bulletformyvalentine gravityWas BULLET FOR MY VALENTINE angeht, bin ich zugegebenermaßen ein wenig vorbelastet. Zählt doch ihr Debüt „The Poison“ zu den fünf am meisten gehörten Alben in meiner Sammlung überhaupt. Dennoch ist es den Walisern, meines Erachtens, nie wieder gelungen an die Qualität ihres Erstlings aus dem Jahr 2005 anzuknüpfen. Auch wenn die Folgealben, sieht man einmal von dem recht schwachen „Temper Temper“ (2013) ab, allesamt alles andere als schlecht waren. Weiterhin schien es, als hätte die Band es mit „Venom“ (2015) geschafft, sich zu rehabilitieren und „Temper Temper“ wenigstens teilweise vergessen zu machen. Man denke nur an Stücke wie „No Way Out“ oder „You Want A Battle? (Here’s A War)".

Seitdem sind 3 Jahre vergangen, in denen bei BULLET FOR MY VALENTINE eine Menge passiert ist. Da wäre zu einem die Tatsache, dass mit Schlagzeuger Jason Bowld (ex-PITCHSHIFTER) und Bassist Jamie Mathias (ex-REVOKER) zwei neue Mitglieder integriert werden mussten, sowie die Scheidung von Frontmann Matt Tuck. Besonders diese hatte erheblichen Einfluss auf die 11 auf „Gravity“ enthaltenen Stücke.

Das bereits am 29.06. erschienene sechste Album der Gruppe beginnt mit „Leap Of Faith“ für BULLET FOR MY VALENTINE Verhältnisse recht ungewöhnlich und macht schnell klar, in welche Richtung es mittlerweile musikalisch geht. Matthew Tuck (Gesang, Gitarre), Michael Paget (Gitarre, Hintergrundgesang), Jason Bowld (Schagzeug) und Jamie Mathias (Bass) haben ihren Sound erheblich um elektronische Elemente erweitert. Man kann jedoch schon nach wenigen Sekunden der ersten Nummer sagen, dass sie das besser gelassen hätten, denn bereits das erste Lied der Scheibe zündet überhaupt nicht.

Auch das bereits seit längerem bekannte „Over It“ reißt mich nicht gerade vom Hocker. Stattdessen reibt man sich hier verwundert die Augen und fragt sich was bitte in Tuck und Co. gefahren ist. Ich bin sicher der Letzte, der gegen musikalische Weiterentwicklung ist, aber bitte nicht so. „Over It“ ist zwar noch einigermaßen annehmbar, aber je länger die Scheibe läuft, umso kalkulierter wirkt sie. Das Songwriting wirkt simpel und einfallslos, und dass Tuck in den Texten seine Befindlichkeiten preisgibt, macht die Sache auch nicht besser. Klar ist der Frontmann auch nur ein Mensch, aber man möchte am liebsten „Tuck, heul leise!“ rufen. Auch die glattgebügelte Produktion sorgt hier nicht gerade für Spaß beim Hören.

Die Ballade „The Very Last Time" und das unsägliche „Not Dead Yet“ sind geradezu peinlich und sorgen für eine gewaltige Portion Fremdschämen. Da nützt es auch nicht, dass Tuck in „Piece Of Me“ den harten Mann markiert, die Nummer kauft ihm nach all den weichgespülten Liedern auf „Gravity“ eh niemand mehr ab.

Nach 3 Jahren Wartezeit hatte ich deutlich mehr von BULLET FOR MY VALENTINE erwartet, als das hier Gebotene. Möglich, dass ich wegen meiner Begeisterung für „The Poison“ ein wenig voreingenommen bin, aber „Gravity“ ist ganz klar das bisher schlechteste Werk der Musiker. (Matthias)

Bewertung:

Matthias5,0 5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 53:23 min
Label: Spinefarm/Universal Music
Veröffentlichungstermin: 29.06.2018

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