ignisfatuu unendlichvielewegeMittelalter Rock ist momentan schwer angesagt. Das merkt man nicht zuletzt an den jüngsten Charterfolgen von IN EXTREMO, SALTATIO MORTIS und SCHANDMAUL.
Doch wo die genannten Bands ihren Sound teilweise extrem angepasst haben und bis auf vereinzelte Dudelsackklänge eher in rockigen Gefilden unterwegs sind, sind die fränkischen „Irrlichter" (das ist die Bedeutung von IGNIS FATUU) ihrem Stil und vor allem ihren Wurzeln auch auf ihrem mittlerweile 3. Album treu geblieben.

P.G. (Gesang), Irene (Flöten, Dudelsack, Schalmei, Gesang), Alex (Drehleier, Nyckelharpa, Geige, Dudelsack), Peter Pathos (Gitarre, Gesang), Volker (Bass) und Robert (Schlagzeug, Percussion) erfinden auf „Unendlich Viele Wege" den Mittelalter Rock nicht neu, aber sie klingen definitiv authentischer als manch andere Band in diesem Genre.
Die Nürnberger scheinen außerdem genau zu wissen wie ihre Musik zu klingen hat, denn mit Peter Pathos hat ein Mitglied der Band selbst die Produktion in die Hand genommen und wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Während Christoph Beyerlein mit seinem Mastering im Seperate Sound Studio dem Album den finalen Schliff verpasst hat. Die Scheibe hat einen hervorragenden Sound. Auch die Stimmen von P.G. und Irene harmonieren sehr gut.

IGNIS FATUU kombinieren hier eher ruhige Stücke wie „Unendlich viele Wege" mit teilweise recht heftigen Nummern wie „Blut geleckt" und „Letztes Wort". Am besten gefällt mir die Band, wenn sie wie bei „Alchemie" und „Letztes Wort" in beinahe schon punkigen Gefilden unterwegs ist. Wie gesagt, darf man auf „Unendlich Viele Wege" keine Experimente oder gar progressive Spielereien erwarten. Stattdessen bekommt man ein Album, das zum Feiern einlädt und bei dem in seinen stärksten Momenten – als Anspieltipps seien „Blut geleckt", „Hyazinthen" „Alchemie" und „Letztes Wort" genannt – der Fuß schon fast automatisch mit wippt. Allerdings bietet das Album, subjektiv gesehen auch einige Schwachstellen, die teilweise sogar recht paradox anmuten.

Da wäre zuerst einmal das leider extrem kitschig ausgefallene „Signal", bei dem es zwar musikalisch nichts zu bemängeln gibt, das lyrisch aber gar nicht überzeugen kann.
Nun möchte ich zum, in meinen Augen, Paradoxon kommen, das einem IGNIS FATUU auf dieser Scheibe liefern. Nämlich zu der Tatsache, dass die beiden Stücke, die von der Musik und der Lyrik her am stärksten im mittelalterlichen Gewand herkommen, meiner Meinung nach, auch gleichzeitig die schwächsten des Albums sind. Damit meine ich „Der Rabe und der Wolf" und „Die Pforte". Zum Schluss bleibt mir noch zu sagen, dass wer einfach nur ein gut gemachtes, ehrliches Album sucht, das auch zum Feiern geeignet ist, hier bestens bedient ist. (Matthias)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:10 min
Label: Trollzorn
Veröffentlichungstermin: 07.03.2014

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