letzteinstanz liebeimkriegMit bemerkenswerter Kontinuität liefern die Jungs von LETZTE INSTANZ ihre Langspieler ab. So haben sie nahezu stetig alle zwei Jahre ihre Fans mit neuem Material versorgt. So sind auch nach „Im Auge des Sturms“ zwei Jahre vergangen und pünktlich melden sich die Dresdner nun mit „Liebe im Krieg“ zurück. Da ich mich selbst seit vielen Jahren zu den Fans zähle, war meine Erwartung an dieses Album entsprechend hoch.

Der Opener „Liebe im Krieg“ ist rockig, stark und in gewohnter LETZTE INSTANZ-Manier sind die Streicher sehr präsent, der Refrain ist catchy und macht Lust auf mehr. Das nachfolgende Stück „Tränen aus Stein“ macht mit ähnlichem Drive weiter und hält die Erwartung weiter oben.
„Steh auf!“ zieht es für mich dann leider wieder runter, denn es ist eines der schwächeren Stücke auf dem Album, wie auch „Unsere Tage“.
Das melancholische „Tageslicht“ hat diesen typischen Stadionhymnen-Charakter und fast schon zu kitschig kommt das poppige „Wir sind eins“ rüber.

Bei „Reise“ steht wieder eine traurige Stimmung im Vordergrund und die von der Band selbst benannte „Brachialromantik“ kommt in dem Titel „Weiß wie der Schnee“ zum Tragen. Der Fokus liegt hier stark auf der eingängigen Melodie des Pianos und in „Das Gerücht“ sind die Streicher wunderbar gesetzt und auch der Refrain ist schön eingängig.

„Blutmond“ ist mit seiner düsteren Stimmung mein ganz persönliches Highlight. Nach einem stimmungsvollen, wenn auch eher klassischen Trennungssong klingt „Ich werde vor Dir untergehen“, mit der Botschaft, dass man sich trotz allem nicht unterkriegen lässt. Das abschließende, melancholische Stück „Weite Welt“ hätte auch vom Grafen sein können und hat für mich zu wenig Tiefe.

Das ein ums andere Mal driften die Texte von „Liebe im Krieg“ geradezu ins Klischeehafte, mit Floskeln, an denen man sich eigentlich schon mehr als satt gehört hat. Dennoch gibt es auch Lichtblicke, teilweise sozialkritisch, teilweise kraftvoll und tiefgründig, wie man es sich von LETZTE INSTANZ wünscht.

Alles in allem stehe ich diesem Album mit gemischten Gefühlen gegenüber, weshalb ich mich mit der Bewertung unheimlich schwer getan habe. LETZTE INSTANZ versuchen den Spagat zwischen ihren Wurzeln und dem aktuellen Deutschrock zu schaffen, was für mich jedoch nur bedingt geglückt ist. Die Mischung scheint aber dennoch anzukommen – Platz 4 nach dem Release in den Deutschen Albumcharts ist ein mehr als deutliches Anzeichen dafür.

Ich möchte an dieser Stelle nicht in dieses "früher war alles besser"-Gerede fallen, denn es ist für mich vollkommen nachvollziehbar, dass man sich als Band weiterentwickeln und seinem Schaffen neue Impulse geben möchte. „Liebe im Krieg“ ist für mich definitiv kein schlechtes Album, jedoch hat es mich einfach nicht so mitnehmen können, wie es viele der Vorgänger getan haben. (Mareike)


Bewertung: 

Mareike7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 46:53 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 12.08.2016

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