eluveitie originsELUVEITIE haben vor rund zweieinhalb Jahren mit „Helvetios“ ein verdammt starkes Album vorgelegt, das im Grunde ohne Schwächen auskam und das ich auch heute noch sehr gerne höre. Damit haben sie natürlich die Meßlatte für ihr nächstes Werk verdammt hoch gelegt. Das steht jetzt mit „Origins“ in den Läden. Und man ist gespannt, ob die Schweizer das hohe Level halten können.

Der Anfang klingt schon mal vielversprechend – und sehr vertraut. Wie schon der Vorgänger „Helvetios“ wird auch „Origins“ von einem Spoken Word-Intro eingeleitet, in welchem ein alter Mann einleitend erzählt (ich gehe stark davon aus, daß es auf „Helvetios“ auch schon Alexander Morton war). Und auch der erste Song, „The Nameless“ ist wieder wirklich stark geworden. Das macht richtig Vorfreude auf den Rest des Albums. Inhaltlich geht es dieses Mal – der Titel verrät es schon ein wenig -  um Sagen. Und zwar um solche, die die Herkunft bestimmter Dinge erklären, Ursprungslegenden sozusagen.

Und gut geht die Scheibe auch weiter. Sei es jetzt das geradezu fröhliche „From Darkness“ oder das wunderschöne „Celtos“, bei dem Anna Murphy einen großen Teil des Gesangs übernimmt und ihre Vocals perfekt mit Chrigels Growls verbindet. Die Spoken Word-Passagen von „Helvetios“ hat man beibehalten, auch eine alte Frau und ein Kind kommen noch zu Wort. Auch den Chören ist man treu geblieben; wie auch auf der Vorgängerscheibe werden sie jedoch eher dezent und äußerst geschickt eingesetzt, so daß sie schön episch und nicht aufgetragen wirken.

Es scheint fast, als hätte die Band endlich ihren Sound gefunden. Sofern eine Band, die sich stetig weiter entwickelt, das überhaupt behaupten kann. Auch Anna wird zunehmend mehr Raum eingeräumt, immer öfter übernimmt sie den Gesang, mit „Vianna“ hat sie auch wieder einen „eigenen“ Song, in dem sie den Leadgesang übernimmt. Und wenn es auch nicht unbedingt der beste Song der Scheibe ist, so ist es doch der mit dem größten Wiedererkennungswert. Neben „The Call Of The Mountains“, das ebenfalls von Anna gesungen wird.

Gleichzeitig erinnert die Band wieder öfter an ihre Wurzeln, die im Göterborger Metal verhaftet sind und klingt doch manches mal stark nach IN FLAMES (z.B. in „The Silver Sister“). Stört mich persönlich jedoch gar nicht. Alles in allem ist auch „Origins“ damit eine Scheibe geworden, an der es objektiv so gut wie nichts auszusetzen gibt.

Allein – mir fehlt etwas die Seele. „Helvetios“ hat gelebt. Man konnte sich regelrecht in die Geschichte und die damalige Situation hineinversetzen, hat mit den Helvetiern mitgelitten. Insbesondere Anna Murphy konnte mit ihrem Gesang die Verzweiflung der eingeschlossenen Helvetier überzeugend rüberbringen. „Origins“ löst diese Gefühle nicht bei mir aus. Es ist ein gutes Album. Ja. Aber es bewegt emotional nicht so sehr wie sein Vorgänger. Es fehlen auch die absoluten Ohrwürmer, die durch Mark und Bein gehen wie „A Rose For Epona“, „Alesia“ oder auch der Titelsong „Helvetios“. Auf „Origins“ finde ich nicht einen Song, von dem ich das behaupten könnte.

Technisch hat die Band alles richtig gemacht – aber der Spirit kommt nicht rüber. Ich will nicht behaupten, daß kein Herzblut in der Scheibe stecke – das stimmt ganz sicher nicht. Ich weiß, wie sehr sich ELUVEITIE in ihre Alben knien. Sie schaffen es nur dieses Mal leider nicht, das auch rüberzubringen. Irgendwie wirkt das Album seltsam flach, trotz der an sich sehr interessanten Thematik und der objektiv guten Umsetzung, die wieder mal Kitsch gekonnt vermeidet. Die Platte hat so gut angefangen, ist dann aber etwas versandet. Schade. Vielleicht liegt es aber auch gar nicht an der Band, sondern an mir? (Anne)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 16
Spielzeit: 57:21 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 01.08.2014

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