mikeshinoda posttraumaticEs steht außer Frage, dass kein LINKIN PARK Fan jemals den 21.07.2017 vergessen können wird. An diesem Tag entschloss sich Sänger Chester Bennington, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Über den Freitod Benningtons wurde viel geschrieben und es wurde auch mindestens genau so viel über die Gründe spekuliert. Ich werde daher einen Teufel tun und mich hier an irgendwelchen Spekulationen beteiligen. Schon alleine, weil wir es hier nicht nur mit dem Suizid eines sogenannten Rockstars zu tun haben, sondern auch wegen der Tatsache, dass hinter dem Tod Chesters auch ein menschliches Schicksal steht und dieser Mensch Freunde, Kollegen und Familie hatte, die nun mit diesem Verlust und ihrer Trauer weiterhin leben müssen.

Zu diesen Menschen zählt auch zweifelsohne MIKE SHINODA, der nicht nur ein Gründungsmitglied von LINKIN PARK, sondern dort auch für Rap, Rhythmus-Gitarre, Keyboard, Klavier, Hintergrundgesang und Gesang zuständig ist. Man kann nur erahnen, was der Verlust seines Bandkollegen und vor allem Freund für Shinoda bedeuten muss. Auch weil ihm immer wieder die Frage nach der Zukunft von LINKIN PARK gestellt wird. Eine Frage auf die er, wie er ihn aktuellen Interviews immer wieder betont, momentan keine Antwort hat.

Doch hier soll es schließlich nicht nur um den Tod Chester Benningtons gehen, sondern vorrangig um „Post Traumatic“, das erste Soloalbum von MIKE SHINODA. Denn um den Tod seines Freundes und seine zwiespältigen Emotionen, welche zwischen Verleugnung, Trauer, Verzweiflung und Wut lagen, zu verarbeiten, schloss Shinoda sich in einem Studio in Los Angeles ein und nahm das am 15.06. veröffentliche Album größtenteils im Alleingang auf.

Wer nun hoffte, hier eine Antwort auf die Frage zu finden wie LINKIN PARK, falls es mit der Band überhaupt weitergehen sollte, zukünftig klingen könnten, der wird weiter suchen müssen. Auch mit dem Werk „The Rising Tied“, welches Shinoda 2005 unter dem Namen FORT MINOR veröffentlichte, haben die 16 Stücke nur bedingt etwas zu tun.

„Post Traumatic“ bietet eher einen Blick in das Seelenleben Shinodas und erinnert bei Stücken wie „Watching As I Fall“, „Ghosts“ und „Lift Off“ ein klein wenig an „One More Light“ (2017). Und so sehr man sich auch dagegen sträuben oder der Tatsache bewusst sein mag, dass auf der Hülle MIKE SHINODA und nicht LINKIN PARK steht, ertappt man sich doch immer wieder bei dem Gedanken, dass doch jetzt eigentlich gleich Chester Bennington mit seinem Gesang einsetzen müsste.

Stattdessen bietet einem Shinoda bei den hier enthaltenen 16 Stücken eine Mischung aus gemächlichem Pop, Elektronik und etwas Rap. Die Stücke auf „Post Traumatic“ sind nicht wirklich schlecht, reißen einen aber auch nicht wirklich vom Hocker. Das mag auch daran liegen, dass die Produktion viel zu glatt geraten ist.

Ein Überalbum ist „Post Traumatic“ nun wirklich nicht. Doch hatte das denn ernsthaft jemand erwartet? Man sollte die Scheibe daher auch nicht mit den Werken aus dem Hause LINKIN PARK vergleichen, obwohl man leider sagen muss, dass „One More Light“ von den selben Menschen gnadenlos zerrissen wurde, die das Album nach Chesters Tod genauso heuchlerisch abfeierten.

„Post Traumatic“ ist ein, wenn auch nicht herausragendes, jedoch durchaus annehmbares Pop Album. Mehr kann man von MIKE SHINODA, meiner Meinung nach, momentan nicht verlangen. (Matthias)

Bewertung:

Matthias6,0 6 / 10

Anzahl der Songs: 16
Spielzeit: 50:36 min
Label: Warner Bros. Records
Veröffentlichungstermin: 15.06.2018

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