Mehrfach-Wertung der Redaktionpowerwolf_bibleofthebeast.jpgGemeinhin heißt es, das dritte Album einer Band entscheide über ihr Wohl und Wehe. Im Falle von POWERWOLF sage ich: Bullshit! Das rumänisch-saarländische (oder saarländisch-rumänische?) Wolfsrudel hat es bereits mit seinem Debütalbum „Return In Bloodred“ geschafft, sich eine vollkommen eigene Nische zu schaffen, und das ohne zwanghaft tausend Stile willkürlich miteinander zu verknüpfen. Doch „Return In Bloodred“ war erst der Anfang, so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm, spätestens seit dem zweiten Album „Lupus Dei“, das von meinem werten Kollegen Bernie vor zwei Jahren völlig zu Recht mit 9,5 Punkten prämiert wurde (Review dazu gibt’s hier), sind POWERWOLF innerhalb der Szene unsterblich. Es gibt auf der ganzen weiten Welt keine zweite Band, die es schafft, traditionelle, von IRON MAIDEN, MANOWAR und MERCYFUL FATE inspirierte Metalhymnen zu erschaffen, und sie vollkommen unpeinlich mit dieser unnachahmlichen Priese Humor zu würzen, wie es POWERWOLF schaffen. Dank ausgiebiger Touren mit GRAVE DIGGER, BRAINSTORM und CANDLEMASS (u.a.) in den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Anhänger, die dem Wolf verfielen, rasant an, und die nicht wenigen Fans der Band werden auch das aktuelle dritte Studioalbum „Bible Of The Beast“ abgöttisch lieben und in den nächsten Wochen und Monaten auf Dauerrotation setzen, das kann ich versichern.

„Bible Of The Beast“ ist genau die richtige Scheibe zum richtigen Zeitpunkt, die POWERWOLF endgültig in die erste Liga der nationalen Metal Bands führen wird! Den noch größeren Knaller als „Lupus Dei“ haben die fünf Wölfe zwar nicht vollbracht, wie mein Kollege damals prophezeite, aber meiner bescheidenen Meinung nach war das sowieso nahezu unmöglich. Angesichts der Klasse von „Lupus Dei“ fragt man sich sowieso vor dem ersten Hören von „Bible Of The Beast“, was da eigentlich noch kommen soll, doch schon bei den ersten Takten des bombastischen Intros „Opening: Prelude To Purgatory“ (das beste Intro seit Jahren!) wird man erneut vom Wolf in seinen Bann gezogen, und spätestens beim Refrain von „Raise Your Fist, Evangelist“ reißt man in der Tat die Faust in die Höhe (scheiß drauf, dass man katholisch ist) und ist sich sicher, das auch „Bible Of The Beast“ ein Klassiker werden wird.  

Musikalisch und textlich setzen POWERWOLF ihre auf „Return In Bloodred“ und „Lupus Dei“ eingeschlagene Linie in konsequentester Weise fort, wen wundert's. Kleinere Veränderungen im Gesamtbild sind allerdings dann doch auszumachen, und das ist auch sehr gut so, denn eine reine Kopie von „Lupus Dei“ wäre eher schädlich gewesen. Die erste Veränderung deutet sich im sakralen Intro bereits an, und zieht sich über die gesamte Scheibe: POWERWOLF haben noch mehr als früher die Chöre für sich entdeckt. Wer darauf steht, kann jetzt vor Freude im Dreieck springen, wem's bislang schon zu viel Bombast bei POWERWOLF war, der wird das ein oder andere Problemchen mit „Bible Of The Beast“ haben. Ein zweite kleine Soundanpassung knüpft daran an und betrifft den Status des Wolfes an den Tasten. Stand Falk Maria Schlegel zu Debützeiten noch im Schatten der beiden Wölfe an den Äxten, so ist die Orgel inzwischen von einem ergänzenden zu einem tragenden Instrument mutiert. Das soll nicht heißen, dass die Riffs der Gebrüder Greywolf in den Hintergrund treten, eher das Gegenteil ist der Fall, „Bible Of The Beast“ ist das härteste POWERWOLF Album, die Orgel tritt ganz einfach zusätzlich in den Vordergrund, was für noch mehr Abwechslung sorgt und ausgezeichnet zum majestätischen Touch der einzelnen Songs passt.   

Damit zum Wichtigsten, den Songs von „Bible Of The Beast“, die sich zum Großteil nicht hinter denen von „Lupus Dei“ verstecken müssen. Wir erinnern uns kurz zurück: „Lupus Dei“ war eine Platte, die vom einleitenden „We Take It From The Living“ bis zum ausklingenden opulenten Titeltrack, ausnahmslos aus Hits bestand. Und mit Hits meine ich mitreißende Perlen vom Kaliber „Run To The Hills“, „The Number Of The Beast“ oder „Fear Of The Dark“. Damit kann „Bible Of The Beast“ nicht ganz mithalten, denn mit „Midnight Messiah“ und dem streitbaren „Moscow After Dark“ haben sich zwei gute Songs auf die Platte eingeschlichen, die aber nicht ganz so großartig sind, wie das restliche POWERWOLF'sche Schaffen. Ich gebe zu, das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau und bei anderen Band wären solche Songs die klaren unumstrittenen Anspieltipps, aber bei POWERWOLF ist alles ein wenig anders, so verwöhnt ist man inzwischen durch die ersten beiden Alben und dem Großteil der aktuellen Bibel.

Ich könnte mir jetzt problemlos noch seitenweise über die Vorzüge der richtig geilen Songs von „Bible Of The Beast“ einen Wolf labern, zur Schonung der Nerven belasse ich es mal bei der reinen Aufzählung der Songtitel, denn wer angesichts solch gottverdammt genialen Songtitel nicht total Bock auf diese Scheibe kriegt, der geht erstens zum Lachen in den Keller, hat zweitens von Heavy Metal keine Ahnung, wird drittens POWERWOLF sowieso nie verstehen, dem ist viertens nicht mehr zu helfen und der hat fünftens eh schon das Lesen eingestellt. „Raise Your Fist Evangelist“, „Panic In The Pentagram“ (noch besser als „Saturday Satan“), „Catholic In The Morning...Satanist At Night“, „Seven Deadly Saints“, „Werewolves Of Armenia“, „We Take The Church By Storm“ „Resurrection By Erection“ (die ultimative Hymne), „St. Satan's Day“ und als abschließende MANOWAR Parodie „Wolves Against The World“. Summa summarum 9 unwiderstehliche Highlights!

Hätte mein Kollege damals für „Lupus Dei“ nicht mit der Höchstnote gegeizt, wäre für „Bible Of The Beast“ vielleicht sogar die 9,5 drin gewesen. Da Album Nummer drei aber ein ganz klein wenig schwächer ausgefallen ist als sein Vorgänger, ich weiß ich wiederhole mich, belasse ich es bei 9 Punkten, und der Aufforderung an alle und jeden, sich nicht nur dieses Werk des Wolfes zuzulegen, sondern am Besten gleich alle drei! „Iron Maiden“, „Killers“, „The Number Of The Beast“ war gestern, heute lautet die Trilogie der Meister „Return In Bloodred“, „Lupus Dei“ und „Bible Of The Beast“! (Maik)

Bewertung: 9 / 10


Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 47:46 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungstermin: 24.04.2009

Wertung der Redaktion
Bernie Mika Holger Sebastian Metalpfälzer Brix David
9 7 8 7 7,5 8 8
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