glittertind djevelsvartGLITTERTIND (benannt nach dem gleichnamigen norwegischen Berg) wurden 2001 von dem damals 16jährigen Torbjørn Sandvik ins Leben gerufen – und existierten lange Jahre nur als Einmannprojekt. Richtig gut war GLITTERTIND schon damals – man mochte kaum glauben, daß ein Einzelner, noch dazu so jung, das fabriziert hat. 2009 ging es mit dem Norweger richtig bergauf. Ein Deal bei Napalm Records, aus dem Einmannprojekt wurde eine richtige Band, es folgten einige Auftritte in Norwegen und den Niederlanden.

Doch seitdem hat man nichts mehr von der Band gehört. Das war nicht soo ungewöhnlich, hatte es doch schon öfter längere Pausen gegeben. Dieses Mal jedoch hatte die Pause einen weniger erfreulichen Grund: Torbjørns Freundin erkrankte an Krebs. Das hat auch die Stimmung des neuen Albums „Djevelsvart“ maßgeblich beeinflusst. Das und die Anschläge von Oslo und Utøya im Jahr 2011. Und so verwundert es nicht, daß „Djevelsvart“ das mit Abstand düsterste und härteste Album der Norweger geworden ist.

Dass eine neue Ära angebrochen ist, sieht man auch schon am Artwork. Früher wurden die Cover von FINNTROLLs Skrymer gestaltet, dieses Mal jedoch nicht. Dennoch trägt die Scheibe unverkennbar die Handschrift von Torbjørn Sandvik. Und doch gibt es Songs wie z.B. „Sprekk For Sol“, die so hart und metallisch sind wie nie zuvor. Aber das steht der Band wirklich gut zu Gesicht. Der angesprochene Song ist übrigens Torjus Jakobsen Blattman gewidmet, einem Fan der Band, der auf Utøya ums Leben kam.

Neben all der Härte gibt es aber auch immer noch die ursprünglichen GLITTERTIND, die  - gerne mal akustisch – sehr folkig und auch mit einer gewissen Grundfröhlichkeit rüberkommen. „Kvilelaus“ ist so ein Beispiel für einen wunderschönen akustischen Song. Dazwischen darf es wie in „Trollbunden“ auch gerne mal etwas experimenteller zugehen – dieser Song klingt über große Strecken gar nicht wie die alten GLITTERTIND.

Und ich muß sagen – so gut mir die alten GLITTERTIND gefallen haben – die neuen finde ich noch besser. Dieses Album hat alles, was man sich als Folk Metal-Fan wünschen kann. Harte, richtig metallische Parts, viel Akustik, die besten Klavierpassagen, die man auf einem GLITTERTIND-Album je gehört hat – und immer noch Torbjørns typischen Gesang. Ich würde nicht einmal behaupten, daß er ein besonders gut Sänger ist, aber seine Stimme zieht einen einfach in den Bann und klingt typisch nordisch. Die Band beweist aber auch, daß man auch ohne Strom richtig hart sein kann (siehe „Stjerneslor“).

Dazu kommen noch die norwegischen Texte (es gibt wieder ausschließlich norwegische Titel), was ich ja sehr mag. Zusammen mit seiner klaren Stimme klingt das einfach toll. „Djevelsvart“ ist ein Album geworden, bei dem es schwerfällt, etwas zu finden, was man daran aussetzen könnte. Einen Punkt habe ich: Mit noch nicht einmal 40 Minuten ist das Album einfach viel zu kurz! Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Band bald wieder live auftritt, denn Songs wie „Taaketanke“ oder „Sprekk For Sol“ würde ich sehr gerne einmal live hören. (Anne)


Bewertung:  8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 36:23 min
Label: Indie Recordings
Veröffentlichungstermin: 22.11.2013

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