powerwolf preachersofthenightAuch dank dem allseits bekannten Sommerloch ist es seit gestern offiziell! Saarlands beste Metalband hat das erreicht, was selbst den meisten Big Playern im Heavy Metal Business ein Leben lang verwehrt bleibt. Sie sind mit ihrem neuen Album „Preachers Of The Night" von null auf eins in die offiziellen deutschen Albumcharts eingestiegen, der reinste Wahnsinn und was für eine Entwicklung für eine Band, die eigentlich erst seit zwei, drei Jahren so richtig Ernst genommen wird. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie die Wölfe im Sommer 2006 auf dem Bang Your Head Festival Samstagsmorgens um 10 Uhr mit ihrem Make-Up und den Kostümen die Bühne betraten und die bereits Anwesenden mit den Songs von „Return In Bloodred" und den seltsamen Ansagen von Attila Dorn zu Stirnrunzeln und Kopfschütteln in sämtliche Richtungen bewegten (und natürlich vor die Absperrung!). POWERWOLF waren damit das Gesprächsthema des Tages.

Höchstwahrscheinlich sind es sowieso die Liveshows, die den Saarländern diese beachtliche Zahl an Fans eingebracht haben, denn so gut die bisherigen vier Platten auch sind, man kann die Wölfe und ihr konsequent durchdachtes Konzept erst dann verstehen, wenn man sie bereits live gesehen hat; am besten gleich mehrmals.

Nach dieser kleinen Geschichtsstunde widmen wir uns der Gegenwart und dem neuen Album „Preachers Of The Night", das zu 110% den typischen Wolfsmetal enthält und gerade in der ersten Hälfte voll punkten kann. Das kongeniale Doppel „Amen & Attack" und „Sacred & Wild" (Songs eins und vier) wird zukünftig genauso zum Liveset gehören, wie „Secrets Of The Sancristy" (POWERWOLF goes Euro Metal) und „Coleus Sanctus". Letztgenannter Song ist leider der einzige, bei dem der typische POWERWOLF Humor so richtig zum Zuge kommt, man erinnere sich mit einem Lächeln auf den Lippen an „Saturday Satan", „Resurrection By Erection", „Catholic In The Morning, Satanist At Night" oder „Dead Boys Don't Cry". Der Rest ist textlich gesehen reichlich belanglos, soll an dieser Stelle aber nicht weiter stören, denn bei den Wölfen steht seit jeher der Spaß im Vordergrund.

Wie bereits vorab kolportiert haben POWERWOLF auf „Preachers Of The Night" nochmals aufs Pedal gedrückt und an Geschwindigkeit zugelegt, so viele Doublebasspassagen wie in „Amen & Attack", „Secrets Of The Sacristy" und „Cardinal Sin" gab's noch nie, dafür bleiben natürlich etwas die MIdtemposongs auf der Strecke, vielleicht das einzige Manko an „Preachers Of The Night". Man kann es auch so sehen, dass POWERWOLF noch mehr in die Extreme gehen, denn auch dieser einmalige Kirchenorgelsound von Falk Maria Schlegl kommt insgesamt besser zur Geltung als jemals zuvor.

Gab es bereits in der Vergangenheit POWEROLF Songs mit deutschen Textfragmenten („Moscow After Dark", „We Take The Church By Storm") so gehen die Wölfe dieses Mal einen Schritt weiter und legen mit „Kreuzfeuer" einen Song fast komplett in deutscher Sprache vor, bei dem man beim ersten Hören unweigerlich an IN EXTREMO erinnert wird. „Kreuzfeuer" beweist, dass auch die deutsche Sprache eine gute Sprache für die Band ist und da es gelungen ist, bin ich sicher, dass das kein einmaliges Experiment bleiben wird. Wie wär's beim nächsten Mal mit einem Song auf Saarländisch?

In der zweiten Albumhälfte geht es dann nicht mehr ganz so stark weiter, wobei es mit dem epischen Abschluss „Last Of The Living Dead", dem schön abwechslungsreichen „Cardinal Sin" und „In The Name Of God" auch weiterhin verdammt starke Songs gibt. Gewisse Abnutzungserscheinungen sind ganz normal bei dem engen Rahmen, in dem sich die Wölfe bewegen, einen halben Punkt in der Endabrechnung kostet es trotzdem.

Ich gebe gerne zu, dass ich nach zweimaligem Hören von „Preachers Of The Night" noch ein wenig enttäuscht war, weil einfach der Überraschungseffekt inzwischen fehlt, aber nach inzwischen 20 Hördurchgängen ist meine Skepsis in Begeisterung umgeschlagen, denn Album Nummer fünf ist von Nuancen abgesehen genau so stark wie seine vier Vorgänger! POWERWOLF überzeugen auch auf „Preachers Of The Night" nicht nur mit ihrem Image, sondern vor allem durch Eigenständigkeit, Inspiration, eine erneut herausragende Hitdichte und eine perfekte Produktion, was einem bewusst wird, wenn man sich alle fünf POWERWOLF Alben am Stück anhört. Respekt und Glückwunsch hierzu! (Maik)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 45:30 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 19.07.2013

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Andreass Avatar
Andreas antwortete auf das Thema: #10018 4 Jahre 9 Monate her
Ich glaube, mir fehlt hierfür der nötige Humor.

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