silentforce risingfromashesEigentlich schien das Thema ja schon beendet, da Alex Beyrodt mit VOODOO CIRCLE eine neue Truppe am Start hat und auch sonst mehr als ausgelastet ist. Doch plötzlich erscheint mit dem programmatisch betitelten „Rising From Ashes" ein neues Lebenszeichen der Power Metalformation. Sechs Jahre nach „Walk The Earth" präsentieren sich SILENT FORCE in runderneuertem Line-Up. Mit an Bord ist Beyrodts Kumpel Mat Sinner, mit dem er neben VODOO CIRCLE auch bei SINNER und PRIMAL FEAR spielt. Dieser schwingt nicht nur wie üblich das Langholz, sondern übernahm auch wie zuletzt die Produktion. Dabei dürfte nicht nur die hohe gegenseitige Inspiration derzeit für den enormen Output aus deren Lager verantwortlich sein, sondern auch die Tatsache, dass man heute von einem Projekt keine Familie mehr ernähren kann. Wie da viele gute Ideen bleiben noch übrig und wie viel Substanz hat das Comebackwerk?

 

Mit den ersten Töne fegen die Herren bereits alle Verdachtsmomente ob Resteverwertung oder Unausgegorenheit beiseite. „Caught In Their Wicked Game" schießt so vehement nach vorne, das Riff rockt wie die Hölle, die Doublebass mahlt und der gute Alex haut einem die Arpeggien in MALMSTEEN-Manier um die Ohren. Das macht richtig Laune, obwohl es doch ein gutes Stück von dem an JUDAS PRIEST geschulten Material der Vergangenheit entfernt ist. YNGWIE MALMSTEEN wäre da schon einer ein Bezugspunkt, pendelt der Schwede ebenso wie die Deutschen im Grenzbereich zwischen klassischen Heavy Metal und Hardrock. Damit nimmt er den Pfad seines VOODOO CIRCLE-Debüts wieder auf, von dem er sich in bluesigere Gefilde verabschiedet hat.

Dieser Drive zieht sich nicht durch das gesamte Album, doch Balladen oder ähnliches sucht man vergebens. Gerade beim schnellen „Before You Run", in dem sich Beyrodt ein paar schöne Harmonien mit den Keyboards hervor zaubert, geht es richtig ab. Selbst wenn das Tempo in den Strophen ein wenig zu Gunsten der Atmosphäre gedrosselt wird treiben Songs wie „There Ain´t No Justice" gut nach vorne. Und gerade diese Atmosphäre ist neben der rockigen Attitüde das zweite Hauptmerkmal des neuen Sounds.
Die wird auch André Hilgers, dem einzig verbleibenden Mitglied der alten Besetzung, mit einigen Drumfills unterstützt. Wie etwa beim vorab als Video veröffentlichten „Circle Of Trust" bei dem die Keyboards im Vordergrund stehen, der tiefe Bass von Sinner sorgt hier für den nötigen Druck. Ist er hier noch wohlig dosiert, so pumpt er bei „You Gotta Kick It" mächtig in die Magengrube. Der fanfarenhafte Refrain knallt dann so richtig los, ähnliche Arrangements findet man auch bei „Anytime, Anywhere".

Für diesen neuen Kurs dürfte sich vor allem Alessandro Delvecchio verantwortlich zeichnen, der hier die Tasten übernimmt. Dass sein Zusammenspiel mit Beyrodt passt, bewies er schon mehrmals, als er bei dessen zweiter Soloband live den Studiocrack Martin Kresic ersetzte. Hier darf er sich nun austoben, ein paar Ideen wie die Hammondparts in „Turn Me Loose" einstreuen oder auch mal gekonnt solieren. Welch guter Songwriter er ist, konnte er im letzten Jahr bei seiner Mitwirkung am HARDLINE-Album „Danger Zone" zeigen. Wen das Ausloten zwischen Atmosphäre und rockigem Esprit an PRETTY MAIDS erinnert, sollte hier mal genauer hinhören, ob er nach dem arg modernen „Motherland" nicht mit „Rising From Ashes" seine Ersatzdroge findet.

Die Scheibe präsentiert trotz sich abwechslungsreich, sehr spielfreudig und weist keinerlei Abnutzungserscheinungen bei den Protagonisten auf. Diese Frische wurde von Mat Sinner gewohntermaßen mit einem richtigen „dicke Hose"-Sound in Szene gesetzt, wuchtig und kraftvoll. Doch nicht nur bei den eigenen Einspielungen sitzt der Mann an den Reglern, in der Vergangenheit stellte er sein Können unter anderem beim tollen KIMBALL/JAMISON-Werk unter Beweis.
Um die gesamte Klasse zu vereinen hat sich die Truppe noch die Dienste vom ehemaligen JADED HEART-Fronter Michael Bormann gesichert. Mit seiner kräftigen klassischen Rockstimme zählt er zu den stärksten Sängern hierzulande, und auch bei SILENT FORCE läuft er zu guter Form auf. Die Buddys hingegen werden schon wieder nach vorne schauen, in zwei Wochen gehen sie mit VOODOO CIRCLE und SINNER auf Tour, danach steht schon die Veröffentlichung des neuen PRIMAL FEAR-Albums an. Angesichts des Laufs, den die Zwei haben, wird uns auch hier die gewohnte Qualität ins haus stehen, solange widmen wir uns diese Kracher hier. (Pfälzer)

Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:07 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 13.12.2013

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