revolution9 thesearethedaysAuch wenn man noch nichts von dieser Band gehört hat, gibt es mindestens zwei Dinge, die erst einmal neugierig machen. Der Bandname REVOLUTION 9 klingt irgendwie ganz cool, er ist prägnant, aber trotzdem weiß man vorher noch nicht so ganz genau wohin die Reise musikalisch gehen wird, denn damit kann man ziemlich viele Genre bearbeiten ohne negativ aufzufallen. Zweitens fällt einem direkt ins Auge, dass die Band ihre erste EP „These Are The Days“ zusammen mit Phil Hillen in den SU2 Studios aufgenommen hat und damit steht schon einmal fest, dass der Sound der EP spitze sein wird und die Band auf jeden Fall auch nicht gewisse Qualitätsgrenzen unterschreiten möchte, sonst hätte man das Ding auch in irgendeiner Garage aufnehmen können.

Wenn man gerade einmal fünf Songs zur Verfügung hat, um ein Album oder eine Band zu beurteilen, ist das natürlich nicht gerade üppig, bei einer Band wie REVOLUTION 9 reichen diese aber locker aus, um zu erkennen, dass die Band deutlich mehr auf dem Kasten hat als nur auf irgendwelchen Dorffesten und in Kneipen zu spielen.

Die „These Are The Days“ EP überzeugt nicht nur durch ihren Top-Sound, wie bereits erwähnt Phil Hillen, mehr muss man nicht wissen, sondern es ist gerade auch das Songwriting der vier gestandenen Musiker, das aufhorchen lässt, Newcomer im eigentlichen Sinne sind REVOLUTION 9 übrigens nicht, dazu haben die einzelnen Mitglieder bereits zu viel auf die Beine gestellt in unterschiedlichen Formationen.

Dabei erweist es sich auch gar nicht als Nachteil, dass die einzelnen Bandmitglieder unterschiedliche stilistische Backgrounds mitbringen, die von Hardcore über Alternative Rock bis hin zu Progressive Rock reichen. Das macht es zwar nicht unbedingt einfach, der Band einen Stempel aufzudrücken, aber so lange das Songwriting schlüssig klingt, passt die Sache. Am Ende ist es sowas wie hymnischer Alternative Hardrock, der insofern zeitlos wirkt, als dass die Musik sowohl modern als auch 70ties, 80ties und 90ties inspiriert wirkt.

Der sehr eingängige Ohrwurm am Anfang der EP, „These Are The Days“ hat schon fast was punkiges, wohingegen sich das Stück, das darauf folgt („Wild Side“), dann deutlich variabler präsentiert. Der Sänger der Band Sebastian Hamm kann sich zum Beispiel auch nicht so ganz entscheiden, ob er jetzt wie ein typischer kraftvoller Alternative Rock Sänger klingen will oder dann doch lieber wie Bruce Dickinson, an dessen Soloalben manches bei dieser EP erinnert, weil bei diesen die Songs im Gegensatz zu IRON MAIDEN zumeist deutlich straighter ausfielen.

„Tear Down The Wall“ geht dann wenig später in die Sleaze Rock Richtung, steht der Band aber auch gut zu Gesicht, auch da fällt auf, dass die Band instrumental jetzt keine Bäume ausreißt oder Dinge macht, bei denen Instrumentalisten einer abgeht. Die Band macht augenscheinlich das, was sie kann, und das macht sie ausgesprochen gut, dass man dann noch zusätzlich über einen Sänger verfügt, bei dem man sich fragt, warum er noch nicht von anderen Bands abgeworben wurde, macht die Sache dann nur noch besser.

Man würde REVOLUTION 9 jetzt nur mal gönnen, dass etwas mehr Bewegung in die Sache kommt, dass man jetzt nicht noch Jahre warten muss, bis es endlich mit einer vollständigen Albumproduktion klappt, die 24 Minuten von „These Are The Days“ machen jedenfalls Bock auf Nachschub und wenn man ehrlich ist, merkt man hier zu keiner Sekunde, dass es sich bei dieser EP um etwas handelt, das gerne als "Eigenproduktion" bezeichnet wird. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20168,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 24:00 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 06.04.2018

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