ingrimm ungestaendigIn meinen bisherigen Reviews habe ich INGRIMM ja stets über den grünen Klee gelobt, da mir die Truppe von Anfang an wirklich gut gefallen hat. An den Sängerwechsel habe ich mich jedoch ehrlich gesagt noch immer nicht gewöhnt und noch immer bin ich der Meinung, dass die Band mit der markanten Stimme von Fenris eines ihrer wichtigsten Erkennungsmerkmale verloren hat. Aber wie dem auch sei - mit „Ungeständig“ ist nun eine neue EP erschienen.

Mit mehr als 12 Minuten Länge handelt es sich beim namensgebenden Song um einen ordentlichen Brocken, der eine ganze Geschichte in diesem einem Stück erzählt. Thematisch geht es dabei um die hochnotpeinliche Befragung, die ja bekanntermaßen mit allerlei Folter vonstatten ging und nicht selten zum Tod führte. Musikalisch kann ich auch hier wieder nichts an dem Song aussetzen. Auch Neusänger René Brandt finde ich hier durchaus genehm.

Ich merke jedoch, daß es mir zunehmend schwerer fällt, die Texte von INGRIMM zu ertragen. Die etwas seltsame Satzstellung, verbunden mit Sätzen, denen einen Satzteil fehlt, ist zwar schon lange Trademark der Band, geht mir aber zunehmend auf die Nerven. Bei solch wüster Satzstellung rollen sich mir einfach die Zehennägel hoch. Klar, grammatisch zulässig und als Stilmittel auch mal sehr nett. Aber im Übermaß bei jedem Song eingesetzt, wie das bei den Regensburgern nunmal der Fall ist, ist das einfach zu viel.

Im aktuellen Song sind es auch die „Wasser“-Zwischenrufe, die mir auf die Nerven gehen, da sie doch eher peinlich wirken. Von daher kann mich der neue Song leider nicht hundertprozentig überzeugen. Trotzdem gehören INGRIMM meiner Meinung nach immer noch zu den besseren Mittelaltermetalbands. Das Stück wird übrigens nur auf dieser EP erscheinen und nicht auf dem neuen Album, das 2016 erscheinen soll, stehen.

Als Bonus gibt es mit „Sag mir nicht“, „Stein auf Stein“ und „Vogelfrei“ noch 3 alte Songs, die mit René Brandt neu eingespielt wurden. Und hier, im direkten Vergleich, muß ich wieder sagen: Ich fand Fenris besser. Aber es hilft ja alles nichts, weg ist weg. Man wird sich an den neuen Sänger also wohl oder übel gewöhnen müssen. Schlecht ist er ja nicht. Allerdings muß ich hier auch bemerken, daß mich die immer gleiche Songstruktur, die immer gleiche Art der Texte zunehmend langweilt. Ich weiß nicht, wie lange ich mich noch für die Band begeistern kann. Schade. (Anne)


Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 4
Spielzeit: 22:34 min
Label: Trollzorn
Veröffentlichungstermin: 31.07.2015

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