Guns N Roses Appetite DeluxeWährend GUNS N ROSES mit ihrer “Not In This Lifetime”-Tour gerade mehrfach unter Beweis stellen, dass sie noch immer eine Macht sind, erscheint nun die lang angekündigte Neuauflage ihres Debüts. Dabei werden keine Gefangenen gemacht und den Fans vielfache Versionen geboten. Von der Standard-CD zu einem humanen Preis bis hin zu einer ultimativen Deluxe-Edition im Safe gibt es hier ziemlich alles, was das Fan-Herz begehrt. Bei der “Locked & Loaded”-Box gibt es lediglich die persönliche Lieferung gegen Aufpreis (siehe Gene Simmons) nicht.

Uns lag die 2-CD starke “Deluxe Edition” zum Album vor, und auch wenn ich mittlerweile kein riesiger Fan solcher Neuauflagen bin, muss ich zugeben, dass diese hier einen besonderen Stellenwert einnimmt. Fans warten gefühlt schon ähnlich lange auf diese Version, wie sie einst auf “Chinese Democracy” warten mussten. Seit Jahren berichten unterschiedliche Quellen von ungehörten Aufnahmen aus den Appetite-Sessions. Diese liegen nun endlich vor, ob sie ihrem Hype allerdings gerecht werden, muss jeder für sich entscheiden.

Zum Album selbst muss nicht viel gesagt werden. “Appetite For Destruction” zählt für mich noch immer zu den besten Alben aller Zeiten und läuft mindestens einmal im Monat auf dem Plattenteller. Dieses Album hat manche Abende von ruhigem Zusammensein zu völliger Hysterie gebracht und diesen Effekt haben die Songs noch immer. Selten findet man eine derartige Hitdichte auf einer einzigen Scheibe. Kaum vorstellbar, dass es sich hierbei um das Debüt der Band handelt. Das obligatorische Remastering des Albums ist ok, doch die Original-Version gefällt mir nach wie vor besser.

Die Aufmachung des Re-Issues kann sich sehen lassen und lässt das Fan-Herz höher schlagen. Der Digi-Schuber beinhaltet eine Art CD-Gatefold, auf dessen Rückseite das damals zensierte Original-Artwork abgebildet ist. Im “Inner-Sleeve” ist ein großes Foto zu sehen, dass eine hungrige Band zeigt, die für alle Schandtaten bereit ist. Ähnlich ist es mit dem recht umfangreichen Booklet. Dieses beinhaltet neben den Lyrics und Informationen zur Bonus-CD einige sehenswerte Bandfotos aus den Anfangstagen. Hier hatte häufig kein geringerer als Ross Halfin den Finger am Abzug.

Die Bonus-CD kann als eine Art reduzierte Version der Super Deluxe-Edition-Inhalten gesehen werden. Zunächst gibt es Songs von “Live ?!*@ Like a Suicide“ und “Lies”, gefolgt von bisher unveröffentlichten Demo-Versionen von “Welcome To The Jungle”, “Nightrain”, “Out Ta Get Me”, “Paradise City” und “My Michelle”. Nun denn, die B-Sides und Livenummern sind mir größtenteils bekannt, und Demo-Versionen zählten für mich noch nie zu den interessantesten Dingen im Leben. Dennoch ist es in dem Fall cool zu hören, wie sich die einzelnen Stücke ursprünglich angehört haben. Aber zumindest bekommt man einen Eindruck, wie ausgereift die Songs zum damaligen Demo-Zeitpunkt bereits waren und wie die Band gearbeitet hat. Deutlich interessanter dürfte für die ultimativen Fans unter uns in dem Fall die “Super Deluxe Edition” sein, die mit satten vier CDs daher kommt und mit einer extrem umfangreichen Setlist aufwarten kann.

Für mich ist diese Neuauflage durchaus interessant, allerdings reizt mich die Angelegenheit eher wegen der Aufmachung und nicht wegen des Bonusmaterials. Dass GUNS N ROSES derzeit viel Geld scheffeln durch ihre “Not In This Lifetime”-Tournee ist bekannt, da wird diese Veröffentlichung vielen Fans wie eine Fanabzocke vorkommen. Letzten Endes ist derzeit aber die beste Zeit für die Veröffentlichung dieser Neuauflage. Viele Fans warten zudem schon lange darauf, und wer nichts davon hält, muss diese ja nicht kaufen. Ich für meinen Teil bin zufrieden damit, würde mir aber nicht wirklich die Super Deluxe oder gar die “Locked N‘ Loaded Box” für 975€ zulegen.

Doch das muss letzten Endes jeder für sich entscheiden, ich möchte mir allerdings die Bemerkung erlauben, dass die LED ZEPPELIN Re-Issues deutlich mehr für ihr Geld zu bieten hatten. Demnach wird die Geschichte hier ihrem Hype nicht wirklich gerecht, doch wenn die ersten Töne von “Welcome To The Jungle” ertönen, ist das bereits vergessen. (Pascal)

 

Bewertung:

Pascal0,0 - / -


Anzahl der Songs: 12 (CD1) / 18 (CD2)
Spielzeit: 53:41 min (CD1) / 73:26 min (CD2)
Label: Universal Music
Veröffentlichungstermin: 29.06.2018

battleroar codexepicusDie wohl epischste aller Epicplatten der letzten Zeit servieren uns BATTLEROAR auf ihrem 5. Album. Irgendwo zwischen Doom und Power Metal zu Hause, gibt es wirklich packenden, unkitschigen Breitwand-Metal zu hören, welcher Bilder von Schlachten, Kriegern und düsterer Magie projiziert. Dies ist auch das zweite Album, auf dem Gerrit P. Mutz das Mikro schwingt. Bekannt ist der Schwabe hauptsächlich durch die jahrelange konsequent starken Veröffentlichungen seiner Stammband SACRED STEEL.

ultraviolence operationmisdirectionMit Bands aus Italien hatte ich bisher meine Schwierigkeiten. Entweder klingen die Sänger wie Mitglieder im Kastratenchor oder es handelt sich um irgendwelche Rumpeltruppen, die klingen als wären die Mitglieder mit ihren Instrumenten die Spanische Treppe in Rom runtergefallen. ULTRA-VIOLENCE, aus der Fiat-Stadt Turin, bilden da die löbliche Ausnahme.

madball forthecauseEs gibt Bands, die enttäuschen einen niemals. Ein Mitglied dieses illustren Kreises sind ganz klar MADBALL, welche anfangs von vielen nur als Ableger von AGNOSTIC FRONT gesehen wurden, in ihrer nun seit unglaublichen 30 Jahren andauernden Karriere aber ihren eigenen Sound und auch Stil entwickelt haben, an dem die New Yorker bis heute unbeirrt festhalten. So auch auf ihrem neuen und mittlerweile neunten Album „For The Cause“, das bereits seit dem 15.06. erhältlich ist.

coroner nomorecolorMit dem ursprünglich 1989 erschienenen „No More Color“ schließt sich der Kreis, der am 18.05. über Century Media wiederveröffentlichten ersten drei Alben der Schweizer CORONER. Während das Debüt „R.I.P“ (1987) noch klassischen Thrash Metal bot, wurden Ron Broder (Gesang, Bass), Tommy Vetterli (Gitarre) und Marky Edelmann (Schlagzeug) bereits mit dem 1988 erschienenen Nachfolger „Punishment For Decadence“ deutlich progressiver, bis diese Entwicklung schließlich mit dem 1989 veröffentlichten „No More Color“ ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.

coroner rip

Die Schweiz ist nun nicht wirklich als Brutstätte für extremen Metal bekannt. So fallen mir hier mit HELLHAMMER, CELTIC FROST, POLTERGEIST, MESSIAH, BATALLION und natürlich CORONER auch nur etwas mehr als eine Handvoll Bands ein, die von dort stammen.

Wobei die Züricher zu Beginn ihrer Kariere so einiges mit CELTIC FROST verband. So übernahm deren Sänger Thomas Gabriel Fischer auf dem 1986 erschienenen CORONER-Demo „Death Cult“ den Gesang und Gitarrist Tommy Vetterli und Schlagzeuger Marky Edelmann waren als Roadies mit CELTIC FROST auf Tournee.

thenightflightorchestra sometimestheworldaintenoughIm letzten Jahr landete das ursprünglich als Projekt gestartete Unterfangen den Überraschungscoup, als es ihre Melange aus Siebziger Rock und AOR weiter verfeinerte. „Amber Galactic“ wurde von der Kritik mit Lob überschüttet und auch kommerziell trat das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA aus seinem Nischendasein heraus. Um dem Erfolg, auch bei den Konzerten im Winter Rechnung zu tragen wurden die Hauptbands erst einmal hinten angestellt, um möglichst rasch einen Nachschlag liefern zu können. Dabei lag natürlich die Gefahr eines Schnellschusses in der Luft, oder aber auch etwas abzuheben, was bei dem Bandnamen gar nicht so weit hergeholt wäre. Der Titel „Sometimes The World Ain´t Enough“ jedenfalls schürt solche Ängste, doch was kann der gerade mal ein Jahr später veröffentlichte Dreher wirklich.

lizzyborden mymidnighthingsMuss man dieses Album nun hassen oder darf man auch die moderne Ausrichtung einer Legende wie LIZZY BORDEN mögen? Nun, wenn es gut wäre dann schon. Ist es aber nicht. Wenn eine Band 11 Jahre benötigt, um solch' eine Güllle auf die geneigte Fanschar loszulassen, dann tut es mir leid. Die klebrigen Melodien, der dünne Gitarrensound und der fürchterliche Drumcomputer machen alles Zunichte, wofür die Band einst stand: Für American Metal at it's best!

bulletformyvalentine gravityWas BULLET FOR MY VALENTINE angeht, bin ich zugegebenermaßen ein wenig vorbelastet. Zählt doch ihr Debüt „The Poison“ zu den fünf am meisten gehörten Alben in meiner Sammlung überhaupt. Dennoch ist es den Walisern, meines Erachtens, nie wieder gelungen an die Qualität ihres Erstlings aus dem Jahr 2005 anzuknüpfen. Auch wenn die Folgealben, sieht man einmal von dem recht schwachen „Temper Temper“ (2013) ab, allesamt alles andere als schlecht waren. Weiterhin schien es, als hätte die Band es mit „Venom“ (2015) geschafft, sich zu rehabilitieren und „Temper Temper“ wenigstens teilweise vergessen zu machen. Man denke nur an Stücke wie „No Way Out“ oder „You Want A Battle? (Here’s A War)".

onkeltom zwischenemscherundlippeEs gibt Platten, da spricht schon alleine das Bild auf dem Cover Bände. So auch bei „Zwischen Emscher & Lippe“, der neuen EP aus dem Hause ONKEL TOM. Wer einen Blick auf die Hülle, welche eine vom Kohlenstaub braun gefärbte lange Unterhose und weitere Kleidungsstücke auf einer Wäscheleine und einen Förderturm im Hintergrund zeigt und deren Titelbild noch dazu von den Farben des FC Schalke 04 umrahmt ist, der kann sich denken, dass es hier textlich wohl kaum um das Leben der Reichen und Schönen oder den FC Bayern München geht, sondern um den Bergbau, das Ruhrgebiet und natürlich um Tom Suchs alias Tom Angelrippers Lieblingsfußballverein.

mikeshinoda posttraumaticEs steht außer Frage, dass kein LINKIN PARK Fan jemals den 21.07.2017 vergessen können wird. An diesem Tag entschloss sich Sänger Chester Bennington, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Über den Freitod Benningtons wurde viel geschrieben und es wurde auch mindestens genau so viel über die Gründe spekuliert. Ich werde daher einen Teufel tun und mich hier an irgendwelchen Spekulationen beteiligen. Schon alleine, weil wir es hier nicht nur mit dem Suizid eines sogenannten Rockstars zu tun haben, sondern auch wegen der Tatsache, dass hinter dem Tod Chesters auch ein menschliches Schicksal steht und dieser Mensch Freunde, Kollegen und Familie hatte, die nun mit diesem Verlust und ihrer Trauer weiterhin leben müssen.

signofthejackal breakingthespellUnfassbar viel Achtziger-Jahre-Charme versprüht das 2. Album der Südtiroler SIGN OF THE JACKAL. Im Stil der ersten beiden WARLOCK-Alben plus einer Menge NWOBHM werden zumeist schnelle Stücke geboten, die schnörkellos auf die Zwölf gehen. Keine proggy Parts und endlose Soli, kurz, zackig und knackig heißt die Devise. Natürlich ist die Spielzeit von knapp 33 Minuten eine Frechheit, aber dafür hat sich wenigstens kein Stinker eingeschlichen.

Dickinson ScreamForMeSarajevoWie gut mir die Dokumentation “Scream For Me Sarajevo” gefallen hat, lässt sich ihm dazugehörigen Review sehr gut erkennen. Auch der Soundtrack liegt uns als Doppel-LP im Gatefold vor, und der stellt sich ebenfalls als 1A-Veröffentlichung heraus. Eine Sache, die bei derartigen Compilations nicht alltäglich ist.

Kataklysm meditationsNun hat es wieder länger gedauert, bis die Kanadier sich ins Studio bequemten, immerhin sind drei Jahre seit „Of Ghosts And Gods“ vergangen, welches seinerzeit recht schnell auf „Waiting For The End To Come“ folgte. Doch in dem Geschäft muss man Wege finden, um zu überleben, weswegen andere Aktivitäten Vorrang hatten. Damit meine ich weniger das EX DEO-Album „The Immortal Wars“, dem Nebenprojekt der Musiker, als vielmehr die vielen Liveaktivitäten. Da waren KATAKLYSM zuletzt neben Festivals auch oft auf Tour, unter anderem mit dem „Headbanger´s Ball“-Zirkus und anlässlich ihres Jubiläums im letzten Jahr, wo sie ihre Klassikerscheiben in Gänze gespielt hatten. Nun ist es aber wieder Zeit, der Todesblei-Fanschar etwas Neues zu präsentieren, das steht nun unter dem Titel „Meditations“ in den Läden.

powerflo bringthatshitbackMit ihrem selbst betitelten Debüt konnten POWERFLO meine Erwartungen im letzten Jahr zwar nicht übertreffen, aber zumindest voll und ganz erfüllen. Gelang es ihnen doch ebenso wie ihren Kollegen von PROPHETS OF RAGE und BODYCOUNT dem totgesagten Crossover neues Leben einzuhauchen.

necrytis dreadenruinKaum ist ein Jahr seit dem Debüt „Countersighns“ vergangen, legen die Mannen von NECRYTIS nach. Und das, was da an meine Ohren dringt ist wiederum edelster US-Stahl, wie man ihn lieben muss. Nicht purer Achtziger Metal, eher die Neunziger Schiene mit starker Prog-Tendenz (dezente Seventies-Vibes). NECRYTIS gehören allerdings zu der Spezies, welche nie den Faden verlieren und deren Hauptaugenmerk auf nachvollziehbaren Strukturen liegt und auch gute Melodien im Fokus haben. Die erschließen sich oft zwar erst nach mehreren Durchläufen, dann haken sie sich ins Fleisch.

kissindynamite ecstasyAch ja. Wieder ein neues Album von KISSIN‘ DYNAMITE. Habe ich gar nicht mitbekommen, dass da wieder was in der Mache ist. Und eigentlich sollte ich mich freuen. Denn ich halte die Schwaben nach wie vor für eine der besten Livebands, die Deutschland zu bieten hat. Allerdings hat mir schon das letzte Album „Generation Goodbye“ nicht mehr so wirklich zugesagt. Also mal sehen, wie es nun mit „Ecstasy“ aussieht.

runrig raritiesDer letzte Vorhang ist schon aufgehängt, fallen wird er am 22. August im schottischen Stirling Castle im Rahmen von zwei riesigen Open Airs. Zuvor hat sich die schottische Folk Rocklegende schon von den Fans in ihren anderen Hochburgen Deutschland, Dänemark und England verabschiedet. Leider war der Verfasser dieser Zeilen da verhindert und konnte die großen Shows nicht miterleben. Doch so ganz ohne Geschenk verabschieden sich RUNRIG nicht, die Band öffnet noch einmal ihre Archive und wirft bislang nicht offiziell erhältliches Material sowie komplett unveröffentlichtes auf den Markt. „Best Of Rarities“ soll dann auch der Abschluss sein, der in verschiedenen Versionen erschienen ist.

spurv myraRein instrumentale Musik kann ja für den Hörer etwas anstrengend sein. Oder auch schlicht und ergreifend langweilig, wenn kein Sänger da ist, um Spannung aufzubauen. Aber es gibt da draußen in der großen weiten Welt eben auch Bands, die es auch ohne Sänger schaffen, absolute Meisterwerke abzuliefern, die von der ersten bis zur letzten Minuten spannend bleiben. Die Norweger SPURV gehören definitiv zu letzteren.

fractalgates thelightthatshinesIrgendwie scheint es in Frankreich ja nicht so viele Metalbands zu geben wie andernorts. Nachgezählt habe ich jetzt nicht, aber man hat immer so den Eindruck. Und wenn, dann spielen diese Bands meistens eher die softere Schiene. Und da kommen nun FRACTAL GATES daher. Als ich die Band zum ersten Mal hörte, hätte ich als Herkunftsland auf Schweden getippt. Gar keine Frage. Aber – tatsächlich – die Band residiert Frankreich. Und spielt Schwedendeath der Göteborger Schule als stammten sie wirklich aus dem hohen Norden.


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