treatment_thismighthurtDas nenne ich mal einen gelungenen Karrierestart, den die britischen Youngsters von THE TREATMENT hingelegt haben. Kaum das Debüt in der Pipeline schon darf man für ALICE COOPER auf seiner „Welcome 2 My Nightmare"-Tour eröffnen. Was umso verwunderlicher ist, da „The Coop" auf seinem neuen Album so weit vom traditionellen Hardrock weg ist wie seit 25 Jahren nicht mehr. So etwas passiert natürlich nicht ohne Vitamin B und siehe da der Vater von Gitarrist Dhani Mansworth ist der AIRRACE-Sechssaiter Laurie Mansworth, welcher schon bei dem NWOBHM-Outfit MORE tätig war. Der produzierte auch das vom Tommy Newton gemischte „This Might Hurt", welches in Steve Harris´ Barnyard Studio aufgenommen wurde. Mal sehen was die Jungs aus so vielen Vorschußlorbeeren machen.

Der traditionelle Hardrock dem sich die Fünf verschrieben habe hat viele Gesichter. Eines ist mit dem Pubrock verwandt und wird in letzter derart häufig gezeigt, dass einem der Opener schon langweilen könnte. Zum Glück geht „Departed" aber schön im Up-Tempo nach vorne, so dass der Spaß trotz aller AC/DC-Anleihen nicht zu kurz kommt. Noch ein weiterer Klon im Stile von AIRBOURNE, das folgende „The Doctor" lässt es fast vermuten. Hier wird mit demselben Groove wie in „Running Wild" losgestampft.

Erst das hymnische „I Want Love" befreit sich mit seiner abgehangenen Pop-Punk-Attitüde von dem Korsett. Ruhiger lassen es THE TREATMENT bei „Just Tell Me Why" angehen, welches stark vom englischen Bluesrock der Endsechziger geprägt ist. Das Stück gibt es bei den Bonustracks noch als Akustikversion zu hören. In eine ähnliche Richtung geht auch „Nothing To Lose But Our Minds" dessen packende Strophe in eine MOTT THE HOOPLE-affinen Refrain mündet.
Hin und wieder lugen natürlich die australischen Superstars um die Ecke, aber auch US-Sleazer wie GUNS´N´ROSES oder AEOSMITH stehen auf dem Menü von „This Might Hurt". Bestes Beispiel dafür das schwerfällige und dennoch funkige „I Fear Nothing" oder auch der flotte Groover „Stone Cold Love".
Völlig aus dem Rahmen fällt „Road Rocket", die Hommage an das Schaffen des Vaters. Dieser Track, im Original eben von MORE besitzt den typischen Groove der damaligen britischen Metalszene und sorgt so für einen zu großen Kontrast zum eher erdigen Rhythmus der sonst auf dem Longplayer gefahren wird. Man schafft es nicht, dem Stück seinen Stempel aufzudrücken, umso eine eigene Interpretation zu schaffen.

Hinsichtlich der Gitarrenarbeit haben Mansworth und sein Sideman Tagore Grey auch noch viel bei THIN LIZZY abgeschaut. Immer wieder blitzen die doppelläufigen Leads auf, bevor der Muckersprössling zu seinen Soli ansetzt. Für ihr Alter von nicht mal 20 Jahren sind THE TREATMENT erstaunlich gut eingespielt und haben auch schon ein Händchen für schmissige und kraftvolle Songs. Nur in Sachen Eigenständigkeit müssen sie noch zulegen, doch auch hier zeigen sich gute Ansätze. In Sachen Klang und Technik kann bei so alten Hasen nicht viel schief gehen, auch wenn der Sound permanent nach voller Lautstärke verlangt. Ein ordentliches Debüt, das live gut ziehen könnte und auch tut wie ich mir sagen ließ. (Pfälzer)

Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 50:07 min
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichungstermin: 14.10.2011

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