elvenking thepaganmanifestoVor 2 Jahren konnten mich die Italiener ELVENKING mit ihrem Album „Era“ wirklich überzeugen. Also hab' ich mir natürlich auch das neue Album „The Pagan Manifesto“ geschnappt. Kann ja nur was gutes dabei rauskommen. Jedoch gibt es manchmal auch einfach Momente im Leben, in denen man sich fragt, was zur Hölle eine Band da eigentlich macht und vor allem warum sie das tut was sie da tut.

Denn im Gegensatz zu „Era“ ist „The Pagan Manifesto“ nur bedingt hörbar. Ich schieb's mal vorweg: Fans werden wohl trotzdem ihren Spaß mit diesem Album haben, vor allem wenn sie gerne wild rumtanzen. Aber ob die Band mit diesem Werk neue Fans hinzugewinnen kann, wage ich doch stark zu bezweifeln. Und das liegt noch nichtmal an den Songs selbst. Zumindest nicht zum großen Teil.

Ich hoffe jetzt einfach mal inständig, daß es an der mp3-Qualität liegt, aber so recht glaube ich es nicht. Dieses Album ist mir einfach zu grausam abgemischt. Es klingt teilweise völlig chaotisch und viel zu undifferenziert und es passiert auch viel zu viel gleichzeitig. Vor allem die Geige steht oft viel zu sehr im Vordergrund und man hat das Gefühl, daß die Songs doch besser klingen würden, wenn die Geige entweder weniger oder zumindest akzentuierter eingesetzt werden würde.

Außerdem nerven mich die zahlreichen NIGHTWISH-(ich nenn's jetzt mal so)Zitate. Da hat man oft das Gefühl da wurden ganze Teile schamlos abgekupfert. Besonders bei „King Of The Elves“ hat wohl jemand zu oft NIGHTWISHs „Scaretale“ gelauscht. Dazu gibt es dann immer mal wieder Gitarren, die sich nicht so recht durchsetzen können und auch die wirklich guten Gastvocals von Amanda Somerville, am besten bekannt durch ihr Wirken bei AVANTASIA, können da nicht viel rausreißen.

Auch beim Schlagzeug fragt man sich ab und zu auf welchen Drogen der Drummer bei den Aufnahmen war. Gut, über große Strecken macht er seine Arbeit gut, aber manchmal sind dann wohl doch die Pferde mit ihm durchgegangen. Was dann aber nicht nach schnellem, sondern nach gehetztem Drumming klingt. Schlimm wird es dann, wenn wie bei „The Druid Ritual Of Oak“ die Geige auch noch ein ganz anderes Tempo fiedelt.

Auf der anderen Seite fehlt dann der Pepp, wenn es im gleichen Song „Let's go!“ heißt, doch statt harter Gitarren gibt es nur kurzes Gefiedel, bevor man in die alten Strukturen zurückfällt. Überhaupt dürfen die Gitarren nur selten in den Vordergrund, was ich ziemlich schade finde. Die wenigen Soli, die dann doch mal vorkommen, klingen so, als wäre der Band eingefallen, daß sie ja Metal spielen und man dann ja doch irgendwo noch ein Gitarrensolo einstreuen sollte.

Auch die Soundsamples (Feuerprasseln, Wolfsgeheul (oder was immer das sein soll)) wirken ziemlich billig und ich persönlich hätte sie dann doch lieber weggelassen. So klingt es wie gewollt und nicht gekonnt. Auch die immer wiederkehrenden NIGHTWISH-Samples klingen, als sei man in deren Studio eingebrochen und habe sich wahllos ein paar Orchestersamples geklaut.

„Pagan Revolution“ ist der erste Song, der mal sowas wie eine Hookline oder einen Ohrwurmrefrain hat und vor allem ist es der erste Song, der nicht ganz so chaotisch klingt. Mehr Songs dieser Art hätten dem Album gut getan. „Twilight Of Magic“ ist ein Song, den man als Beispiel für das ganze Album heranziehen kann. Der Song fängt eigentlich nicht schlecht an, klingt jedoch, als würde ein Bon Jovi auf Drogen über Elfen singen, doch dann wird das ganze dermaßen chaotisch mit einem dahingeworfenen Gitarrensolo, so daß man sich am Ende einfach nur fragt, was einem der Künstler damit sagen will.

Ich muß schon sagen, daß ich einigermaßen enttäuscht bin von diesem Album. Wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich annehmen, daß dies eine Neueinspielung oder gar Remastering einer alten Scheibe ist. Aber das hier ist tatsächlich eine neue Platte. „Era“ fand  ich wirklich gut. Aber „The Pagan Manifesto“ ist mir zu verworren, chaotisch, gehetzt und vor allem vom Sound her einfach zu schlecht. Noch zudem ist die Scheibe sehr seltsam abgemischt. Entweder so undifferenziert, daß es schwer fällt, einzelne Instrumente auszumachen, oder aber Drums und Geige sind viel zu weit in den Vordergrund gemischt. Und obwohl ich Geigen eigentlich mag und auch viele Bands mit Geige zu meinen Lieblingsbands gehören, nervt sie hier einfach nur. Wer gerne wild durch die Gegend hopst, den wird das wohl nicht stören. Live würde es mich wohl auch nicht stören, das ist nochmal eine andere Situation. Aber auf dieser Platte treibt mich das Gefiedel fast in den Wahnsinn. (Anne)


Bewertung: 5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 63:58 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 09.05.2014

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015