neverland_-_ophidia_artwork.jpgDie Story von NEVERLAND begann 2004 als die türkischen Prog-Powermetaller DREAMTONE ihre Demos in die ganze Welt verschickten. Die griechische Sängerin Iris Mavraki wurde aufgrund ihrer gemeinsamen Leidenschaft für Klassik auf die Truppe aufmerksam und nach ein paar Konzerten, die man zusammen gespielt hat begann man Songs für das neue Projekt zu schreiben. 2008 erschien dann das Debüt „Reversing Time“, welches von der Kritik wohlwollend aufgenommen wurde und mit illustren Gästen aufwarten konnte. Nun geht das länderübergreifende Experiment in die zweite Runde, "Ophidia„ steht in den Läden.

Mit dem dezent aufspielenden Orchester zu Beginn von „This Voice Inside“ knüpft man genau dort an, wo man auf dem Erstling aufgehört hatte. Verhallte Chöre ebnen den Weg für die ersten Riffattacken, denen eine für melodischen Metal heute typischen getragenen Strophe folgt. Der hymnische Chorus ist im melodischen Bereich dann ebenso Standard wie die feinen Gitarren - und Synthesizer-Soli bei ihren Prog-Wurzeln.
Diese werden nach dem schnellen „Silence The Wolves“ im Titelstück noch besser bedient. Vertrackte Akkordfolgen und ein orientalische Flair sorgen mit den Streichern für eine düstere Atmosphäre. Madame Mavraki hält sich über die komplette Spieldauer eher zurück, hat aber im akustischen „Will Pof God“ ihren Auftritt.

Einen weitaus mächtigeren Auftritt hat dann Jon Oliva, der das wuchtige „Invisible War“ mit seiner Stimme veredelt, folkloristische Elemente und Leadfills runden die Nummer ab. Auf der Gästeliste stehen weiterhin noch ANGRA-Fronter Edu Falaschi und der Schwede Urban Breed, der schon bei TAD MOROSE das Mikro schwang. Ähnlich bombastisch aufgebläht wie bei dem Stück mit dem „Mountain King“ geht es im reichlich orchestrierten „Speak To Me“ zu. Bei dem leicht sphärischen Lied meldet sich auch die Dame wieder zu Wort.
Etwas ruhiger geht es bei „Places Unknown“ zu, bei dem das Piano und bedächtige Streicher die Akustische begleiten. Interessante Ansätze bietet auch „Final Odyssey“, bei dem eine Mandoline toll mit dem Piano harmoniert. Die Leadgitarre nimmt das den ganzen Song präsente Thema in der Folge auf, man fällt aber wieder öfter auf die einleitende Instrumentierung zurück.

Leider bedient man auch immer wieder viel gehörte Metalklischees, der ein oder andere Melodiebogen kommt schon bekannt vor. Zwar bemüht man gesanglich auch mal das Operettenhafte wie im rockigen „No One Leaves The Hive“, doch vieles wirkt aufgesetzt.
Dazu leidet „Ophidia“ unter einem wenig differenzierten und zu trockenen Sound, der einiges eher chaotisch wirken lässt. Die ohnehin leicht hakeligen Arrangements kommen dadurch zerfahren rüber und der nötige Druck wird schmerzlich vermisst. Mit einem voluminösen Klangbild kann man gerade bei derartiger Mucke einiges kaschieren, aber hier werden die Schwächen gerade dadurch offen gelegt.
Schade, da wäre bei der Völkerverständigung mehr drin gewesen, vor allem nach den Vorschußlorbeeren nach dem Debüt. NEVERLAND kommen zu wenig auf den Punkt, zu viele Kinderkrankheiten schleichen sich in die guten Ansätze ein, damit kommt man am Ende nur mit Durchschnitt hin. (Pfälzer)

Bewertung: 5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 53:44 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 26.03.2010

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