Mehrfach-Wertung der Redaktionslash_slash.jpgIn einer Zeit, in der sich so ziemlich jede Band wiedervereinigt, solange nur die Kohle stimmt, würde auch eine Reunion von GUNS N' ROSES ins Bild passen, zumal die Gunners, oder besser gesagt, das, was von ihnen noch übrig geblieben ist (Axl Rose), von ihren Glanzzeiten („Appetite For Destruction“, „Use Your Illusion“) meilenweit entfernt sind; ich brauche nur den Witz des letzten Jahres „Chinese Democracy“ zu erwähnen, mit dem sich Axl Rose quasi selbst demontiert hat. Im Gegensatz dazu haben einige der ehemaligen Gunners inzwischen wieder richtig Blut geleckt, so zum Beispiel Duff McKagan mit seiner LOADED Band und vor allem die coole Rocksau SLASH hat in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört; sei es mit SLASH'S SNAKEPIT oder mit VELVET REVOLVER.

Nach diesen Bandgeschichten hatte SLASH augenscheinlich jetzt Bock auf sein erstes richtiges Soloalbum, wobei das Wort „Soloalbum“ bei der Schar an Gästen, die sich auf „Slash“ verewigt haben, zur Farce wird. Ich habe jetzt nicht genau gezählt, aber so knapp 20 dürften es schon sein, darunter solch illustre Namen wie Chris Chaney und Josh Frees an den Instrumenten sowie Lemmy, Kid Rock, Ozzy, Iggy Pop, Myles Kennedy, Chris Cornell und viele mehr als Gastsänger und einige Überraschungen wie Adam Levine von MAROON 5 und Fergie von den BLACK EYED PEAS!

Das hört sich schon mal vielversprechend an und das beeindruckende an diesem Album ist, dass SLASH es geschafft hat, seinen Gästen Songs auf den Leib zu schneidern, die perfekt zu diesen passen. Ozzy Osbourne kriegt eine düstere Rocknummer („Crucify The Dead“), Iggy Pop einen einfach gestrickten Punksong („We're All Gonna Die“), Adam Levine die Ballade („Gotten“), Lemmy darf in „Doctor Alibi“ auf seine bekannte Art und Weise knarzen und da SLASH auch M. Shadows von AVENGED SEVENFOLD zum munteren Treiben eingeladen hat, gibt’s mit „Nothing To Say“ auch noch reinrassigen Heavy Metal. Geil!

Sicherlich sind nicht alle 13 Songs Volltreffer, aber bei einem Album, das sämtliche Sparten der (härteren) Rockmusik abdeckt, und dem deshalb zwangsläufig der rote Faden fehlt, konnte man das auch nicht erwarten. Trotzdem hat jede Nummer auf ihre eigene Art und Weise ihre Daseinsberechtigung und eigentlich wollte ich überhaupt keinen Song aus der Masse hervorheben, aber ich tue es jetzt doch, denn auf „Slash“ gibt es drei Songs, die das verdient haben.
Zu allererst mal muss man vor der Kollaboration mit der heißen Fergie den Hut (oder besser noch den Zylinder) ziehen, denn Fergie's Rockröhre, von der man nicht mal wusste, dass sie so was hat, macht das fetzige „Beautiful Dangerous“ zu einer richtig geilen Nummer. Ein ganz anderes Kaliber, aber nicht minder grandios, ist „By The Sword“, das von WOLFMOTHER Sänger Andrew Stockdale intoniert wurde, und das auf jedem WOLFMOTHER Album als Highlight durchgehen würde. Und dann gibt es kurz bevor Iggy Pop klarstellt, dass wir alle sterben müssen, noch eine leicht progressive 70ties Nummer, „Saint Is A Sinner Too“, die vom mir völlig unbekannten Rocco De Luca eingesungen wurde, und die ebenfalls richtig klasse ist.

SLASH wird mit seinem selbstbetitelten Soloalbum mit Sicherheit nicht so viel Staub in der Öffentlichkeit aufwirbeln wie das x-mal verschobene und nur lächerliche „Chinese Democracy“, dafür steckt „Slash“ die chinesische Demokratie aber mal so was von locker in die Tasche. Eine coole Compilation mit einigen richtig duften Rocksong, die man jedem Anhänger handgemachter Musik empfehlen kann. Das perfekte Futter für den Sommer! (Maik)

Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 57:49 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 09.04.2010

Wertung der Redaktion
Kevin Bernie Jochen Brix Mika Rainer Seb
7,5 8,5 7,5 7,5 8 7 6,5
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