Bullet - Storm Of BladesAuch wenn mich „Full Pull" vor einem Jahr überzeugt hatte - im Nachhinein betrachtet hat die Platte keinen so großen Langzeitfaktor wie damals angenommen. Bei „Storm Of Blades" sieht das wiederum ganz anders aus, denn bereits nach dem ersten Durchlauf ist klar, dass BULLET eine Punktlandung hingelegt haben. Hat man Lust, sich mit guten Kollegen einen hinter die Bindezu kippen, dürfte „Storm Of Blades" den perfekten Soundtrack dazu liefern.

BULLET werden immer sehr stark mit AC/DC und ACCEPT verglichen, und diversen Meldungen zufolge klingt das aktuelle Album wieder mehr nach ACCEPT. Diese Behauptung kann ich durchaus unterstützen, möchte aber gerne hinzufügen, dass auch BULLET auf ihrem mittlerweile vierten Longplayer einen ganz eigenen Stil entwickelt haben. Natürlich ist es nach wie vor eine Schnittmenge aus Hardrock und Heavy Metal, aber zumindest ich würde es jetzt als „BULLET-Heavy-Metal" bezeichnen. Die Jungs zeigen deutlich, wo der Hammer hängt, Hell Hofer klingt so gut wie nie und auch der neue Gitarrist Alexander Lyrbo, der den überraschend ausgestiegenen Erik Almström ersetzt, passt sich perfekt in die Band ein. Alles klingt wie aus einem Guss und als wäre „Storm Of Blades" direkt „Between The Hammer And The Anvil" entstanden. Der Band gelingt es mit jedem Song zu überzeugen und hängt damit sogar große Kollegen wie JUDAS PRIEST ab. Das was „Redeemer Of Souls" an Arschtritt fehlt, legen BULLET doppelt und dreifach nach. Bereits das Titelstück, dass nach dem kurzen Introstück „Uprising" folgt, ist Heavy Metal in Reinform und zeigt die Band in Top-Form. Der Refrain, beginnend mit „Heavy Metal ...", mag zwar etwas klischeemäßig rüberkommen, passt aber einfach perfekt. „Riding High", dürfte bereits aus dem Videoclip bekannt sein und verströmt fröhliche Biertrinkerlaune mit einigen schönen Gitarrenmelodien und einem starken Solo. Das Intro-Riff von „Tornado" erinnert stark an „For Those About To Rock", doch dies tut doch wirklich jedes Intro, das auf diese Art gezupft wird, dem Song schadet es jedenfalls nicht und er entwickelt sich zu einem richtigen Tornado, der auf ewig im Hörkanal wüten wird.

Das folgende „Hawk Eyes" klingt ebenfalls gut, geht aber in der Menge an herausragenden Songs etwas unter, und das trotz des coolen Dual-Lead-Gitarrenparts. Wie abwechslungsreich Heavy Metal auch heute noch sein kann, zeigen BULLET mit „This One´s For You", das mit einem interessanten Rhythmus und einem coolen tragenden Riff punkten kann. „Hammer Down" hingegen beginnt sogar mit leicht orientalischen Gitarrenklängen, bevor der Song dann in den typischen ACCEPT-Rhythmus fällt und jeden den Hammer schwingen lässt. Etwas schneller wird es wieder mit „It´s On", auf dem Hell Hofer seine Stimme ziemlich ausreizt. „Crossfire" bietet die volle Bandbreite an dem, was in den 80ern bei Gitarrenriffs und Melodien drin war und zeigt noch einmal deutlich, wo die Wurzeln von BULLET liegen. Etwas wilder wird es wieder mit „Run With The Hunted", ein Song, der live sicherlich gut funktionieren wird, das beißende Hauptriff wird so manchem den Nacken brechen. Den Abschluss des Albums bestreiten BULLET mit dem sehr Hard-Rock-lastigen „Coming In Loud", welches mich zum Teil an JUDAS PRIEST in den frühen Siebzigern erinnert - gelungener Abschluss.

BULLET zeigen mit „Storm Of Blades", wo der Hammer hängt und veröffentlichen wohl eines der besten Heavy-Metal-Alben des Jahres. Außerdem gelingt es der Band, endlich aus dem Schatten von ACCEPT heraus zu treten und einen gänzlich eigenen Stil zu spielen. Der neue Gitarrist passt perfekt zur Band, und man merkt dem Album die personellen Probleme an keiner Stelle an. Bleibt nur zu hoffen, dass das Album aufgrund der vielen Releases in dieser Sparte nicht untergehen wird. Für „Storm Of Blades" wäre jedenfalls nicht einmal der „Bladerunner" gewappnet. Also nimmt euch Hell Hofers Worte im Titelstück zu Herzen und „Prepare For The Storm Of Blades". (Pascal)


Bewertung: 9,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 38:12 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 05.09.2014

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