PrequelleDie rechtlichen Probleme, die GHOST und Papa Emeritus "Tobias Forge"seit kurzem begleiten, haben offensichtlich einen kurzweiligen Höhepunkt erreicht. Geschadet hat dieses ganze Gehabe dem neusten Album kein bisschen. "Prequelle" stellt das bisher ausgereifteste Werk des Schweden dar, denn GHOST sind nunmehr Tobias Forge bzw. Tobias Forge ist GHOST.

Was habe ich über dieses Album schon Lobeshymnen lesen können, und auch wenn dies oft ansteckend wirkt muss ich in diesem Fall einen Rückzieher machen. "Prequelle" ist eine sehr gute Platte, aber keine runde zehn, oder aber ich tappe derzeit noch im Dunkeln und wurde noch nicht gänzlich infiziert. Der Opener "Ashes", bei dem die Tochter von Tobias kurz zu hören ist, ist ein Intro im klassischen Sinn, und der Zuhörer taucht für die nächsten 41 Minuten gänzlich in den GHOST-Kosmos ein. Der vorab veröffentlichte Knaller "Rats" ist ein gekonnter Opener und geht leicht ins Ohr. Ähnlich sieht es mit dem folgenden "Faith" aus, das mit einer Killer-Melodie startet und mit einem stampfenden Riff den Zuhörer durch die Höllen-Tore schiebt. Eine wirklich coole Nummer, die sich umgehend im Hörkanal festsetzt.

Mit "See The Light" zeigt sich eine große Stärke von "Prequelle", der Song ist in einem völlig anderen Stil wie die vorherigen. Das war bei GHOST bereits häufig der Fall, der Abwechslungsreichtum zeigt sich bei "Prequelle" aber besonders stark. Was auch beim anschließenden Instrumental "Miasma", welches sogar auf ein Saxophon zurückgreift, sehr deutlich wird. Hier hat Tobias Forge offenbar wirklich wie ein Besessener mit sehr viel Ehrgeiz im Studio an jedem noch so kleinen Detail gefeilt.

Das folgende "Dance Macabre" schlägt in eine recht poppige Kerbe mit großartigem Refrain und könnte so gesehen als Nachfolger von "He Is" gesehen werden. Mit "Pro Memoria" begeben wir uns auf Soundtrack-Niveau, der Anfang könnte glatt den Unterton für einen höllisch guten Film bieten. Ein sehr atmosphärischer Song mit großartigen Lyrics und sehr coolen Melodien. Mit "Witch Image" geht es wieder etwas mehr geradeaus, wenn es auch viele ruhige Stellen zwischendurch gibt. Ein cooler Song, der perfekt ins hintere Drittel passt und neben einer Art Tanz-Melodie auch ein ordentliches Riff bietet, GHOST in Perfektion. Mit "Helvetesfönster" befindet sich noch ein weiteres Instrumental auf der Platte, das sehr zur Atmosphäre beiträgt; das Saxophon ist hier zwar nicht mit dabei, aber GHOST schaffen es, mit Flötenklängen diabolische Stimmung zu erzeugen – großes Kino. Die bisherigen letzten Album-Tracks nahmen bei GHOST stets eine besondere Rolle ein, da macht Mr. Forge auch auf "Prequelle" keine Ausnahme. "Life Eternal" ist ein grandioser Abschluss_ einer richtig guten Platte.

Auch wenn ich anfangs von einem Rückzieher sprach bin ich doch nahe an der vollen Punktzahl. Der einzige Kritikpunkt, den ich an "Prequelle" anbringen könnte, wäre die Anzahl der Songs. Abzüglich Intro sind es lediglich neun, und würde ich noch die Dreistigkeit besitzen, die Instrumental-Stücke abzuziehen, wären es nur noch sieben. Doch eigentlich ist das mehr als unpassend, die größten Alben der Geschichte wurden später auch nicht auf ihre Songanzahl reduziert. Ganz davon abgesehen sollte man ein Album stets als Gesamtkunstwerk betrachten, gerade im Falle von GHOST ist das sogar ein Muss. Damit habe ich meinen einzigen Kritikpunkt schon wieder ausgeräumt.
So bleibt mir nur zu sagen: Liebe GHOST-Fans, ihr werdet nicht enttäuscht sein, "Prequelle" ist ein sehr starkes Album geworden, das mit jedem Durchgang interessanter wird. (Pascal)


Bewertung:

Pascal9,0 9 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 41:43 min
Label: Loma Vista Recordings
Veröffentlichungstermin: 01.06.2018

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