arstidirlifsins aldarodrokmunkadrottinnÁRSTÍÐIR LÍFSINS ist auch so eine Band, die mich schon ewig reizt, bei der ich aber nie dazu gekommen bin, mich mal wirklich mit der Gruppe oder ihrer Musik zu befassen. Da kommt das neue Album „Aldafoðr Ok Munka Dróttinn“ gerade recht. Es ist die mittlerweile dritte Scheibe der deutsch-isländischen Band, die ihre Alben mit schöner Regelmäßigkeit alle drei Jahre raushaut.

Und mit „Aldafoðr Ok Munka Dróttinn“ haben sie ein echtes Opus Magnum geschaffen. Auf über 80 Minuten und 2 CDs verteilen sich die 9 Songs, von denen nur 2 kürzer als 8 Minuten, aber 3 länger als 10 Minuten sind. Das ist ein Brocken, der erstmal verdaut werden will. Und so ganz habe ich das glaube ich noch immer nicht geschafft.

Was ich jedoch sagen kann: An dieser Scheibe gibt es nicht wirklich viel zu kritisieren. Sie bietet eine angenehme, intensive Mischung aus Pagan und Folk-Elementen, gewürzt mit ein wenig Black Metal und hier und da auch Skaldengesang. Das einzige, was mich  bei diesem Album stört, ist die klangliche Ähnlichkeit zu HELRUNAR, was insbesondere  bei Songs wie „Kastar Heljar Brenna Fjarri Ofan Ǫnundarfirðinum“ oder „Teir Heilags Doms Hirðar“ zutage tritt (ok, irgendwo stört mich das auch nicht, da ich HELRUNAR sehr mag, aber die Ähnlichkeit ist mir dann doch einen Ticken zu stark).

Und ähnlich schwer wie die von HELRUNAR ist auch die Musik von ÁRSTÍÐIR LÍFSINS zu fassen und zu beschreiben. Meisterhaft schaffen sie es, Soundlandschaften entstehen zu lassen, in denen man sich verlieren kann. Epik und Atmosphäre geben sich die Klinke in die Hand. Daß kaum einer die isländischen Texte versteht, ist da auch egal (ich hoffe, im Booklet findet sich eine Übersetzung. Es wäre doch wirklich schade, wenn kaum jemand die Aussagen dieser liebevoll arrangierten Songs verstehen würde).

Spoken Words, Soundsamples, Violine und andere Folk-Instrumente werden akzentuiert, dezent und dennoch prägend eingesetzt, die Kompositionen wissen zu jeder Minute zu gefallen. Und dennoch deckt man eine relativ große stilistische Bandbreite ab, die von reinstem akustischem Folk bis zu fiesem Black Metal mit Growls reicht. Und wer HELRUNAR mag, der sollte diese Band auf jeden Fall mal anchecken. Zumindest mit diesem Album kann man nicht viel falsch machen.  (Anne)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 81:04 min
Label: Ván Records/Soulfood Distribution
Veröffentlichungstermin: 06.03.2015

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