EXNERVEN-TheCritiqueSaarbrücken birgt viele talentierte Musiker, gerade im Punk- und Punkrockbereich. Allen voran wird wohl STEAKKNIFE bekannt sein, aber auch aus deren Dunstkreis etablieren sich Bands, die zwar hauptsächlich im Untergrund-Dschungel agieren, aber dennoch ein Potential haben, weitere Schritte auf der Karriereleiter auf sich nehmen zu können. Eine dieser Bands hört – mittlerweile – auf den Namen EX NERVEN, wobei das EX wegen Verwechslungsgefahr einer ähnlich klingenden Band hinzugenommen wurde. Unter dem „neuen" Namen erscheint nun das neueste Werk „La Critique", das das Trio schon bei der Releaseparty ihrer Kollegen STEAKKNIFE präsentieren durften. Vorweg bleibt noch zu sagen, dass sich wirklich nur der Name geändert hat.

Bestimmt habe ich diese Band schon als Support bei irgendeinem lokalen Konzert gesehen, denn der Name war mir bereits ein Begriff, und das im positiven Sinn. Da es sich in Saarbrücken ähnlich wie in New Orleans verhält, nämlich dass ein Kern von Musikern immer mit den anderen Musikern aus diesem Kern auch in einer anderen Band musiziert, liegt die Vermutung nahe, dass man einen gewissen Bezug zu ihr hat.

Was mir bei den EX NERVEN direkt aufgefallen ist, war die Affinität zu einem knackigen dominanten Bass. Dieser beherrscht auch die 12 ebenfalls knackigen Songs auf „La Critique", die einzelne Gitarre spielt da eher im Hintergrund ein paar Melodien und ist für das Rhythmusgerüst nur sekundär relevant. Trio-Bands sind eh immer sehr direkt in Sound und Aussage, da kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen, und auch die Saarbrücker wissen, ihre Minimalbesetzung angemessen darzustellen.

Im Saarbrücker Hackmesser Studio wurde das Dutzend noisiger, punkiger und schräger Songs eingezimmert, der Dreck und die Leidenschaft kommen hier deutlich hervor, wenn auch nicht ganz wie auf der Bühne, aber dennoch sehr gut in Szene gesetzt. Hier gibt es keinen Schnickschnack, vielleicht hier und da mal einen Tongenerator oder auch mal einen kleinen Effekt, aber das war's auch schon. Hier geht es immer nur treibend nach vorne, so wie es sich gehört. Lediglich die kurzen Breaks in den Songs geben Zeit zum kurzen Durchatmen, aber auch nur, um Anlauf für die nächste Attacke zu nehmen. Nach einer halben Stunde ist das Inferno auch schon vorbei, auch das muss bei dieser Musik so sein.

Sehr kurzweilig und spannend gestaltet sich „La Critique" und stellt einen würdigen Nachfolger für das drei Jahre zuvor erschienene Album „Die, Die, Die" dar. Da bleibt mir nur noch zu sagen, dass es sich wirklich lohnt, die Band auch mal live anzutesten, denn da wird jeder Noiserock-Begeisterte auf seine Kosten kommen. Grundsolide, Männers! (Jochen)

www.exnerven.de

Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 30:10 min
Label: Fidel Bastro
Veröffentlichungstermin: 13.11.2015

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