mariustilly nebularisingDer im Ruhrgebiet ansässige Musiker MARIUS TILLY hat sich als Gitarrist und Sänger solo oder mit seiner MARIUS TILLY BAND in der Bluesrock Szene seit 2009 einen guten Namen gemacht. Wenngleich mir seine Musik bis dato noch nicht bekannt war, so war mir der Name durchaus geläufig, gerade im Bluessektor gibt es hierzulande so viele begnadete Musiker, die es nie schaffen aus ihrem Metier auszubrechen und vor allem davon leben, dass sie für diese Umsonst & Draußen Festivals oder ähnliche Events gebucht werden.

MARIUS TILLY hat sich das wohl zu Herzen genommen und versucht mit seinem dritten Album andere Wege zu gehen, man könnte auch sagen, dass er versucht die eigentlich von ihm erwarteten Pfade zu verlassen und das Unerwartete abzuliefern. Ob das als Provokation durchgeht? Ich weiß es nicht. „Nebula Rising“ ist jedenfalls so eine Art Anti-Blues Album, genau das Gegenteil von konservativ, es stellt nicht den Musiker oder die Musiker als Gruppe in den Mittelpunkt, sondern die Songs rücken in den Fokus. Wobei es hier noch nicht einmal darum geht, tief unter die Haut gehende Songs zu zelebrieren, sondern der Spaß an der Musik steht hier im Mittelpunkt. So kommt „Nebula Rising“ zumindest bei mir als Hörer an.

Dazu passend verliert „Nebula Rising“ als Gesamtalbum durch das übergeordnete Konzept „Weltraum“ einiges an Ernsthaftigkeit und Tristesse, die den Blues normalerweise auszeichnet, „Nebula Rising“ ist eine Spaßangelegenheit, mit Songs, die zumeist nicht länger als drei, vier Minuten sind. Wirklich das perfekte Album für den Sommer.
Anfangs ist man verwundert über den „nanananana“ Chor im obercoolen „Vespa“ und auch bei einer Textzeile wie „i have been threatened by a penguin“ oder so ähnlich („Animal Serenade“) kratzt man sich erst einmal am Kopf. MARIUS TILLY erfindet hier sicherlich kein Genre neu, bricht aber mit gewohnten Konventionen, stellt die Dinge auf den Kopf und das ist zumindest für den Augenblick prima.

Und nach einer gewissen Zeit versprühen die Songs einen ganz eigenen Reiz und die 47 Minuten sind schneller vorbei als man denkt. Die Highlights dieses 12-Trackers sind für meinen Geschmack das Titelstück ganz am Ende, das als Halbballade noch am ehesten für klassischen Blues steht, sowie die enorm kurzweiligen Song „Vespa“, „Palooza You“ sowie der Longtrack „Orion“. Nach „Orion“ fällt „Nebula Rising“ allerdings etwas ab, weil das Trio „Slender Man“, „Revel Outer Space“ und „Son Of A Siren“ dann doch zu wenig Spektakuläres bietet.

Es wäre vermutlich aber auch zu viel verlangt gewesen, wenn MARIUS TILLY bei diesem Konzept und seiner musikalischen Neueinordnung gleich alles richtig gemacht hätte oder anders gesagt, Perfektionismus würde zu einer so lebhaften und lebendigen Platte wie „Nebula Rising“ auch nicht passen. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20168,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 46:06 min
Label: M.I.G.-Music/Indigo
Veröffentlichungstermin: 22.04.2016

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