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Blanc FacesBislang haben sich die Herren Robbie (Lead Vocals, Rhythm Guitar) und Brian La Blanc (Bass) zwar schon länger im Musikbusiness abgemüht – das aber vor allem in der Funktion als Studio-/Sessionmusiker – so trat Robbie unter anderem 2003 mit TOTO auf und beide La Blancs erhielten auch bereits großes Lob von Produzenten-Legende Arif Mardin, der allerdings eher mit Künstlern des seichteren Genre, wie z. B. Phil Collins oder den Bee Gees zu tun hat.
Nun treten die beiden erstmalig als Namensgeber ihrer eigenen Combo auf und begeben sich mit BLANC FACES - dem selbst betitelten Debut, unterstützt von Keyboarder Jeff Batter, Lead Guitarist Butch Taylor und den Drumspuren von Tony Archer - in genau die Region, in der sie sich offenbar am wohlsten fühlen: Melodic Rock.
Die Kost ist sehr solide und vor allem Robbie kann mit der leicht rauchigen Stimme – einer Mischung aus Richard Marx und Michael Bolton – durchweg voll überzeugen; schon der Opener „Here´s To You“ bietet eine überaus melodiöse Nummer, die zwar auf allen anderen Rockalben maximal den Härtegrad der Quotenballade erreicht, hier aber problemlos das Interesse des Hörers wecken kann. Im Rahmen des stilistisch Möglichen geben sich die beiden La Blancs fortan recht abwechslungsreich, landen aber auch mit einem stimmlich aggressiveren „Edge Of The World“ oder dem sehr eingängigen und gleichförmigen, (nichtsdestotrotz ersten Höhepunkt) „We´ll Make The Best Of It“ naturgemäß immer in niedrigeren Geschwindigkeitsbereichen.
In diesem ruhigen Gesamtkontext platzieren Brian und Robbie durchaus noch „echte“ Balladen wie das FOREIGNER-lastige „Stranger To Love“ oder „It´s Little To Late“ - diese wechseln sich artig mit erstaunlich flotten Rockern wie „Turn This World Around“ und „Staying Power“ (mit einem fast AC/DC-würdigen Riff!) ab.
Die Produktion ist insgesamt leider einen Hauch zu glattgebügelt geraten (PINK CREAM 69-Recke Dennis Ward zeichnet hier verantwortlich), so dass einige Songs („Where Do I Go From Here“ oder „We Will Rise“) sich nicht so recht entfalten wollen und auf einen Teil ihres Potentials verzichten müssen. Dafür gibt es mit „Beneath This Heart“ und „Sorry For The Heartache“ noch zwei äußerst ohrwurmverdächtige Rocker und mit „Pray For Me“ zumindest in der zweiten Hälfte eine Gänsehaut-Ballade.

Nach der Lektüre des Infoblattes war zu befürchten, dass BLANC FACES nur für absolut seichte Hintergrundberieselung taugen würden – aber schon nach dem ersten Durchhören des Debuts ist klar, dass sich die Brüder als würdige Erben der großen 80er-Jahre AOR- und Melodic Rock-Recken wie FOREIGNER, TOTO, BOSTON und auch Bands wie MECCA oder STRANGEWAYS erweisen, auch wenn der Sound zukünftig zwar gerne weiterhin melodisch aber durchaus etwas rauer ausfallen darf.

Note: 7,5 / 10

Anspieltipps: „We´ll Make The Best Of It”, „Staying Power”, „Sorry For The Heartache”

VÖ: 04.07.2005

Spielzeit: 52:40 min
Titel: 12
Label: Frontiers Records

(Naglagor)
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