil heißt "Fight ´Em Till You Can´t" und gefiel live noch besser als beim ersten Hören am heimischen Computer. Die Single steht nämlich bereits seit wenigen Wochen bei Nuclear Blast und auf der offiziellen Bandhomepage zum kostenlosen Download bereit.

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Es folgten "A.I.R.", "Only", "Medusa", sowie die Thrash-Hymne "Metal Thrashing Mad" vom Erstwerk "Fistful Of Metal". Nach dem obligatorischen Bühneverlassen gab es als Zugabe einen Teil von SEPULTURA´s "Refuse/Resist" zu hören, bei dem Andreas Kisser die Vocals übernahm. Dieser war ja als Ersatzgitarrist für Scott Ian mit an Bord, der wegen Vaterschaftsurlaub bei einigen Gigs fehlte. Kisser ließ Ian spielerisch nicht vermissen, machte auch so eine ordentliche Figur, doch ganz so ein Wirbelwind wie der quirlige Bandleader ist er dann doch nicht. Mit "I Am the Law" wurde dann auch noch Judge Dredd gehuldigt und ein tolles Konzert fand sein Ende. Fazit: Belladonna bekommt die hohen Screams zwar nicht mehr ganz so druckvoll hin wie früher, machte seine Sache aber ansonsten prima und zeigte sich auch sehr aktiv auf der Bühne. Einziger fader Beigeschmack ist die kurze Spielzeit, die mit diversen zugekniffenen (Hühner) Augen gerade mal etwas über 70 Minuten betrug. (Kevin)

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Fotos: Jochen

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