Slash - World On FireNachdem das Zusammenspiel zwischen SLASH und MYLES KENNEDY bereits auf dem ersten gemeinsamen Album „Apocalyptic Love" so verdammt gut geklappt hat, erblickt mit "World On Fire" nun der zweite Longplayer dieser Zusammenarbeit das Licht der Welt. Das sehr umfangreiche Album mit 17 (!) Songs untermauert noch einmal die gute Kooperation des legendären Gitarristen mit dem ALTER BRIDGE-Frontmann, welche vor ein paar Jahren mit „Back From Cali" und „Starlight" begonnen hatte. Aber schaffen es die beiden, gemeinsam mit den CONSPIRATORS, auch auf „World On Fire" das Niveau der bisherigen Songs zu halten?

Kurz gesagt, ja und nein. „World On Fire" ist eine gute Platte geworden und hat interessante Songs zu bieten, aufgrund der insgesamt 17 Stücke gehen aber einige Songs unter. Natürlich bin ich sehr froh darüber, dass es tatsächlich so viele Songs geworden sind, dennoch überfordert einen die große Menge zuerst einmal. Nach ein paar Durchläufen lässt dieses Gefühl aber nach und die Tracks gehen gut ins Ohr. Im Großen und Ganzen bietet SLASH einige gute Hooklines, die gekonnt von KENNEDYs unglaublicher Stimme hinterlegt werden. Begonnen mit dem Titelstück und der ersten Single „World On Fire"_ schickt die Band - ja Band, denn auch die CONSPIRATORS gehören dazu, mit „Shadow Life" direkt den ersten Ohrwurm hinterher. „Automatic" bietet interessante Gitarrenmelodien und die typischen SLASH-Solos. Bei „Wicked Stone" scheinen die frühen GUNS N ROSES-Werke durch, und es gibt die typisch groovigen SLASH-Rhythmen auf die Ohren. Die Slide-Gitarre wird zum ersten Mal für das famose „30 Years To Life" ausgepackt, und bei der anschließenden Ballade „Bent To Fly" gibt es das erste Mal Akustikgitarren zu hören. Es folgt ein weiterer Gassenhauer mit „Stone Blind", welcher mir selbst noch Tage nach dem Hören durch den Kopf geht.

Das anschließende „Too Far Gone" hingegen geht ein wenig unter, nicht wirklich schlecht, aber im Vergleich zu den anderen Stücken etwas schwächer. Sehr stark hingegen ist das anschließend „Beneath The Savage Sun", langsam mit genialem Rhythmus beginnend entwickelt sich der Song zum härtesten Stück des Albums. Waschechten Rock 'n' Roll gibt es im Anschluss bei „Withered Delilah" auf die Ohren, zumindest das Introriff zeigt deutlich, wo SLASHs Wurzeln liegen. Das etwas langsamere „Battleground" geht zwischen „Withered Delilah" und dem nächsten Ohrwurm „Dirty Girl" etwas verloren, und das, obwohl gerade hier MYLES KENNEDY sein ganzes Können zeigt. „Iris Of The Storm"_ erinnert mit der Einleitungsmelodie vom Sound her stark an „Sweet Child O Mine", und auch ansonsten ist es eine klasse Nummer geworden. Ebenso wie das darauf folgende „Avalon", das etwas schneller daher kommt und den Zuhörer direkt mitzieht. Das coolste Intro des Albums findet sich bei „The Dissident" wieder, außerdem bietet der Song noch eines der genialsten Solos des ganzen Albums. „Safari Inn" stellt sich direkt hinter „Watch This" an, ein sehr gelungenes Instrumental-Stück, auf dem einmal mehr deutlich wird, dass hier eine „richtige" Band am Werk ist. Jedenfalls bemerkt man den Einfluss der CONSPIRATORS Brent Fitz und Todd Kerns deutlich. Was auch nicht verwunderlich ist, schließlich erwähnt SLASH in fast jedem Interview, dass es sich um eine richtige Band handelt, auch wenn der Name dafür etwas ungünstig gewählt ist. Den Abschluss bestreiten SLASH und seine Mannen mit „The Unholy", einem mitreißenden Stück, das einen regelrecht grandiosen Schlusspunkt setzt.

Soundtechnisch klingt „World On Fire" sehr frisch und im Vergleich zu manch anderen modernen Produktionen sehr unaufdringlich. Dies mag mitunter auch an der analogen Aufnahmetechnik liegen, auf die SLASH immer noch großen Wert legt.

„World On Fire" ist eine gute bis sehr gute Platte geworden, dennoch befinden sich darauf nicht so viele Hits wie auf „Apocalyptic Love", und auch die große Abwechslung, die SLASH auf seinem selbstbetitelten Album zu bieten hatte, entfällt. Zwar bietet auch „World On Fire" einiges an Abwechslung, für die insgesamt 17 Songs aber eben zu wenig Abwechslung. Ich möchte hier zwar ungerne Vergleiche zu GUNS N ROSES ziehen, es lässt sich aber nicht von der Hand weisen, dass „World On Fire" weitaus mehr zu bieten hat als es „Chinese Democracy" nach 100 Durchläufen hätte. Das Niveau von „Slash" und „Apocalyptic Love" wird gehalten, und auch wenn die Hitdichte dieses Mal nicht so groß geworden ist, kann man das Album entspannt genießen und glücklich darüber sein, dass SLASH nach all dem Trubel mit VELVET REVOLVER und GUNS N ROSES nach wie vor in einer so coolen Band spielt und noch so coole Musik schreibt. (Pascal)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 17
Spielzeit: 57:23 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 12.09.2014

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