bulletmonks_weapons.jpgOb die mit einem Panzergeschütz bewaffnete Schnecke auf dem Cover nun eine kleine Spielerei ist oder doch eine komisch-groteske Kritik in Bezug auf die nie gefundenen Massenvernichtungswaffen des Irak, die als Auslöser des zweiten Golfkriegs herhalten mussten, ist wohl eher ein Thema für den Philosophieunterricht. Nicht so jedoch die Musik der BULLETMONKS, welche sich trotz der seltsamen Beschreibung Mosh’n’Roll wirklich hören lassen kann. Mit ihrem Debüt „Weapons Of Mass Destruction“ wollen sie vor allem hierzulande die Metalszene überrollen.

Die Plattenfirma hat es zwar mal wieder geschafft ein wenig zu übertreiben, weshalb man glauben könnte, es handle sich hier um das Comeback-Album einer einstigen Rockinstitution, aber dennoch bietet „Weapons Of Mass Destruciton“ eine Vielzahl guter bis sehr guter Songs. Schon der Opener „No Gain, Just Pain“ bietet eine ordentliche Mischung aus (gutem) Punk und räudigem Rock’n’Roll wie man ihn hierzulande eigentlich nur aus Down-Under kennt.

Einziger Kritikpunkt hierbei wären die zu inflationär verwendeten Breaks, die das Stück an mancher Stelle etwas abgehackt klingen lassen. Genau diesen Fehler vermeidet man mit „My World’s A Show“, den der geneigte Zuhörer an zweiter Stelle geboten bekommt. Des weiteren besitzt „My World’s…“ noch eine ordentliche Portion Blues-Einschlag, der allerdings nicht den ganzen Song bestimmt, sondern nur an passenden Stellen eingebracht wird, wenn mal nicht der dreckige Rock’n’Roll vorherrscht.
Es finden sich auf dem gesamten Album immer wieder viele verschiedene eingebrachte Stile, ohne dass das Album nun gekünstelt oder gar heterogen klingen würde. So findet man auf „Downtown Is Dead“ ordentlichen Südstaaten Rock vor oder bei „We’re All Fucked“ und dem absoluten Highlight „I am“ lupenreinen Thrash, mit progressiven Einflüssen, der mit gutgemachten Riffs und Gitarrenintermezzi glänzen kann.

Ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Band nicht auf ein einziges Genre reduzieren lassen will, beweist „Under The Black Sun“, bei dem progressive Elemente Einkehr erhalten, was die Hooklines ambivalenter erscheinen lässt.
Es gibt natürlich auch Songs, die sich das fast komplett deutsche Quartett hätte sparen können. So entpuppt sich „Never Be A Wannabe“ als zu punklastig und „Canned Insanity“ trotz guten Anfangs als viel zu hektisch und somit als wenig empfehlenswert. Zwar sind beide Stücke absolute Up-Tempo-Nummern, die ein jeder auf Konzerten mitgrölen kann, was jedoch nichts an der mangelnden Qualität ändern kann.

Die BULLETMONKS haben es geschafft diverse Stile des Rock und Heavy Metal miteinander zu vereinen, eine ordentliche Produktion hinzulegen und zu beweisen, dass all ihre selbst erworbenen Vorschusslorbeeren sehr wohl gerechtfertigt sind. Aber was soll bei einer gut eingespielten Truppe und einem Säger der oft an Phil Rind (SACRED REICH) erinnert auch schon groß daneben gehen? (David)


Bewertung: 7 / 10 

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 54:38 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 27.03.2009

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