megadeth killing is my business final killOb es mit dem Zusatz “Final” Kill bei der letzten Neuauflage des MEGADETH-Debüts bleiben wird ist fraglich. MEGADETH schnüren hier aber ein ziemlich gutes Paket für alle Fans, auch wenn es weiterhin nicht ultimativ ist.

Viele werden hier erst einmal die Nase rümpfen und ärgerlich an die letzten Neuauflagen zurückdenken. Immer wieder bestand die Hoffnung, dass die Original-Version von “These Boots” enthalten sei, was jedoch nie der Fall war. Aus rechtlichen Gründen mussten ziemlich nervige Pieptöne eingespielt werden (2002 Re-Issue). Dies ändert sich mit dieser Neuauflage endlich. Doch abgesehen davon, dass der Song neu gemastert und im Mix überarbeitet wurde, hat Mustaine selbst auch an den Lyrics geschraubt. Was bleibt ist eine vollständige Version ohne nervige Pieptöne, dafür aber eben auch mit entschärften Lyrics - Blackie Lawless lässt grüßen. Damit dürften viele Fans einen Punkt abziehen, dennoch ist es zu verschmerzen, zumal man es vor dem Kauf weiß.

Das ist aber nicht das einzige, was die treuen Fans mit diesem Re-Issue geboten bekommen, auch die restlichen Songs wurden einer Soundtherapie unterzogen. Denkt man an die große Neuauflagen-Aktion von Mustaine im Jahre 2002 zurück, wird man sich erinnern, dass es sich nicht mit dem schlichten Remastern getan hatte. Mustaine änderte Textpassagen bei “Wake Up Dead”, und auch auf “Rust In Peace” wurden teilweise Songpassagen geändert. Mir selbst wurde das erst richtig bewusst, als ich mir eine LP-Pressung der ursprünglichen Version anhören konnte. Ziemlich merkwürdig, wenn man bei einem oft gehörten Song plötzlich eine Melodie-Passage hört, die man so noch nicht kannte. Doch das ist wohl das Laster einer Spät-Achtziger-Geburt; als ich anfing MEGADETH zu hören, lernte ich die Klassiker erstmal in ihren Neuauflagen kennen. Umso interessanter nun auch die Original-Aufnahmen kennenzulernen und dabei tatsächlich Unterschiede festzustellen.

Doch zurück zur vorliegenden Neuauflage, auch hier sind Änderungen wahrzunehmen. So wurde das Album von Mark Lewis neu gemischt, wodurch die Drums deutlich lauter klingen, was jedoch etwas zu Lasten des Gesangs geht. Dennoch klingt die Platte insgesamt druckvoller und runder, doch hier werden sich sicherlich die Geister scheiden. Auch wenn ein Stück wie “Rattlehead” und “The Skull Beneath The Skin” durchaus vom neuen Mix profitiert. Auch wenn die rohe Urfassung ein ewiges Streitthema bleiben wird, ein neuer Mix wird an den bescheidenen Aufnahmen nichts ändern. Es dürfte nämlich allseits bekannt sein, dass MEGADETH ihr Geld damals nicht unbedingt ins Studio investiert haben. Wie immer möchte man, auch aus Vergleichsgründen, diese Urfassung gerne zusätzlich haben. Hier wäre es gut gewesen, wenn das Ur-Album zusätzlich auf einer Bonus-CD beiliegen würde. Das hat die Band jedoch leider verpennt bzw. war es vermutlich aus rechtlichen Gründen schwierig. Neben den regulären Album-Tracks ist dafür aber einiges an Bonusmaterial enthalten. So gibt es zu jedem Track eine alte Live-Aufnahme aus vergangenen Zeiten, bis auf “These Boots” eben. Diese schwanken von der Qualität her zwar stark, transportieren aber sehr gut die Attitüde der frühen MEGADETH, was wiederum sehr erfreulich ist.

Grundsätzlich würde ich jedem MEGADETH diese “Final Kill”-Version des Debüts empfehlen. Selbst wenn man der Sache sehr kritisch entgegentritt, wird es sich dennoch als äußerst interessant herausstellen, dieses Album in dieser Form zu hören. Und die Zeit zum nächsten regulären Longplayer der Band überbrückt man damit auf jeden Fall. Ultimativ ist die Version dennoch nicht, denn auch wenn sich durch_ die Ergänzung von Live-Tracks, das Abmischen und dem Remastern viel Mühe gegeben wurde, wünschen sich Fans wie immer natürlich deutlich mehr. Doch das kann jeder MEGADETH-Fan für sich entscheiden. Die, die es noch werden wollen, können sich hiermit jedenfalls einen guten Eindruck vom Debüt der Band machen und das deutlich besser als mit der 2002er Neuauflage. Dennoch dürfte an die ursprüngliche Fassung von 1985 nur wenig herankommen. (Pascal)


Bewertung:

Pascal0,0 - / -


Anzahl der Songs: 19
Spielzeit: 76:07 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 08.06.2018

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