fractalgates thelightthatshinesIrgendwie scheint es in Frankreich ja nicht so viele Metalbands zu geben wie andernorts. Nachgezählt habe ich jetzt nicht, aber man hat immer so den Eindruck. Und wenn, dann spielen diese Bands meistens eher die softere Schiene. Und da kommen nun FRACTAL GATES daher. Als ich die Band zum ersten Mal hörte, hätte ich als Herkunftsland auf Schweden getippt. Gar keine Frage. Aber – tatsächlich – die Band residiert Frankreich. Und spielt Schwedendeath der Göteborger Schule als stammten sie wirklich aus dem hohen Norden.

Thematisch befasst man sich mit Science Fiction, was man auf „The Light That Shines“ musikalisch jedoch nur dem Intro „Visions X“, dem Interlude „Visions XI“ und dem Outro „Visions XII“ anklingen lässt. Wobei sich diese Stücke dann musikalisch wieder so stark vom Rest unterscheiden, dass man sich fragen kann, ob man sie überhaupt gebraucht hätte.

Wie auch immer: Der erste „richtige“ Song, „Breath Of Life“ schlägt nach dem Intro ein wie eine Bombe. Die tiefen Vocals von Sébastien Pierre passen perfekt zur Musik und geben ihr einen etwas düstereren Anstrich. Aber auch instrumental macht dieser Song richtig was daher. Erinnert man zu Beginn des Stück noch etwas an gute IN FLAMES, entwickelt sich der Song später eher Richtung DARK TRANQUILLITY. Was für ein Einstieg in die Platte! Dieser Song macht richtig Spaß. „Chasing The Line“ nimmt sich zunächst etwas zurück, nur um dann zu explodieren. Und auch „Infinity“ begeistert mit toller Melodieführung und macht einfach Spaß, besonders wenn das Tempo dann noch einmal anzieht. Dieses Stück erinnert noch stärker an DARK TRANQUILLITY, aber dennoch schafft es die Band, eigenständig zu klingen.

„Bound By Time“ drosselt das Tempo und geht die Sache zunächst etwas ruhiger an. Und entwickelt sich dann aber doch noch zu einer schönen Uptemponummer, die zum Mitbangen geradezu einlädt. „Dreams Apart“ hat leicht düstere Anleihen und auch dieses Stück macht echt Spaß. Hier darf sich das Keyboard immer mal wieder ausbreiten, was für eine angenehme Abwechslung sorgt.

„Faceless“ kommt nach dem spacigen Zwischenspiel „Visions XI“ gleich zur Sache, nimmt dann etwas Tempo raus und wird gegen Ende hin immer ruhiger. Bei „Arise“ gibt es dann endlich mal ein Gitarrensolo – irgendwie hat man das bisher schon etwas vermisst. „Reborn“ hat dann wieder leichte Anleihen an alte IN FLAMES, wird dann aber sehr viel melodischer und fadet gegen Ende sehr ruhig aus. Der Titelsong „The Light That Shines“ erinnert aber wieder sehr an DARK TRANQUILLITY. Kurz und knackig macht das Stück richtig Spaß, bevor mit „Seas Of Flames“ der längste Song des Albums folgt, der vor allem mit langen Instrumentalpassagen und schönen Melodiebögen begeistern kann.

„The Light That Shines“ ist ein schönes Melodic Death-Album, in das alle Fans von Schwedendeath und insbesondere Fans von DARK TRANQUILLITY mal reinhören sollten. Zwar sind FRACTAL GATES im Grunde, wenn man es so hart sagen will, wenig abwechslungsreich und nicht besonders innovativ, andererseits spielen sie aber genau die Art von Melodic Death Metal, die man gerne hört. Und da kann man zugunsten des Hörgenusses auch mal auf sowas verzichten. Apropos Hörgenuss: Die Produktion von Dan Swanö ist – wie nicht anders zu erwarten – allererste Sahne. Insbesondere die Drums sind perfekt in Szene gesetzt wie es in letzter Zeit nur bei wenigen Alben der Fall war. Kurz (und zum wiederholten Mal) gesagt: „The Light That Shines“ macht einfach Spaß. (Anne)


Bewertung:

Anne7,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 44:13 min
Label: Rain Without End Records
Veröffentlichungstermin: 12.05.2018

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